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Genbank bei Hannover eröffnet

Nutztiere Genbank bei Hannover eröffnet

Die erste bundesweite Genbank für landwirtschaftliche Nutztiere ist in Mariensee nahe Hannover eröffnet worden. Verantwortlich ist das für Tiergesundheit zuständige Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). Rund 100 000 Samenproben meist  gefährdeter Nutztiere sollen hier  gelagert werden, sagte Leiter Heiner Nieman.

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Meike Stünke begutachtet mithilfe eines Mikroskops Sperma von einem Holstein-Friesian-Rind im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI).           

Quelle: dpa

Neustadt am Rübenberge. Der Bund und zwölf beteiligte Bundesländer sind fortan gemeinsam für die Arbeit der Genbank verantwortlich. Zentrale Lagerstätte für Genmaterial aus dem ganzen Bundesgebiet wird sie allerdings weiterhin nicht sein. Denn die meisten Bundesländer, die sich an dem Projekt beteiligen, betreiben auch eigene Genbanken.

Zentrale Koordinierungsstelle

Darin speichern sie etwa das Material landestypischer Nutztiere. Das soll auch so bleiben. Durch die zentrale Koordinierungsstelle bei Hannover sollen sie sich jedoch besser untereinander abstimmen und austauschen. Zudem gibt es dort ab sofort ein gemeinsames Leitungsgremium von Bund und Ländern.

Mit rund 500 000 Euro unterstützt die Bundesregierung das Vorhaben. „Höchste Zeit, dass das alles auf bundesweite Füße gestellt wird“, sagte Nieman während der Eröffnung. Fast die gesamte Zuchttierproduktion gehe auf gerade einmal elf verschiedene Rassen zurück. „Früher waren es Hunderte.“

An diese genetische Vielfalt wolle man nun wieder anknüpfen. Dafür würden bundesweit die Samenproben von jeweils 25 unverwandten Vatertieren pro Nutztierrasse gesammelt. „Da ist eine enge Abstimmung unter den Beteiligten besonders wichtig“, erklärte Niemann. „An unserer Arbeit hier am Standort ändert sich dadurch wenig“, sagte eine Mitarbeiterin des FLI.

Genmaterial 18 veschiedener Nutztierrassen

Die Genbank am FLI Standort Mariensee in der Gemeinde Neustadt am Rübenberge gibt es schon einige Jahre, und sie wird immer wieder erweitert. 2012 kamen neue Behälter und Maschinen hinzu, in denen die Proben eingefroren werden. Eingefroren werden nicht nur Spermien, sondern auch gewöhnliche DNA, Keimzellen und Embryonen. Dadurch soll verhindert werden, dass seltene Nutztierrassen aussterben.

Dazu gehören in Niedersachsen etwa das Bentheimer Schwein oder das Schwarzbunte Niederungsrind. In Neustadt am Rübenberge lagert derzeit unter anderem das Genmaterial von 18 verschiedenen Rinder-, vier Ziegen- und zwölf Geflügelrassen. dpa

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