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Grapic Novels werden immer politischer

Comic-Forscher tagen in Frankfurt Grapic Novels werden immer politischer

Dass Comics mehr können, als Menschen am Strand mit Enten und Mäusen zu unterhalten, hat sich herumgesprochen. Mit Verzögerung hat auch die Wissenschaft Graphic Novels als Thema entdeckt. Eine Tagung in Frankfurt schaut sich an, welchen Blick Comics auf Geschichte haben.

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Comic-Forscher Bernd Dolle-Weinkauff an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main (Hessen) im Comic-Archiv des Instituts für Jugendbuchforschung. Über 60.000 deutschsprachige Comic-Bücher und Hefte stehen in den Regalen, und fast täglich kommen neue dazu.

Quelle: dpa

Frankfurt/Main. Comics leisten aus Sicht von Wissenschaftlern wertvolle Beiträge zu aktuellen politischen Themen. "Wir haben Graphic Novels zu allen großen Konflikten der Gegenwart wie Nahostkonflikt oder Islamismus", sagt Bernd Dolle-Weinkauff vom Institut für Jugendbuchforschung an der Frankfurter Goethe-Universität zu den Comics in Buchform. Er organisiert an diesem Wochenende (4. bis 6. September) eine internationale Tagung zum Thema "Geschichte im Comic - Geschichte des Comic". 50 Experten referieren. Es gebe seit Jahren einen "Trend zur Literarisierung" von Comics, sagte Dolle-Weinkauff der Deutschen Presse-Agentur. "Damit verbunden war eine Hinwendung zu ernsten Themen." Neben Beiträgen zu aktuellen Diskursen, etwa Feminismus in arabischen Ländern, gingen Zeichner inzwischen immer öfter auf Zeitgeschichte ein. Ein Wendepunkt sei Ende der 1980er Jahre Art Spiegelmans "Maus" gewesen, die Geschichte eines Holocaust-Überlebenden. Vorteil der Graphic Novels: "Die Kombination von Bild und Text ermöglicht eine größere Sinnlichkeit."

 

Neben Geschichte als Thema von Comics beschäftigt sich die Tagung auch mit der Geschichte der Comics. Ihre Wurzeln könne man zurückverfolgen bis zur Höhenmalerei, sagte Dolle-Weinkauff. Die Geschichte der Comic-Forschung hingegen sei jung: Die Wissenschaft habe sie lange Zeit als Trivialliteratur angesehen. Inzwischen beschäftigten sich viele Literaturwissenschaftler und Kunsthistoriker mit diesem Gebiet. "Unterentwickelt" sei die Wirkungsforschung, findet der Experte, hier seien Soziologen gefragt. Wünschenswert fände es Dolle-Weinkauff auch, wenn mehr Forscher versuchen würden, von der Sammelleidenschaft der Leser zu profitieren. Der 63-Jährige ist Fan und Forscher zugleich. In seinem Archiv, das zum Institut für Jugendbuchforschung gehört, lagern mehr als 60 000 Comics - wöchentlich kommen neue dazu.  

 

dpa

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