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Ködermoleküle treiben Krebszellen in den Selbstmord

Studie Ködermoleküle treiben Krebszellen in den Selbstmord

Französische Wissenschaftler haben eine neue Technik im Kampf gegen den Krebs entwickelt, mit der möglicherweise auch Tumore unschädlich gemacht werden können, die gegen konventionelle Therapien resistent sind.

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Wissenschaftler haben eine neue Technik im Kampf gegen den Krebs entwickelt.

Quelle: Norbert Millauer/ddp

Laut einer am Sonntag in der US-Fachzeitschrift „Clinical Cancer Research“ veröffentlichten Studie entwickelten Experten des Pariser Curie-Instituts Ködermoleküle, die DNA-Schäden vortäuschen und Krebszellen zur Selbstzerstörung veranlassen.

Chemotherapie und Strahlentherapie zielen darauf ab, Krebszellen soweit zu beschädigen, dass der Prozess des sogenannten geregelten Zelltods ausgelöst wird. Manchmal richten die Therapien jedoch nicht genug Schaden an, um den Auslöser für den geregelten Zelltod, die sogenannte Apoptose, zu aktivieren. Die Pariser Wissenschaftler unter Leitung von Marie Dutreix entwickelten jetzt kleine DNA-Fragmente, die zwei kaputte Enden der DNA-Doppelhelix imitieren. Dieser Trick veranlasst besonders hartnäckige Krebszellen zu der Annahme, dass sie viel stärker beschädigt wurden als sie in Wirklichkeit sind. Auf diese Weise wird dann doch der geregelte Zelltod ausgelöst, die Krebszelle stirbt ab.

 

Laut Dutreix wurden die molekularen Köder bereits erfolgreich bei Mäusen getestet. Den Versuchstieren seien wenige Stunden vor der Strahlentherapie die Köder injiziert worden. Auf diese Weise hätten 75 bis 100 Prozent der Krebszellen in den Mäusern zerstört werden können, während es bei einer reinen Strahlentherapie nur 30 bis 50 Prozent sind. Zudem sei kein gesundes Gewebe zerstört worden. Im besten Fall könnten klinische Tests an Menschen schon Ende 2010 beginnen, sagte Dutreix.

Die neu entwickelte Technik weckt vor allem Hoffnungen auf eine wirkungsvollere Behandlung von Hirntumoren und Hautkrebs, die auf Strahlentherapie nicht reagieren. Sollte die Technik tatsächlich beim Menschen funktionieren, könnte zudem die Strahlendosis erheblich verringert werden. Damit würden gesunde Zellen im Umfeld des Tumors geschützt, für die Strahlentherapie bislang oft tödlich ist.

afp

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