Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Präziseres Landen gegen Lärm und Verbrauch

Gekrümmte Anflüge Präziseres Landen gegen Lärm und Verbrauch

Gekrümmte Anflüge und hochpräzise Landungen können Lärm reduzieren und die Umwelt schonen. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) erproben bei Flugversuchen in Braunschweig neue automatische Landeverfahren und satellitengestützte Positionsbestimmungen.

Voriger Artikel
Rekord-Eisschmelze in der Arktis befürchtet
Nächster Artikel
Darum ist die erste Hotelnacht selten erholsam
Quelle: r

Braunschweig. Mit Hilfe von Satellitennavigation und dem Einsatz modernster Flugzeugsysteme lassen sich Kurven mit festen Radien zwischen zwei Wegpunkten exakt planen und so gekrümmte Landeanflüge sehr präzise fliegen. Traditionelle Landehilfen bieten zwar teilweise eine hohe Präzision, jedoch nicht für einen Kurvenflug.

Ziel der Versuche war, die Etablierung der neuen Verfahren durch Demonstrationsflüge zu unterstützen, um ihre Vorteile auszunutzen: Bei der Erstellung von Flugrouten lassen sich Lande-Stoßzeiten an großen Flughäfen besser planen, der Luftraum besser aufteilen. Besonders lärmbetroffene Gegenden um Flughäfen ließen sich teilweise umfliegen. Zudem können Flugrouten präziser geplant und exakt abgeflogen werden. So wird weniger Treibstoff verbraucht und CO2-Emissionen verringert.

Bei der Landung eines Flugzeugs wird entweder auf altbewährte Systeme wie das Instrument Landing System (ILS) zurückgegriffen oder die Satellitennavigation muss gestützt und überwacht werden. Das Konzept, dass anfliegende Luftfahrzeuge eine gewisse Navigationsgüte beim Anflug erreichen müssen, nennt sich Required Navigation Performance (RNP). In den Flugversuchen untersuchten die DLR-Forscher den Übergang von RNP-Anflügen zu den herkömmlichen Anflügen sowie die Nutzung von Ergänzungssystemen.

In insgesamt acht Anflügen erprobten die Wissenschaftler nun in Versuchen mit einem Airbus A320 D-ATRA (Advanced Technology Research Aircraft) die entwickelten hochpräzisen Anflugverfahren. Die Testpiloten der Einrichtung Flugexperimente die Landebahn aus verschiedenen Höhen an.

Währenddessen verglichen die Techniker und Wissenschaftler die Zuverlässigkeit der gelieferten Daten mit den Referenzsystemen und -antennen an Bord. Zusätzlich untersuchten sie vom Boden aus, inwieweit Abweichungen vom vorher berechneten Anflugweg erkannt werden können.

In zwei der acht Anflüge ließen die Wissenschaftler zudem in einer Höhe von 10000 Fuß die Triebwerke in den Leerlauf schalten und die Testpiloten steuerten die Landebahn nur mit minimaler Triebwerksleistung, dem Leerlauf-Restschub an.

Mit diesem sogenannten "Continuous Descent Approach" testeten die Forscher, wie das eigenentwickelte Flight Management System (FMS) das aerodynamische Verhalten des Flugzeugs in Verbindung mit der Windvorhersage modellieren kann. So konnte in der Praxis nachgewiesen werden, dass sich, mit dem vom FMS geplanten, kontinuierlichen Sinkflug Treibstoff sparen und Emissionen verringern lassen. r

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ausstellung „on/off“ über den Nobelpreis in der Alten Mensa Göttingen