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Schwungholen an der Erde und ab ins All

Hayabusa-2 Schwungholen an der Erde und ab ins All

Die japanische Raumsonde Hayabusa-2 hat noch einmal Schwung an der Erde geholt und dabei auch ihre Bahn geändert. In den nächsten zweieinhalb Jahren wird sie auf ihr Ziel, den Asteroiden 1999 JU3, der mittlerweile auf den Namen Ryugu getauft wurde, zufliegen.

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Die Raumsonde Hayabusa-2 ist auf dem Weg zu einem Asteroiden.

Quelle: EF

Köln. Während des erfolgreichen Swingby-Manövers nahm die Navigationskamera an Bord auch Photos von der Annäherung an die Erde von 200.000 Kilometer auf 30.000 Kilometer auf. Den erdnächsten Punkt erreichte die Sonde mitteleuropäischer Zeit über Hawaii in einer Entfernung von nur 3090 Kilometern. Mit an Bord der Raumsonde ist der Lander Mascot des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der 2018 mit vier Instrumenten die Asteroidenoberfläche untersuchen und sich dabei hüpfend weiterbewegen wird. „Bei unseren Kontakten zu Mascot während des Flugs hat sich gezeigt, dass unser Lander die Reise bisher gut überstanden hat“, sagt Christian Krause vom „Mascot Control Center“ des DLR in Köln.

 

In diesem Jahr schalteten die DLR-Ingenieure den Lander bereits mehrere Male nach seinem Start am 3. Dezember 2014 an, um Informationen über seinen Zustand im All zu erhalten. Außerdem wurden auch die Instrumente – ein Radiometer und eine Kamera des DLR, ein Spektrometer des Institut d’Astrophysique Spatiale und ein Magnetometer der TU Braunschweig – eingeschaltet und führten Testmessungen durch. Die Kamera nahm dafür Probephotos auf, für das Radiometer wurde ein Zielpunkt aufgeheizt und dessen Temperatur gemessen. „Nur so können wir erfahren, ob sich die Empfindlichkeit der Mess-Sensoren verändert hat und stellen sicher, dass wir vor Ort ganz exakt messen“, sagt DLR-Physiker Christian Krause. „Diese Tests sind nicht spektakulär, aber unendlich wichtig für die Mission.“ Auch 2016 wird das Team im DLR-Kontrollraum wieder zwei Mal Kontakt mit Mascot aufnehmen, um regelmäßige Gesundheitschecks und Kalibrierungen durchzuführen.

 

Die Mission soll zum einen mit der Hayabusa-2-Sonde Bodenproben vom Asteroiden zurück zur Erde bringen, zum anderen mit Lander Mascot erstmals Messungen an verschiedenen Orten eines Asteroiden durchführen. Im Sommer 2018 werden Hayabusa und Mascot an ihrem Ziel ankommen. Wann genau der nur 10 Kilogramm schwere, schuhkartongroße Mascot dann über einen Federmechanismus von der Muttersonde getrennt wird und auf die Asteroidenoberfläche sinken soll, ist abhängig von den Bedingungen, auf die die Wissenschaftler an ihrem Ziel stoßen. Bisher ist über den Asteroiden mit einem Kilometer Durchmesser nur wenig bekannt. Er ist besonders kohlenstoffhaltig und gehört zu einer häufig vorkommenden Asteroidenklasse. Zunächst einmal wird die japanische Muttersonde den Asteroiden Ryugu aus 20 Kilometern Entfernung kartieren, so dass ein Landeplatz für Mascot ausgewählt werden kann. Stehen Zeitpunkt und Landestelle fest, wird sich Hayabusa-2 innerhalb von 16 Stunden auf eine Höhe von rund 100 Metern hinuntersenken. Diese letzte Strecke von 100 Metern bis zur Oberfläche legt Mascot dann alleine in einem halbstündigen Fall zurück.      DLR

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