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Studie belegt Wanderung des modernen Menschen

Korridor nach Europa Studie belegt Wanderung des modernen Menschen

Mit der Radiokohlenstoff-Datierung haben Forscher das Alter von Muschelschalen der Art Phorcus turbinatus, deren Fleisch einst von unseren menschlichen Vorfahren verspeist worden war, bestimmt. So konnten sie zeigen, dass moderne Menschen sich vor mindestens 45 900 Jahren in der im Libanon auch als Levante bezeichneten Region aufgehalten haben.

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Muschelschalen komplett und bearbeitet: Menschen des Jungpaläolithikums haben sie bearbeitet.

Quelle: Bosch

Leipzig. Das bestätigt die Präsenz anatomisch moderner Menschen mit Werkzeugen aus dem frühen Jungpaläolithikum in der Levante vor ihrer Ankunft in Europa und belegt, dass die Region modernen Menschen als Korridor für die Besiedlung Europas diente.

Die Autoren um Dr. Marjolein Bosch vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie untersuchten insgesamt 3500 Muscheln, die 49 Arten zugeordnet werden konnten. Die am besten erhaltenen waren solche, deren Fleisch Menschen einst als Nahrungsmittel verspeisten. „Wir wissen beispielsweise, dass Weichtiere der Art Phorcus turbinatus von Menschen des Jungpaläolithikums gegessen wurden.Um das Fleisch besser entnehmen zu können, hatten sie den oberen Teil dieser Muscheln häufig abgeschnitten“, erklärt Dr. Marcello Mannino vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie.

Die Muschelschalen aus der Levante mithilfe der Radiokohlenstoffmethode zu datieren, erwies sich als eine große Herausforderung für die Forscher. „Die 14C-Datierung von Muschelschalen ist eine Technologie, die sich noch in der Entwicklungsphase befindet. Bis jetzt gab es keine narrensichere Methode, um das Alter von Muschelschalen-Proben zu bestimmen, die durch die lange Lagerung im Boden chemisch verändert wurden“, sagt van der Plicht.

„Wir haben daher einen neuen Ansatz entwickelt, bei dem wir Radiokohlenstoffdaten und biochemische Daten miteinander kombinieren“, sagt Mannino. „Eine solche Technologie, die ‘intra-kristalline Proteindiagenese’, bestimmt inwiefern Aminosäuren in der intra-kristallinen Struktur von Muschelschalenkarbonaten erhalten geblieben sind“, erklärt Beatrice Demarchi von der Universität York. Eine Kombination dieser neuen Analysemethoden ermöglichte es den Autoren jetzt, eine aussagekräftige neue Datierung der Funde aus Ksâr ‘Akil vorzulegen.

In dem Ort sind die fossilen Überreste zweier moderner Menschen zusammen mit ihren Werkzeugen gefunden worden, die der Epoche des Jungpaläolithikums zugehörig sind. Ihre Entdecker haben die beiden Individuen Ethelruda und Egbert genannt.

Die Ergebnisse bestätigen: Moderne Menschen, die jungpaläolithische Werkzeuge verwendeten, lebten bereits in der Levante, bevor sie in Europa erstmals auftauchten, denn alle bisherigen Fossilfunde moderner Menschen in Europa sind jünger als diese. „Das wiederum lässt darauf schließen, dass die Levante als Korridor für die Verbreitung moderner Menschen von Afrika ausgehend nach Eurasien gedient hat“, sagt Prof. Jean-Jacques Hublin. jes/eb

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