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Tangram als Vorbild

Studentinnen bauen Suite für Eishotel in Lappland Tangram als Vorbild

Eine Suite für das legendäre Eishotel in Lappland haben zwei Studentinnen der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim (Fakultät Gestaltung) entworfen und selbst gebaut: mit der Kettensäge bei minus fünf Grad. 

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Die Artsuite „X,Y & Z“ der beiden HAWK-Studentinnen Anna Baumgarte und Liubov Moskvina im schwedischen „Icehotel 2016“.

Quelle: Icehotel/Kliger

Hildesheim. Die beiden hatten sich mit ihrem Entwurf unter 130 Wettbewerbsteilnehmern durchgesetzt. Im Dezember vergangenen Jahres sind  Anna Baumgarte und Liubov Moskvina in den Ort Jukkasjärvi in der Nähe der Gemeindehauptstadt Kiruna nach Lappland gereist und haben ihren Entwurf  innerhalb von zwei Wochen umgesetzt. Jetzt können bis zum Frühjahr Gäste in der Suite übernachten. 

Weitere Informationen:

http://www.icehotel.com

 Das „Icehotel“ ist weltweit das erste seiner Art und wird schon seit mehr als 25 Jahren jedes Jahr neu aus Schnee und Eis gebaut. Es liegt etwa 200 Kilometer nördlich vom Polarkreis entfernt und bietet neben der Übernachtung in einer der Suiten bei minus fünf Grad verschiedene weitere Veranstaltungen an – von der Hochzeitszeremonie in der „Icechurch“ bis hin zu Konzerten. In der „Ice Bar“ gibt es zur Erfrischung einen Drink, der in Gläsern aus Eis serviert wird.

„Die Welt unterliegt dem Wandel und das Icehotel reflektiert diesen Prozess auf  ganz besondere Weise, indem es entsteht, wieder schmilzt und im wahrsten Sinne des Wortes in den Kreislauf der Welt zurückfließt. Unser Entwurf greift die Relation zwischen Zeit, Ort und menschlicher Wahrnehmung auf“, beschreibt Lighting Design-Studentin Liubov Moskvina, „deshalb haben wir die Bausteine der Suite wie ein Tangram-Spiel konstruiert: Der Legende nach sollte ein Mönchsschüler die Welt bereisen und deren Schönheit auf eine Tafel bannen. Diese zerbrach in Stücke und beim Versuch, die Tafel wieder zusammenzusetzen, ergaben sich die vielfältigsten Muster, die immer neue Welten zeigten –  ein Tangram eben.

Die HAWK-Studentinnen Liubov Moskvina (links) und Anna Baumgarte haben ihren Entwurf mit der Kettensäge bei minus fünf Grad umgesetzt

Quelle: EF

Das Baumaterial findet sich direkt neben dem Hotel-Komplex: Aus dem Fluss Torne werden jedes Jahr im Frühling Eisblöcke herausgeschnitten und in großen Kühlhallen für die Errichtung des Hotels gelagert. Insgesamt werden etwa 4000 Tonnen Eis benötigt. Mit diesem Eis arbeiten Künstler verschiedener Disziplinen, die nach Jukkasjärvi kommen, um dort ihre Entwürfe zu realisieren und die Gäste zu überraschen. Jahr für Jahr haben die Räume ein neues Erscheinungsbild – das Design wird zum Unikat. Für den Ausbau der Artsuiten werden im Schnitt etwa zwei Wochen benötigt. 

Die Künstler bearbeiten die Eisblöcke mit Kettensägen oder Bügeleisen bei minus fünf Grad innerhalb der Eisräume. Draußen liegt die Temperatur bei minus 17 Grad und Liubov Moskvina erzählt: „Die Arbeit war sehr intensiv, besonders für uns, die noch nie zuvor mit Eis gearbeitet hatten.  Aber es hat sehr viel Spaß gemacht. Gelernt habe ich dort aber auch, wie wichtig es bei solchen Temperaturen ist, auch mal Pausen einzulegen, damit der Körper in Balance bleibt.“ Unter den vielen internationalen Künstler/inne/n habe es eine fantastische Stimmung gegeben und die beiden Hildesheimer Newcomerinnen seien super warmherzig aufgenommen worden.

Die Lage des Hotels ermöglicht es den Gästen, die Sonnenwinde zu sehen, die faszinierende Natur zu erkunden und in der Hochsaison die Polarnacht zu erleben. Für die meisten Besucher, aber auch die Bewohner/innen, gilt der Ort mit seiner unverkennbaren Atmosphäre als magisch. Im Frühling schmilzt das Hotel, das Wasser kehrt in den Fluss zurück. Die Schmelzzeit des Hotels zieht ebenso viele Besucher an wie der Bau, denn das Hotel zeigt sich von einer ganz anderen Seite: Die Räume verformen sich, die Decke lässt das Sonnenlicht durchscheinen und die Wassertropfen spielen ihre ganz eigene Musik in den Räumen. eb

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