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Campus Wissenschaftsrat erteilt PFH weitere Akkreditierung
Campus Wissenschaftsrat erteilt PFH weitere Akkreditierung
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17:00 26.10.2018
Die PFH bietet aktuell 26 Bachelor- und Masterstudiengänge in den Bereichen Management, Ingenieurwissenschaften, Wirtschafts-/Psychologie, Wirtschaftsrecht, Technologie sowie Health Care Technology. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Inzwischen sind mehr als 80 Prozent der Studierenden in Fernstudiengängen eingeschrieben. Die PFH werde damit ihrem Anspruch gut gerecht, ein flexibles und an die Bedürfnisse berufstätiger Menschen angepasstes Studienangebot bereitzustellen, heißt es in einer Stellungnahme, die der Wissenschaftsrat bei seiner jüngsten Sitzung verabschiedete. Zuvor hatte ein vom Wissenschaftsrat eingesetzter Akkreditierungsausschuss auf Antrag des Landes Niedersachsen die PFH überprüft. Das Votum fiel insgesamt positiv aus, allerdings bescheinigten die Gutachter der Hochschule auch einige Defizite.

Die sogenannte institutionelle Reakkreditierung ist ein Instrument zur Qualitätssicherung nichtstaatlicher Hochschulen. Es soll klären, ob die jeweilige Hochschule Leistungen in Lehre und Forschung erbringt, die anerkannten wissenschaftlichen Maßstäben entsprechen. Die PFH Göttingen war erstmals 2014 begutachtet worden und wurde nun für die Dauer von weiteren fünf Jahren reakkreditiert. Der Wissenschaftsrat, der als eines der wichtigsten wissenschaftlichen Beratungsgremien in Deutschland gilt, verband diese positive Entscheidung jedoch mit einer Reihe von Auflagen und Empfehlungen.

Beanstandungen der Gutachter

Die Gutachter beanstandeten unter anderem, dass im Studiengang „Orthobionik“ weniger als 30 Prozent der Lehre von hauptberuflichen Professoren beziehungsweise Professorinnen wahrgenommen wird. Das Berufsfeld der Orthobionik enthalte orthopädietechnische, medizinische, ingenieurwissenschaftliche und biomechanische Komponenten.

Um eine angemessene Forschungsbasierung der Lehre sicherzustellen, müsse diese zu mindestens 50 Prozent durch hauptberufliche Professoren abgedeckt werden. Außerdem soll die Hochschule ein transparentes Berechnungssystem für den Lehreinsatz und die Lehrbelastung ihrer Professoren einführen, aus dem hervorgeht, welche Aufgaben sie erfüllen und in welchem zeitlichen Umfang sie diese erbringen.

Nur 5500 Medien in der Bibliothek

Kritik gab es auch an der Bibliotheksausstattung. Der Bestand am Standort Göttingen enthalte nur 5500 Medien, dies sei für eine Hochschule dieser Größenordnung und fachlichen Breite nicht ausreichend. Wichtige Lehr- und Standardwerke einzelner Fachdisziplinen fehlten, der Bereich Psychologe sei nur rudimentär vertreten. Außerdem fehle eine fachlich ausgewiesene bibliothekarische Betreuung.

Auch die Ausstattung in Stade sei mit lediglich 1300 Medien für einen ingenieurwissenschaftlichen Studiengang nur knapp bemessen. Die PFH solle daher ein Bibliothekskonzept entwickeln, ihre Bestände ausbauen und für eine qualifizierte Bibliotheksbetreuung sorgen. Verbessert werden müsse auch die Personalausstattung am Standort Stade.

Außerdem fordert der Wissenschaftsrat einige Neuregelungen. Die Hochschule müsse ihre Grundordnung in einigen Punkten anpassen und genauer festlegen, wie in bestimmten Konfliktfällen zu verfahren ist.

3400 Studierende eingeschrieben

Die PFH bietet aktuell 26 Bachelor- und Masterstudiengänge in den Bereichen Management, Ingenieurwissenschaften, Wirtschafts-/Psychologie, Wirtschaftsrecht, Technologie sowie Health Care Technology. Eigenen Angaben zufolge sind aktuell rund 3.400 Studierende eingeschrieben, mehr als 80 Prozent von ihnen absolvieren ein Fernstudium. Hauptstandort ist Göttingen. Im vorherigen Wintersemester 2017/2018 waren 494 Campusstudenten am Standort Göttingen und 136 am Standort Stade immatrikuliert.

Die Gesamterlöse der Hochschule stammen laut dem jüngsten Bericht des Wissenschaftsrats zu 88 Prozent aus Studiengebühren. In den Campus-Bachelor-Studiengängen sind monatlich Gebühren von 700 Euro zu zahlen, in den Master-Studiengängen sind es 700 beziehungsweise 800 Euro.

Hinzu kommen eine einmalige Immatrikulationsgebühr von 420 Euro und eine Gebühr für die Abschlussprüfung von 1000 Euro. Im Fernstudium variieren die Studiengebühren zwischen rund 250 bis 500 Euro monatlich. Der Fernstudienbereich sei inzwischen zum mit Abstand wichtigsten wirtschaftlichen Faktor der Hochschule geworden.

Von Heidi Niemann

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