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Adelebsen Preis für Film auf Platt
Die Region Adelebsen Preis für Film auf Platt
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18:00 15.08.2018
Haben Adelebsen und seine Ortsteile vorgestellt: Schüler mit Lehrern und Plattsprechenden. Quelle: Michael Caspar
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Adelebsen

„Ich bewundere euch“, sagte Michael Heinrich Schormann, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung, bei der Verleihung zu den Grundschülern. Die 14 Dritt- und Viertklässler der Arbeitsgruppe Plattdeutsch, die mühelos zwischen Platt und Hochdeutsch wechseln, stellen in ihrem Kurzfilm „Bee ösek in Oalessen“ („Bei uns in Adelebsen“) den Flecken mit seinen Ortsteilen vor.

300 Euro Preisgeld

Schormann überreichte Lehrerin Annette Rummenhohl das Preisgeld von 300 Euro zur Förderung des Sprachunterrichts an der Heinrich-Christian-Burckhardt-Schule. Außerdem gab es für alle Kinder einen Schlüsselanhänger mit dem „Ek spräke Platt“-Schaf Schorse, nach dem der Wettbewerb benannt ist. Seinen Großeltern, so Schormann, sei in der Schule das Platt-Sprechen mit dem „gelben Onkel“, dem Rohstock, ausgetrieben worden. Er selbst habe sich sein ganzes Leben nicht aufraffen können, die Sprache zu lernen.

Lehrer Andreas Kompart half bei den Dreharbeiten

Um so mehr freue er sich, so der Vertreter der Sparkassenstiftung, dass Platt heute in der Schule unterrichtet werde. Die Wende komme spät, aber nicht zu spät, erklärte Lehrerin Rummenhohl. Noch gebe es ältere Menschen auf den Dörfern, die sich auf Platt verständigen könnten. Sie besuchten die Schüler für den Film . Mit dabei war neben Rummenhohl noch Lehrer und Platt-Aktivist Andreas Kompart. Mit dem Bus machte sich die Gruppe auf den Weg.

Heimatverein Barterode empfing die Kinder am alten Spritzenhaus

In Lödingsen besuchten sie Wolfgang Käse (Jahrgang 1951), der „von jeher“ Platt gesprochen hat. In Erbsen schauten die Kinder bei der Leiterin ihrer Grundschule, Margit Wolter, vorbei. Sie lernte das Platt von ihren Großeltern. In Barterode empfing eine Abordnung des Heimatvereins die Kinder am alten Spritzenhaus, wo der Verein sich trifft. Mit dabei war Thea Wenzel (Jahrgang 1940), die aus dem Hardegser Ortsteil Hettensen stammt. Nach dem Krieg, so Wenzel, hätten in ihrem Heimatdorf so viele Flüchtlinge gelebt, dass sie aus Angst, ausgelacht zu werden, nur Hochdeutsch gesprochen habe. Später sei sie zu ihrem Mann ins landwirtschaftlich geprägte Barterode gezogen. Dort werde bis heute Platt gesprochen.

Milchtankstelle und Hühnermobil

In Güntersen besichtigten die Kinder die örtliche Milchtankstelle und staunten über ein Hühnermobil, ein Hühnerhaus auf Rädern. Auch in Adelebsen spürten die Schüler noch einen Platt-Sprecher auf. Wolfgang Gabels (Jahrgang 1954) stammt aus Ostfriesland. Das Platt sei ganz anders als das Ostfälische, das im Raum zwischen Harz und Weser bis hinauf nach Celle gesprochen werde, stellten die Schüler fest. „Es ähnelt mehr dem Niederländischen“, erklärte Gabels. Die Kinder verstanden ihn aber trotzdem. In den 60er- und 70er-Jahren sei Platt in der Schule verpönt gewesen, erinnerte sich der gebürtige Ostfriese. Eine ganze Generation sei so dem Platt verloren gegangen.

Platt-Projektschule

„Unser Schule ist im dritten Jahr Platt-Projektschule“, berichtete Lehrerin Rummenkohl. Sie leitet die Projektschule und ist Platt-Beraterin der Landesschulbehörde. Die Behörde wiederum unterstütze den „Wettstriet for ostfälischet Platt“, den die Sparkassenstiftung bereits zum zweiten Mal ausgeschrieben habe.

Platt-Aktivitäten fördern

An der Preisverleihung im Musikraum der Grundschule nahm auch Annika Jühne teil, Projektreferentin beim Landschaftsverband Südniedersachsen. Der Verband fördert Platt-Aktivitäten jährlich mit 3000 Euro. Ebenfalls gekommen war Wolfgang Leopold vom Verein Plattdeutsch Forum Südniedersachsen.

Von Michael Caspar

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