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Adelebsen Ausstellung über Fernmeldetechnik
Die Region Adelebsen Ausstellung über Fernmeldetechnik
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00:32 16.04.2018
Hartmut Koch stellt die neue Ausstellung u.a. zur Geschichte der Telekommunikationstechnik im Steinarbeitermuseum in Adelebsen, Kirchweg 8 Quelle: Heller
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Adelebsen

.Über die Entwicklung der Fernmeldetechnik informiert eine Ausstellung, die am Sonntag, 22. April, um 14 Uhr im Adelebser Steinarbeiter-Museum, Kirchweg 8, eröffnet wird. Nachrichtentechniker Hartmut Koch hat Objekte aus seiner privaten Sammlung zur Verfügung gestellt.

Auf dem langen Tisch im ersten Stock des Museums steht ein Telefon mit Wählscheibe neben dem anderen. „Das älteste Stück ist ein Wählapparat 28 (W28), den Siemens und Halske von 1928 an für die Deutsche Reichspost baute“, erläutert Koch. Mehrere Exponate stammen aus der früheren DDR. Der Nachrichtentechniker hat sie nach der Wende bekommen, als er für den Bereich Telekommunikation und Fernmeldewesen der Deutschen Bundespost drei Jahre lang beim Aufbau Ost mithalf.

Telefone aus der DDR

Zu sehen gibt es in Adelebsen etwa das fabrikneue Telefon alpha ferro, das der Volkseigener Betrieb Fernmeldewerk Nordhausen 1989 produziert hat. „Damals wollte das keiner mehr haben“, erinnert sich Koch. Aus den neuen Bundesländern brachte er zudem ein Tesla-Telefon mit, das 1968 in der damaligen CSSR hergestellt worden war. Der Clou der Ausstellung: „Alle Telefone sind angeschlossen und lassen sich gegenseitig anrufen“, hebt der Vorsitzende des Museumsvereins, Werner Lindemann, hervor.

Koch zeigt Prüfstationen, die beim Neuanschluss und beim Entstören von Telefonen zum Einsatz kamen. Eine stammt von 1927. Auf einem alten Foto gibt es Fräulein vom Amt zu sehen, die einst Telefonverbindungen herstellten. In Vitrinen präsentiert der Nachrichtentechniker Schaltpläne und Fachliteratur. „Zum Teil arbeiteten wir in Ost und West mit den gleichen Büchern, Nachdrucken aus den 30er-Jahren“, berichtet Koch.

„Das ist mal was ganz anderes“, freut sich Lindemann. Viele alte Berufe, wie Stellmacher, Schuster oder Schlachter, hätten sie in den vergangenen Jahren vorgestellt. „Ich bin eher zufällig zu meinem Beruf gekommen“, erzählt Koch. Ein Bekannter habe seine Mutter auf eine Lehrstelle zum Fernmeldehandwerker (heute: Kommunikationselektroniker) aufmerksam gemacht.

Mastenbesteigung mit Steigeisen

„Die Ausbildung, die ich ohne große Begeisterung begann, hat mir dann doch viel Spaß gemacht“, erinnert er sich. Mit Steigeisen kletterte er auf die Fernmeldemasten, um sich dann in neun Meter Höhe – mit einem Seil gesichert – bequem zurücklehnen und zum Summen der Leitungen die Aussicht zu genießen. In Hann. Münden verlegte er am Kattenbühl Erdkabel. Ein Dreivierteljahr feilte, fräste und drehte er in der Feinmechanikerwerkstatt.

„Nach der Lehre habe ich von 1965 an in Regensburg ein sechssemestriges Studium zum Nachrichtentechniker absolviert“, berichtet er. Zurück beim Fernmeldeamt in Göttingen wurde er dann mit 27 Jahren Beamter auf Lebenszeit. Nach der Wende ging er in die neuen Bundesländer. „In Magdeburg habe ich den Service aufgebaut“, erinnert er sich. Bis zu 14 Stunden am Tag habe er damals gearbeitet.

Stasimitarbeiter hörten die Telefone ab

Eine Reihe seiner Mitarbeiter hätten zu DDR-Zeiten für die Stasi Telefone abgehört, erinnert er sich. Nicht alle hätten das bei der Übernahme in den Dienst der Deutschen Bundespost angegeben. „Sie verloren deswegen später ihre Stelle“, erinnert sich Koch. Einige seien dann bei einem westdeutschen Technikkonzern unter gekommen. Der habe zu DDR-Zeiten die „mikroprozessorgesteuerte Anlage“ geliefert, er mit eigenen Augen in einer unterirdischen Abhöreinrichtung auf dem Brocken gesehen habe. Zurück in Göttingen erlebte Koch noch kurz vor dem Ruhestand die Privatisierung der Post und die Gründung der Deutschen Telekom 1995 mit.

Das Museum ist am ersten Sonntag eines jeden Monats bis zum Herbst von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Michael Caspar

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