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Adelebsen Schutzgebiet entlang von Auschnippe und Schwülme
Die Region Adelebsen Schutzgebiet entlang von Auschnippe und Schwülme
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12:57 28.11.2018
Für die Landwirtschaft soll es keine weitergehenden Auflagen geben: Schwülmetal zwischen Adelebsen und Offensen. Quelle: Peter Heller
Lödingsen

Von „stiller Enteignung“ sprachen Flächeneigentümer vor der Veranstaltung. Sie klagten darüber, dass Verhältnisse wie „in der DDR“ drohten. Göttingens Erste Kreisrätin, Christel Wemheuer (Grüne) bemühte sich, die Gemüter der 30 Bürger in der Mehrzweckhalle zu beruhigen. Es ändere sich inhaltlich nichts für die Eigentümer, da die Europäische Union die Flächen bereits im Dezember 2004 als sogenannte Flora-Fauna-Habitate ausgewiesen habe. Vom Kreistag sei im Dezember 2009 ein entsprechendes Schutzkonzept verabschiedet worden.

Keine zusätzlichen Auflagen für die Landwirtschaft

„Seither sind auf den Flächen Projekte, die gegen Ziele und Zwecke des FFH-Gebiets verstoßen, unzulässig“, ergänzte Bernd Krause, Teamleiter beim Fachdienst „Natur und Boden“. Die Auflagen würden nicht verschärft. Es kämen keine neuen Flächen dazu. Für die Landwirtschaft gebe es keine weitergehenden Auflagen hinsichtlich Düngung und Pflanzenschutz.

Europäische Union droht Deutschland mit Strafen

Dass ein Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werde, erfolge auf Druck aus Brüssel, betonte Kreisrätin Wemheuer. Die Europäische Union drohe Deutschland mit Strafen, weil es das EU-Recht bisher unzureichend in nationales Recht umgesetzt habe. Eigentlich müsse die Umsetzung bis Ende des Jahres erfolgt sein. Allerdings habe das Land erst im Frühjahr die notwendigen Ausführungsbestimmungen erlassen. Elf FFH-Flächen im Landkreis seien bereits ausreichend gesichert worden. Das erfolge nun auch an Schwülme und Auschnippe. Der Landkreis höre die Träger öffentlicher Belange von Mitte Dezember bis Mitte Februar. Parallel dazu würden die Pläne öffentlich ausgelegt. Der Kreistag fasse voraussichtlich im Juni den Beschluss.

Adelebsens Ortsbürger, Kurt Prutschke (SPD), erkundigte sich nach umgefallenen Bäumen im Auenwald am Ortseingang. Sie dürften weiterhin mit einem langen Seil herausgezogen werden, erwiderte Herbert Eggers, der den Fachdienst Natur und Boden leitet.

Geröll von der Bramburg

Auf Geröll, dass ein Zufluss von der Bramburg in die Schwülme spüle, machte ein Bürger aufmerksam. Aufgrund von Naturschutzauflagen dürfe es nicht ausgebaggert werden. Da der Fluss zwischen Adelebsen und Lödingsen kaum Gefälle habe. drohten Überschwemmungen – zumal Pflanzenwuchs im Bereich von Brücken den Abfluss zusätzlich erschwere. Der Landkreis werde Lödingsen nicht „sehenden Auges absaufen lassen“, versicherte Hermann Schütte, der den Fachbereich Umwelt leitet.

Baumpflegearbeiten müssen „fachmännisch“ ausgeführt werden

Besorgt darüber, dass Baumpflegearbeiten in Zukunft „fachmännisch“ ausgeführt werden müssten, zeigte sich ein Vertreter der Jagdgenossenschaft. Das werde ihnen zu teuer. Auch mit Maschinen ließen sich solche Arbeiten fachmännisch ausführen, stellte Eggers klar.

Einem Bürger erschien die Festlegung der Grenzen der FFH-Gebiete „willkürlich“. Die vom Land nach Vor-Ort-Terminen nach Brüssel gemeldeten Flächen würden in der Regel von Straßen begrenzt, erläuterte Fachbereichsleiter Schütte. Bei der Festlegung der Grenzen seien zum Teil fachliche Fehler passiert, räumte Kreisrätin Wemheuer ein. Sie berichtete von einem Fall, wo die zu schützende Tierart nicht im FFH-Gebiet, sondern daneben lebe. Änderungen vorzunehmen sei aber so gut wie unmöglich. Problemlos ließen sich dagegen zusätzliche Flächen melden.

Die im Landkreis Northeim angrenzenden Flächen an Schwülme und Auschnippe sollten ebenfalls Landschaftsschutzgebiet werden, teilten zwei Verwaltungsvertreter aus der Rhumestadt mit.

Von Michael Caspar

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