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Adelebsen Schenkungsurkunde verhindert Spielplatzverkauf in Adelebsen
Die Region Adelebsen Schenkungsurkunde verhindert Spielplatzverkauf in Adelebsen
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00:21 12.02.2018
Auf dem Spielplatz in der Glatzer Straße: Fleckenbürgermeister Holger Frase mit der Urkunde, Ortsbürgermeister Kurt Prutschke und Anwohnerin Claudia Karakaya mit Tochter Eda. Quelle: Peter Heller
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Adelebsen

Es war alles in trockenen Tüchern: Weil immer wieder Ansässige und Auswärtige nach freien Bauplätzen in Adelebsen und den angeschlossenen Dörfern fragen, sucht der Flecken seit Jahren nach freien Flächen, bestätigte Gemeindebürgermeister Holger Frase (SPD). In der Glatzer Straße in Adelebsen sei er fündig geworden. Der gut 1200 Quadratmeter große Spielplatz in dem alten Wohngebiet werde nur noch wenig genutzt. Die Gemeinde wollte etwa die Hälfte der Fläche räumen, als Baufläche ausweisen und verkaufen. Die Spielgeräte sollten umgesetzt und auf dem verbleibenden Areal neu angeordnet werden.

Der Ortsrat hatte bereits zugestimmt, im vergangenen Dezember auch der Fleckenrat, erklärte Frase weiter und fügte an: „Wir haben die Fläche sogar schon ausgemessen, es konnte direkt losgehen.“

Dann sei plötzlich durch eine Anwohnerin und Mitarbeiterin der Stiftung Burg Adelebsen der Hinweis auf die einstige Schenkung aufgetaucht, bestätigte auch Ortsbürgermeister Kurt Prutschke (SPD). Als Mitarbeiterin der Stiftung Burg Adelebsen habe sie sich daran erinnert, dass das Spielplatzgelände vor Jahrzehnten eine Schenkung aus dem Kreis der Burgbesitzer war, verbunden mit der Auflage, die Fläche nicht anderweitig zu nutzen.

Sie hat Recht und tief in alten Aktenschränken entdeckten Mitarbeiter der Verwaltung den Beweis: eine notariell beglaubigte und von allen Beteiligten unterzeichnete Urkunde vom 15. November 1960. Darin ist vertraglich festgehalten, dass Sybilla von Gersdorff Gräfin Wolff-Metternich zur Gracht mehrere Flurstücke in Adelebsen an die politische Gemeinde Adelebsen „überträgt“ - darunter das 11,66 a große Flurstück 35/63 „zur Errichtung eines Spielplatzes“.

Inzwischen sei geklärt, dass es sich tatsächlich um den Spielplatz in der Glatzer Straße handelt, so Frase. Wo genau sich die anderen Flächen befinden sei schwer zu ermitteln, weil sich die Flurbezeichnungen über die vielen Jahre mehrfach geändert hätten. Er vermute, dass es Flächenteile des heutigen Bürgerparks sind.

In dem Vertrag ist auch festgehalten, dass die Flächen „zu den angegebenen, im Interesse der Allgemeinheit liegenden Zwecke übereignet werden“: Flurstück 35/63 also für einen Spielplatz. Jede andere Nutzung (auch durch Verkauf) berechtigt die Schenkerin beziehungsweise verpflichtet die beschenkte Gemeinde, das Grundstück „rückaufzulassen“. Heißt: zurückzufordern beziehungsweise zurückzugeben.

Soweit wollen es Gemeinde und auch der Ortsrat aber gar nicht kommen lassen. Das Verfahren sei sofort gestoppt worden, so Frase. Und auch für die SPD „ist klar, dass das Grundstück nicht veräußert werden wird“, so ihr Ratsfraktionsvorsitzender Michael von Minden in einer Mitteilung.

Stattdessen soll der Spielplatz erhalten und auf Vordermann gebracht werden, ergänzte Prutschke. „Und wir sollten die großzügige und zwischenzeitlich vergessene Schenkung irgendwie sichtbar machen, um sie ins Bewusstsein der Bürger zu bringen“, fügte der Ortsbürgermeister an. Die Idee: Eine gut sichtbare Tafel mit einem Hinweis auf die „großzügige Spende von Frau Sybilla von Gersdorff Gräfin Wolff-Metternich zur Gracht“.

Von Ulrich Schubert

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