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Adelebsen Schluss nach 20 Jahren
Die Region Adelebsen Schluss nach 20 Jahren
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08:00 02.04.2019
Hobby-Galerist und professioneller Landschaftsarchitekt: Günther Quentin. Quelle: Peter Krüger-Lenz
Erbsen

„Wir können unsere Wochenenden auch anders planen, als Besuchern Café und Kuchen zu servieren“, sagt Quentin. Er und seine Ehefrau gehen auf die 70 zu erklärt er, schon jetzt spielen auch Enkel in ihrem Leben eine Rolle. Die erste Ausstellung präsentierten sie im Mai 2000. Arbeiten von Christiane Wachter zeigten sie, einer Malerin in der Tradition der Leipziger Schule, sagt Birkigt-Quentin. Sie erinnert sich auch noch an den Wohnort der Künstlerin: Erlln, ein Name mit bemerkenswert vielen Konsonanten. Der Ort liege gegenüber von Grimma, ergänzt Quentin.

Viele Künstler aus der Region

Etwa zehn Ausstellung jährlich schlossen sich in den folgenden sieben Jahren an. Quentin hat nachgezählt: Auf 168 Ausstellungen mit 197 Künstlern summierte sich das Programm über die Jahre – „die offenen Ateliers nicht mitgezählt“, ergänzt Birkigt-Quentin. Später an diesem Morgen wird Quentin gerade die Auftaktausstellungen zu den Wochenenden der offenen Ateliers in der Region als Glanzlichter der Galerietätigkeit schildern. Viele Künstler aus der Region hätten sie darüber kennengelernt. Alle, die ihre Ateliers an zwei Wochenenden im September öffneten, präsentierten im Vorfeld an einem Wochenende jeweils ein Bild in der Auftakt-Schau – Quentin meint, jeweils ihr bestes.

11760 Besucher hat Quentin für die Vernissagen errechnet, Wochenendbesucher – denn nur an den Wochenenden ist die Galerie in der Alten Dorfstraße geöffnet – beziffert er mit 27430. 342 private Feiern haben in den Galerieräumen stattgefunden und 73 Konzerte. 800 Interessierte besuchten 26 Seminare im Studio, alleine zwölf im ersten Jahr. Das Thema damals: Schwimmteiche. Den im Hauptberuf sind die Galeristen Landschaftsarchitekten und Quentins Spezialgebiet sind eben Schwimmteiche. Er habe den ersten in der Bundesrepublik geplant, berichtet Birkigt-Quentin.

Innovativen Energiesparsystems

Zwischen 2007 und 2011 lebten beide in Addis Abeba/Äthiopien. Birkigt-Quentin hatte an der dortigen Universität eine Professur inne, er zog nach und eröffnete ein Planungsbüro mit einheimischen Mitarbeitern, die seine Frau ausgebildet habe, erzählt Quentin, der sehr gerne erzählt. Von den Bauarbeiten auf dem Grundstück beispielsweise, auf dem die Wasserscheune steht. Häuser wurden im Laufe der Jahrzehnte umgesetzt oder gleich abgerissen. An die Gartenwand des Galeriegebäudes ließen sie ein Gebilde bauen, dass sie Tipi nennen, eine mehrere Meter hohe halbe Kegelkonstruktion, für die sie lange nach einem Metallbauer hätten suchen müssen, erinnert sich Quentin. Auch die Verglasung erwies sich als kompliziert, „drei Glasereien sind daran gescheitert“. Dieser luftig-lichte Anbau ist Teil eines innovativen Energiesparsystems, das auch mit Erdwärme arbeitet – preisgekrönt, viel beachtet und besucht aus allen Teilen Deutschlands, sagt Quentin.

Während ihres Aufenthaltes in Afrika – Quentin blieb sogar zwei Jahre länger als seine Ehefrau – kümmerten sich Karl-Udo Bigott, Vorsitzender sehr früh gegründete Fördervereins des Studios, der Sohn der Quentins, später auch dessen Lebensgefährtin, um das Studio Wasserscheune. Nach ihrer Rückkehr übernahm das Ehepaar wieder die Leitung.

Ärger wegen geparkter Autos

Als „sehr aufwendiges Hobby“ bezeichnet Birkigt-Quentin heute ihrer beider Engagement. Ihrem Ehemann fallen auch einige unschöne Begleiterscheinungen ein. Über Jahre zog sich ein Prozess, den er gegen die Gemeinde Adelebsen führte. Ein Umbau der Straße vor der Galerie habe 2003 während eines Gewitters für eine heftige Überschwemmung im Studio Wasserscheune geführt. Der anfänglich mit bis zu 70000 Euro bezifferte Schaden habe sich schließlich durch Anwalts- und sonstige Kosten auf etwa 270000 Euro summiert, sagt Quentin. Geeinigt habe man sich schließlich auf 250000 Euro, die die Gemeinde zahlen musste. Immer wieder habe es Ärger gegeben mit Nachbarn, denen die geparkten Autos bei Veranstaltungen ein Dorn im Auge waren. Dennoch: „Jetzt, nach 20 Jahren, haben wir gesagt, es war eine schöne Zeit. Wir haben sehr interessante Menschen kennengelernt.“

Von Peter Krüger-Lenz

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