Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Adelebsen Urnenbestattung unter Bäumen
Die Region Adelebsen Urnenbestattung unter Bäumen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:28 20.05.2018
Auf dem Adelebser Friedhof könnte es bald Bestattungen unter frei stehenden Bäumen, sogenannte Baumgräber geben. Quelle: Hinzmann
Landkreis

„Viele Menschen wollen unter einem Baum beerdigt werden“, berichtet Claudia Weiske (FWG Pro Barterode). Das wisse sie aus ihrer 23-jährigen Tätigkeit im Bestattungswesen. Deshalb hätte sie vor einem Jahr die Einführung von Baumgräbern im Ortsrat in Barterode beantragt. Der Rat der Gemeinde habe das aufgegriffen. Vor einer Beisetzung in einem Friedwald scheuten nämlich nicht wenige Bürger zurück. Die Wälder seien nämlich für Senioren nicht so leicht zu erreichen. Zudem falle es Gehbehinderten schwer, sich im Wald zu bewegen.

Für Angehörige gibt es keinen Pflegeaufwand

„Die Adelebser Verwaltung unterstützt die Anregung“, erklärt Michaela Henrici, die zuständige Mitarbeiterin des Fleckens. Auf den Friedhöfen in Adelebsen und Barterode gebe es schöne, alte Bäume, die sich für solche Beisetzungen anböten. Auf den Friedhöfen in Eberhausen, Güntersen und Wibbecke ließen sich Bäume pflanzen. Für Angehörige habe die Grabform den Vorteil, dass es für sie keinen Pflegeaufwand gebe.

Bereits mehrere Anfragen in Barterode

Der Adelebser Ausschuss für Umwelt, Planung und Wirtschaftsförderung unterstützt die Einführung der Baumgräber. Die Einzelheiten der Umsetzung soll den Ortsräten vorbehalten sein. „In Barterode haben wir bereits mehrere Anfragen von interessierten Bürgern“, sagt Ortsratmitglied Weiske.

In Berka gibt es die Beisetzungsform seit 2013

„Wir haben diese Beisetzungsform 2013 im Ortsteil Berka eingeführt“, berichtet Uwe Ahrens (parteilos), der Bürgermeister der Gemeinde Katlenburg-Lindau. Seither sei das Angebot allerdings nur einmal genutzt worden. Auf den anderen kommunalen Friedhöfen der Gemeinde gebe es ähnliche Urnenfelder, bei denen allerdings ein Stein oder eine Stele das zentrale Element seien.

Elektrozaun schützt Urnenfeld am Waldrand gegen Wildschweine

„Im Gebiet der Stadt Hann. Münden bietet der Friedhof in Hermannshagen die Möglichkeit, Urnen unter freistehenden Bäumen am Waldrand beizusetzen. „Der Friedhof ist mit einem Elektrozaun gesichert, damit Wildschweine den Boden nicht aufwühlen“, berichtet die städtische Pressesprecherin, Julia Bytom. Beim Stadtwald gebe es Überlegungen, im Bereich des Blümer Bergs einen Friedwald anzulegen.

Verwaltung in Duderstadt befasst sich mit dem Thema Friedwald

Mit den Themen, Friedwald, Friedpark und Baumbestattungen befasst sich derzeit die Duderstädter Stadtverwaltung. In der zweiten Jahreshälfte werde Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) einen entsprechenden Verwaltungsentwurf im Fachausschuss und im Rat zur Diskussion stellen, kündigt Pressesprecherin Svenja Eckert an. Ein Friedwald sei in Herbigshagen oder in Hübental denkbar.

Dramfeld bietet Gemeinschaftsgrabfeld für Urnen

„Wir bieten auf unseren neun kommunalen Friedhöfen keine Baumbestattungen an“, stellt Rosdorfs Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) klar. In Dramfeld gebe es jedoch ein rundes Gemeinschaftsgrabfeld für Urnen, das von einem Gärtner – und nicht von Angehörigen – gepflegt werde.

Dransfeld will nicht noch mehr Vielfalt

„In der Samtgemeinde Dransfeld haben wir uns bisher, trotz vereinzelter Nachfragen, bewusst gegen Baumgräber entschieden“, berichtet Bürgermeister Mathias Eilers. Die Gründe: Auf einigen der neun kommunalen Friedhöfe gebe es nur ein, zwei Beisetzungen pro Jahr. Zudem erhöhe jede neue Bestattungsform den Unterhaltungsaufwand. Erst vor anderthalb Jahren habe die Gemeinde die Friedhofsgebühren erhöhen müssen.

Abgeräumte Wahlgräber

„Wer in Bovenden auf einem unserer acht kommunalen Friedhöfen unter einem Baum beigesetzt werden will, kann sich für eines der abgeräumten Wahlgräber entscheiden“, sagt Bürgermeister Thomas Brandes (SPD). Wer den Pflegeaufwand scheue, könne ein Rasenurnengrab wählen. Nur vereinzelt würden Bovender im Friedwald beigesetzt, den ein privater Betreiber vor Jahren in der Nähe der Plesse-Burg angelegt habe. Er werde vor allem von Auswärtigen genutzt. An den Einnahmen sei die Gemeinde prozentual beteiligt. Das Geld werde verwendet, um die Friedhofsgebühren niedrig zu halten.

Von Michael Caspar

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf heftigen Widerspruch ist die neue Spielplatz-Richtlinie des Fleckens Adelebsen im Ortsrat Wibbecke gestoßen. Aus Sicht der Verwaltung sollen die Ortsteile erst ab 1000 Einwohner Zuschüsse für den Betrieb eines Spielplatzes bekommen. In Wibbecke leben jedoch nur 256 Bürger.

18.05.2018

Vor allem zwei Themen werden die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Planung und Wirtschaftsförderung in der Gemeinde Adelebsen während der Sitzung am Dienstag, 15. Mai, beschäftigten. Dies sind die Sporthalle in Güntersen und die Albert-Schweitzer-Schule in Adelebsen.

13.05.2018

In Barterode wird am Sonntag, 27. Mai, zum zweiten Mal ein Dorfflohmarkt veranstaltet. Mehr als 35 Haushalte haben sich für die Teilnahme angemeldet. Organisiert wird der Flohmarkt von Melanie und Lucie Kreter sowie Christina Hüppe.

13.05.2018