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Bovenden Forscher untersuchen Wirtschaftsstandort
Die Region Bovenden Forscher untersuchen Wirtschaftsstandort
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00:18 11.09.2018
Bürgermeister Thomas Brandes (SPD) im Gespräch mit Unternehmern und Wissenschaftlern. Quelle: r
Bovenden

Alle Plätze im Saal des Landgasthauses Fricke sind belegt, es sind Unternehmer aus der Region Bovenden gekommen. Neben Landwirten und Handwerkern sind Händler, Künstler, Ärzte und IT-Spezialisten unter den Gästen. Auch Bürgermeister Thomas Brandes (SPD) nimmt teil. Zu dem Workshop hat die Fakultät für Ressourcenmanagement der Hochschule HAWK eingeladen. Professor Ulrich Harteisen, Experte für ländliche Räume und Dorfentwicklung, stellt das Projekt mit dem Namen „Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Dorf“ vor. Ursprünglich hätte es auf den Dörfern eine „Einheit von Wohnen und Arbeiten“ geben, erklärt Harteisen.

Heute sei das nicht mehr so – nur noch wenige Menschen, die auf dem Dorf wohnen, arbeiten tatsächlich auch dort. Viele Orte seien zu „Schlafdörfern“ geworden, deren Bewohner zu ihrem Arbeitsplatz pendeln und nur einen geringen Teil ihres Lebens im Dorf verbringen. Insbesondere junge Menschen verließen die Dörfer, weil sie dort keine Arbeit fänden und somit auch keine Perspektive mehr für sich sähen.

Zahlreiche Betriebe in der ländlichen Region

Trotzdem existierten in ländlichen Region zahlreiche Betriebe und Unternehmen, die wirtschaftlich überleben könnten. Entscheidende Faktoren hierfür seien oft die Entfernung zum nächsten städtischen Zentrum, die Straßenanbindung, Einkaufsmöglichkeiten sowie die Verfügbarkeit von schnellem Internet. Das Forschungsprojekt habe das Ziel, Probleme und Chancen der Dorfentwicklung zu ermitteln, erläuterte Harteisen.

Zu diesem Zweck hätten die Forscher zuerst eine Bestandsaufnahme der Unternehmen der Dörfern im Flecken Bovenden gemacht. So seien nur noch 10 Prozent der Betriebe in der Land- und Forstwirtschaft tätig. 20 Prozent seien Handwerks- oder Industrieunternehmen, 15 Prozent Handelsbetriebe und 4 Prozent seien in der Gastronomie tätig, erklärte Tobias Behnen von der Fakultät für Ressourcenmanagement. Beinahe 50 Prozent seien verschiedene Dienstleistungsunternehmen.

Hauptthema: Breitbandausbau

Nach den Vorträgen folgten Diskussionsrunden, in denen die Teilnehmer zu verschiedenen Themen mit den Wissenschaftlern über die strukturellen Probleme der Region sprechen konnten. Dabei zeigte sich schnell, dass insbesondere der mangelhafte Ausbau des Breitband-Internets die Unternehmen vor Probleme stellt. Einer der eingeladenen Unternehmer ist der Geschäftsführer einer Billingshäuser IT-Consulting-Firma Matthias Quade. Er hofft, dass das Forschungsprojekt die ökonomischen Herausforderung ländlicher Regionen stärker in die Öffentlichkeit trägt. Berufsgruppen, die auf eine stabile und schnelle Internetverbindung angewiesen seien, hätten es in Dörfern schwer.

Das Forschungsprojekt „Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Dorf“ wird vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung sowie vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert. Neben dem Flecken Bovenden werden auch Bevern im Landkreis Holzminden und Katlenburg-Lindau im Landkreis Northeim untersucht.

Von Max Brasch

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