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Bovenden Künstler Frank Thiele stellt Blumiges in Bovenden aus
Die Region Bovenden Künstler Frank Thiele stellt Blumiges in Bovenden aus
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15:21 10.08.2018
Frank Thiele lässt Besucher der Ausstellung „Kunst.Blumen“ aktiv mitwirken – wer mag, darf einen Teil dieses Werkes gestalten. Quelle: Markus Riese
Bovenden

„Es ist ein lang gehegter Wunsch von mir, einmal eine Ausstellung zu machen, die sich ausschließlich mit dem Thema Blumen beschäftigt, und ich freue mich, dass ich die Gelegenheit habe, meine ganz unterschiedlichen Bilder und Objekte zu diesem Thema in einer Ausstellung gegenüberzustellen“, sagt der Künstler, der neben älteren auch neu entstandene und bisher noch nicht ausgestellte Werke zeigen wird. Leuchtende, intensive Farben und eine dynamische Pinselführung prägen die Exponate, die in Bovenden zu sehen sind. Und auch einige markante Wiedererkennungsmerkmale wie zum Beispiel DNA-Stränge, die wie selbstverständlich eine Blume umschließen oder selbst ein Teil von ihr werden.

Frank Thiele zeigt Exponate seiner Ausstellung "Kunst.Blumen" in der Galerie am Thie in Bovenden, hier aus der Reihe „WildeWiesenWesen“. Quelle: Markus Riese

Dem Maler geht es in seinen Bildern und Installationen nicht um die exakte Abbildung der Natur. So werden beispielsweise in der Serie „WildeWiesenWesen“ Arbeiten gezeigt, die eher Stimmungen erfassen. Für einige Exponate der Ausstellung greift Thiele frühere Kunstwerke erneut auf, etwa für ein Stillleben, das er gemeinsam mit Roswitha Bohmann entwickelt und arrangiert hat. Als Material kommen hier beispielsweise alte Videobänder zum Einsatz.

Neues entsteht aus Altem

Passend zum Ausstellungsort, der Alten Schule in Bovenden, hängt als erster größerer Eyecatcher im Eingangsbereich ein aktuelles Werk, das sich inhaltlich intensiv mit der Tulpe auseinandersetzt. Als Untergrund dient eine alte Schul-Wandkarte. Auch in diesem Bild werden bestehende Elemente aus Thieles Fundus gewissermaßen recycelt. Sie werden dadurch zum Teil eines gänzlich neues Kunstwerkes, das sich anschaulich mit der Frage beschäftigt, wie die Tulpe und insbesondere ihre Bezeichnung eigentlich nach Europa kam.

Erläuterungen vom Künstler persönlich

Wer sich dies nicht selbst erschließen kann oder will, dem steht Thiele gern zur Seite. Denn: „Dienstags, donnerstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr ist die Ausstellung geöffnet, und die meiste Zeit werde ich selbst anwesend sein“, verspricht der Künstler. Wer also mag, kann sich von Thiele erklären lassen, wie er von der Aquarellmalerei, mit der er 1991 begann, zur Öl- und Acrylmalerei kam, die er ab 1999 für sich entdeckte. Studiert hat er eigentlich Betriebswirtschaftslehre – doch den Diplom-Kaufmann zog es Anfang der 90er-Jahre immer mehr zur Malerei. „Das war eher ein Zufall, es steckte kein größerer Plan dahinter“, erinnert er sich.

Farbe in der dritten Dimension

Pläne entwickelt er allerdings immer dann, wenn es darum geht, seine Kunst weiter zu entwickeln: „Eines meiner Ziele ist zum Beispiel, Farben in die dritte Dimension zu bekommen“, beschreibt der Einbecker. Dafür entdeckt er auch immer wieder neue Materialien wie Acrylgele, aus denen markante Formen und Skulpturen entstehen. „Ich suche immer nach Möglichkeiten, Farben zum Leuchten und Schwingen zu bringen“, sagt Thiele – und beschäftigt sich deshalb viel mit Tiefenlicht und dem Körper der Farbe.

Interaktion und Inspiration

Thiele will den Besuchern aber nicht nur seine Kunst erläutern und näher bringen, sondern ihnen auch Interaktion ermöglichen. So plant er mit Hilfe einer Lichtquelle und einer Leinwand, Silhouetten-Bilder der Besucher zu erzeugen. „Wir schauen dann einfach mal, was daraus wird.“ Thiele lässt sich in seinem Ausstellungsatelier auch gern bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Frank Thiele vor dem Tulpen-Bild – das eine spannende Geschichte erzählt.£ Quelle: Markus Riese

Und wer selbst kreativ werden möchte, kann sich am bisher unfertigen Gemeinschaftswerk „Einbecker Bürgerbild“ beteiligen, an dem schon 2016 einige Nicht-Künstler mitgewirkt haben. „Da waren Leute dabei, die seit 20 oder 30 Jahren keinen Pinsel mehr in der Hand hatten. Als die dann ein Feld des Bildes ausgemalt hatten, wollten sie direkt weitermachen“, freut er sich über die gegenseitige Inspiration. „Kunst kann, darf und soll auch lebendig sein“, findet Thiele. Einer der schönsten Aspekte an Kunst sei es schließlich, immer wieder Neues zu entdecken und durch andere Blickwinkel eine neue Sicht auf die Dinge zu bekommen.

Vernissage zur Eröffnung – Gäste willkommen

Eröffnet wird die Ausstellung in der Alten Schule (Auf dem Thie 2) am Sonntag, 12. August, um 15 Uhr mit einer Vernissage, einem Gespräch des Künstlers mit Thomas Minzloff und Gitarrenmusik von Adolf Leschonski. Interessierte sind willkommen. Weitere Infos zu den Arbeiten von Frank Thiele gibt es auf der Internetseite farbwirken.de.

Von Markus Riese

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