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Bovenden Investitionen und Engagement
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00:16 16.01.2018
Neujahrsempfang des Fleckens Bovenden: Bürgermeister Thomas Brandes zieht positive Bilanz für das Jahr 2017. Quelle: ms
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Bovenden

Gut 500 Gäste hat Thomas Brandes, Bürgermeister des Fleckens Bovenden am Sonnabend im Bürgerhaus zum Neujahrsempfang begrüßt. Er stellte das vielfältige bürgerschaftliche Engagement ins Zentrum seiner diesjährigen Ansprache.

Eigentlich habe er ja auch noch über Trump reden wollen, oder über das Ringen um die Regierungsbildung in Berlin. Aber dafür hatte Brandes am Ende seiner gut einstündigen Rede schließlich doch keine Zeit mehr. Es sei ihm wichtiger, die positive Entwicklung des Fleckens hervorzuheben und im Jahresrückblick über die Leistungen der vielen kreativen, engagierten Bovender zu berichten.

Statt dann den Blick also auf die große Bühne der nationalen oder internationalen Politik zu richten, schaute der Bürgermeister lieber auf die politischen Entscheidungen vor Ort. Das seien neben dem Bürgervotum zum Thema Wasser, das noch immer für ein Raunen im Bürgerhaus sorgte, die Investitionen in Kinderbetreuung und Bildung und in die Neuauflage des Flächennutzungsplans gewesen. Damit seien klare Signale in Richtung Zukunft gesetzt worden. Und in dieser Zukunft werde der Flecken Schulden machen, um mehr Kinder in Tagesstätten und Schulen unterbringen zu können – für ihn eine gute Nachricht.

Nur gute Nachrichten gibt es beim Thema Bürgerengagement. Ein Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit vieler Bürger sei das Fest zur ffn-Osterhitparade mit 4000 Gästen gewesen. In weniger als vier Wochen hätten mehr als 200 Helfer diese Großveranstaltung am Ostermontag vorbereitet und organisiert – mit einer Mischung aus „Professionalität und dörflichem Charme“. So brachte beispielsweise Ortsbürgermeister Werner Hungerland (CDU) der Crew um Morgenmän Franky ein grünes Ledersofa mit dem Traktor in den Backstagebereich. „Ohne eine funktionierende Gemeinschaft wäre diese Veranstaltung nicht möglich gewesen“, lobte Brandes am Sonnabend.

In diesem Zusammenhang hob der Bürgermeister das Engagement der Feuerwehren in der Gemeinde hervor. Sie seien nicht nur für die Sicherheit der Bevölkerung verantwortlich, sondern leisteten eben auch immer wieder wichtige Beiträge für das dörfliche Leben. Mit einem Appell richtete er sich an die anwesenden Abgeordneten des Land- und Bundestages: „Setzen Sie sich bitte dringend für einen Bürokratieabbau bei den Freiwilligen Feuerwehren ein.“ Die Motivation, in die Feuerwehr zu gehen, sei nämlich nicht, sich zu Verwaltungsangestellten ausbilden zu lassen, sondern anderen Menschen zu helfen.

Engagement findet sich im Flecken aber auch außerhalb von Verbänden, Institutionen und Vereinen. Wenn diese an ihre Grenzen stießen, nahmen Menschen die Dinge vor Ort selber in die Hand. So taten sich in Lenglern 16 Bürger zusammen, um das Landgasthaus Fricke zu kaufen und so die Gastronomie langfristig im Ort zu erhalten. In Eddigehausen suchten die Einwohner gemeinsam nach einem Lösung für den sanierungsbedürftigen Treffpunkt Altes Pfarrhaus (TAP). Hier gebe es gute Ansätze für ein neues Trägermodell, so Brandes. „Gut, dass auch hier Bürger bereit sind, sich für die Zukunft ihres Tap einzusetzen.“

In Spanbeck arbeitete der Verein „Gemeinsam für Spanbeck“ mit der Kirchengemeinde an einem Generationen-Treffpunkt in der „Alten Schule“. Für dieses Projekt wurden Fördermittel in Höhe von 190 000 Euro bewilligt. Auf der Burg Plesse wurde auf Anregung des Eddigehäuser Unternehmers Stephan Schmidt eine Webcam (plessecam.de) installiert, die einen Blick über das Leinetal ermöglicht. Dies seien nur einige Beispiele für die bürgerliche Initiative im Flecken. Exemplarisch ehrte Brandes beim diesjährigen Neujahrsempfang die Nachbarschaftshilfe, die seit 20 Jahren in Bovenden Menschen im Alltag unterstützt.

Um das Leben im Flecken zu beschreiten, bemühte Brandes eingangs Albert Einstein, der gesagt haben soll: „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ – „Dies trifft auf uns in Bovenden nun wahrlich nicht zu“, schloss Brandes.

Von Markus Scharf

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