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Bovenden Trinkwasser für Göttingen und Bovenden ist sicher
Die Region Bovenden Trinkwasser für Göttingen und Bovenden ist sicher
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17:16 20.12.2018
Die Sösetalsperr im Harz: Langsam füllt sie sich wieder. Quelle: Philipp Von Ditfurth
Bovenden/Göttingen

Im Harz wird das Wasser knapp, zum ersten Mal zapfen die Harzwasserwerke ihre eiserne Reserve an. Auch Göttingen und Bovenden bekommen ihr Trinkwasser größtenteils aus dem Harz. Ist das weiterhin sicher?

Es ist sicher. Das gilt für die Wassermenge ebenso wie für die Zusammensetzung und Qualität. Und das hat einen ganz einfachen Grund: Göttingen und die Gemeinde Bovenden bekommen ihren Harzer Wasseranteil ausschließlich aus der Sösetalsperre. Knapp werde das Wasser hingegen in den Talsperren an der Innerste und Grane im Westharz, erklärte am Donnerstag Marie Kleine, Sprecherin der Harzwasserwerke. Aus diesen Sperren würden nur die Nordstränge gespeist, die über Hannover bis nach Bremen reichten.

Für Göttingen und Bovenden ändere sich also gar nichts, versicherte Kleine. Das wäre allerdings auch nicht der Fall, wenn sie jetzt Wasser aus dem Not-Netzwerk im Oberharzer Wasserregal bekommen würden. Das Wasser in den dort angeschlossenen Teichen, Bächen und Seen habe die gleiche Qualität und Zusammensetzung wie die Sösetalsperre.

Die bereite zurzeit aber keine Probleme. Als die Trockenheit über den Sommer anhielt, haben die Harzwasserwerke reagiert, so Kleine. Die sogenannte Unterwasserabgabe – die Wassermenge, die in die weiterführende Söse abfließt – sei „auf das niedrigste, aber für Industrie und Ökologie noch vertretbare Niveau“, gesenkt worden. Und nach den Regenfällen in den vergangenen Wochen füllt sich die Sösetalsperre „ganz langsam“ wieder.

Selbst wenn der Zufluss stocken würde, „müssen wir uns noch keine Sorgen machen“, ergänzte der Kaufmännische Vorstand der Göttinger Stadtwerke, Frank Wiegelmann. Zurzeit befänden sich 8,83 Millionen Kubikmeter Wasser in der Sösetalsperre. Göttingen und Bovenden benötigten etwa sechs Millionen Kubikmeter pro Jahr, davon wiederum kämen 80 Prozent aus dem Harz. „Das reicht also erst einmal noch eine ganze Zeit.“

Ähnlich entspannt sieht der Geschäftsführer der Gemeindewerke Bovenden, Frank Berlin, die Lage. Die Gemeinde bezieht ihr Trinkwasser seit Oktober von Göttingen und damit auch den hohen Harzer Anteil aus der Söse. „Wir haben keine Hinweise darauf, dass es damit Probleme gibt“, so Berlin. „Wenn es jetzt natürlich ein zweites Jahr so trocken bleibt, dann müssten wir vielleicht Sorgen machen.

Die Sösetalsperre

Die Sösetalsperre wurde als erste Talsperre der Harzwasserwerke 1928 bis 1931 an der Söse gebaut. Sie dient der Trinkwasserversorgung und dem Hochwasserschutz. Mit ihrem Wasser stellt der Betreiber aber auch sicher, dass die Söse im weiteren Verlauf nicht zu wenig Wasser führt. Zudem wird am Stauwerk Strom erzeugt.

Die Wasserleitungen reichen von der Sösetalsperre bis nach Hildesheim, Hannover und Bremen. Seit 1980 ist auch Göttingen angeschlossen. Inzwischen wird nur der raum Göttingen aus ihr versorgt, die anderen Leitungen sind Notfall-Adern.

Zurzeit (Stand Donnerstag) sind 8,83 Millionen Kubikmeter Wasser in der Talsperre gestaut. Das sind 34,50 Prozent der möglichen Füllmenge von 25,6 Millionen Kubikmeter. Und sie läuft nach der langen Trockenphase langsam wieder voll. Der Zufluss beträgt zurzeit 0,87 Kubikmeter je Sekunde, 0,15 Kubikmeter fließen zeitgleich ab. (Quelle: Harzwasserwerke) us

 

Eher nicht, versicherte Wiegelmann. Zurzeit setzt sich das Trinkwasser für Göttingen und Bovenden zwar zu 80 Prozent aus Harzer Wasser und zu 20 Prozent aus dem Wasser der städtischen Brunnen Springmühle, Stegemühle und Weendespring zusammen. Aber selbst wenn der Harz wegbrechen sollte, „würde unser eigenes Wasserreservoir für eine Komplettversorgung reichen“. Es wäre allerdings deutlich härter.

Unterdessen zieht Berlin drei Monate nach der Umstellung vom harten Bovender Wasser zum weichen Harz-Göttingen-Gemisch eine positive Bilanz. Es gebe so gut wie keine technischen Probleme. „Und die Allermeisten sagen heute, das war eine gute Entscheidung.“

 

Von Ulrich Schubert

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