Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Bovenden Bovender fürchten um ihre Wasserschutzgebiete
Die Region Bovenden Bovender fürchten um ihre Wasserschutzgebiete
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 21.09.2017
Quellteich am Weendespring Quelle: Vetter
Anzeige
Bovenden

Abstriche bei Größe und Qualität der beiden Bovender Wasserschutzgebiete fürchten Bürger für den Fall, dass sich eine Mehrheit im Flecken am Sonntag, 24. September, für Göttinger Wasser entscheidet. Bürgermeister Thomas Brandes (SPD) hält Abstriche für „möglich“, aber „sehr unwahrscheinlich“.

„Auch wenn wir in Zukunft das Wasser von den Stadtwerken Göttingen beziehen, werden wir unsere Brunnen weiter betreiben“, betont Frank Berlin, der Geschäftsführer der Gemeindewerke Bovenden. Statt 710 000 Kubikmeter im Jahr würde das Unternehmen dann allerdings nur noch 15.000 bis 20.000 Kubikmeter des harten Bovender Wassers fördern. Geplant sei, es mit dem deutlich weicheren Göttinger Wasser zu mischen.

Wasserrechte

„Bis zum Auslaufen der Wasserechte im Bereich Lenglern im Jahr 2028 und im Bereich Weendespring 2033 wird sich an den Wasserschutzgebieten nichts ändern“, stellt Berlin klar. Dann müssten die Rechte beim Landkreis neu beantragt werden. Die Verwaltung werde angesichts der beträchtlichen Verringerung der Fördermengen die Aufrechterhaltung der Wasserschutzgebiete prüfen, sagt dazu Ulrich Lottmann, der Sprecher des Landkreises. Dabei würden „die öffentlichen Interessen und mögliche Beeinträchtigungen der Rechte Dritter durch die Schutzgebietsverordnung“ abgewogen. Konkreter wird Lottmann nicht.

Düngung

Das bereitet Bovender Bürgern wie Birgit Christensen Sorgen. Ein Erhalt der beiden Wasserschutzgebiete „in ihrer jetzigen Größe und Qualität“ sei nicht garantiert, warnt Christensen. Sie fürchtet, dass Auflagen hinsichtlich einer Bebauung, aber auch zur Düngung und zum Pflanzenschutz auf Feldern gelockert werden.

Weendespring

„Beim 2330 Hektar großen Wasserschutzgebiet Weendespring, in dem zwei Bovender Brunnen liegen, wird sich nichts ändern“, hält Bürgermeister Brandes dagegen. In diesem Gebiet förderten auch die Stadtwerke Göttingen Wasser. Beim Wasserschutzgebiet Lenglern sei theoretisch eine Veränderung möglich, aber aufgrund der geologischen Verhältnisse „sehr unwahrscheinlich“.

Felsiger Untergrund

„Das Wasser wird aus einem felsigen Untergrund gefördert“, erläutert Detlef Seitz vom Reinhäuser Ingenieurbüro Geries. Er berät im Auftrag des Landkreises die Landwirte, die in den beiden Wasserschutzgebieten ihre Äcker haben. Anders als bei sandigen Böden sei es felsigem Untergrund schwer, genau zu sagen, woher das Wasser komme. Das Gebiet lasse sich daher nicht einfach verkleinern. Auch Seitz hält daher eine Änderung für unwahrscheinlich.

Lenglern

„Das 440 Hektar große Wasserschutzgebiet Lenglern grenzt zudem unmittelbar an das Wasserschutzgebiet Gronespring an“, ergänzt Berlin. Veränderungen auf Bovender Gebiet könnten Auswirkungen auf die Göttinger Wassergewinnung haben. Der „kleine Leglerner Zipfel“ werde daher „mit großer Wahrscheinlichkeit“ ebenfalls erhalten bleiben.

Reyershausen

Kein Wasserschutzgebiet gibt es in Reyershausen, wo die Gemeindewerke aus einer Quelle im Wald Wasser gewinnen. „Wir fördern dort derzeit nur vier Prozent unseres Wassers“, sagt Berlin von den Gemeindewerken. „Der überwiegende Teil des hydrogeologischen Einzugsgebietes ist bereits durch das vorhandene Wasserschutzgebiet Weendespring geschützt“, ergänzt Landkreissprecher Lottmann.

Daseinsvorsorge

Warum sollten die Bovender aber überhaupt eigene Brunnen vorhalten, wenn sie aus Göttingen Wasser in besserer Qualität erhalten können? „Uns erscheint es heute als selbstverständlich, dass ausreichend Wasser aus dem Wasserhahn kommt“, sagt dazu Seitz. Ältere Landwirte erinnerten sich aber noch daran, wie Ende der 50er-Jahre in Südniedersachsen nach ein paar trockenen Sommern das Wasser knapp geworden sei. Sie hätten damals Probleme gehabt, ihr Vieh zu tränken. Für solche Notzeiten gelte es, eigene Brunnen zu erhalten. Das sei ein Teil der Daseinsvorsorge.

Von Michael Caspar

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Bovenden Kirmesumzug in Billingshausen - Lustig, bunt und aktuell

Mit musikalischer Unterstützung der Pipes and Drums und der Billingshäuser Blasmusikanten ist am Sonntagnachmittag der Kirmesumzug in Billingshausen gestartet. Zwar begann es pünktlich zu regnen, aber nur für kurze Zeit und der Stimmung konnten die Tropfen auch nichts anhaben.

20.09.2017

Die Straße zwischen Reyershausen und Nörten-Hardenberg ist nach einem Unfall gesperrt worden. Öl war ausgelaufen.

15.09.2017
Bovenden Musik, Königsschießen und Umzug - Kirmes in Billingshausen

Die Billingshäuser Vereine richten am Wochenende, Freitag, 15., bis Sonntag, 17. September, wieder die Kirmes in Billingshausen aus. Beginn ist am Freitag um 19 Uhr mit einem Platzkonzert der Billingshäuser Blasmusikanten.

14.09.2017
Anzeige