Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Bovenden Wolfssicherung in den Betrieben der Region
Die Region Bovenden Wolfssicherung in den Betrieben der Region
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:27 02.03.2018
Die Verbreitung des Wolfes beschäftigt die Tierhalter in der Region. Quelle: dpa
Anzeige
Göttingen

Der Landschaftspflegeverband Landkreis Göttingen (LPV) hat einen Informationsabend zum Thema „Der Wolf in Niedersachsen - Neue Förderkulisse Herdenschutz“ organisiert. Im Gasthaus Fricke in Lenglern trafen sich etwa 60 Interessierte zum Vortrag des Wolfsbüros des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Der Antrag auf Förderung von Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor dem Wolf, der Förderkulisse Herdenschutz, kann seit dem 06. Dezember 2017 in allen Landkreisen Niedersachsens gestellt werden.

Verbreitung des Wolfes

Die Verbreitung des Wolfes beschäftigt die Tierhalter – darunter Schaf- und Ziegenhalter, Mutterkuhhalter und Pferdehalter – in der Region. Nach dem Vortrag von Andreas Truckenbrodt, Wolfsbüro Niedersachsen, schilderten die anwesenden Tierhalter ihre Sorgen und Probleme aus der Praxis. Besonders in Südniedersachsen seien die noch vorhandenen weidehaltenden Betriebe sehr klein strukturiert. Die wolfssichere Einzäunung dieser Flächen, häufig kleiner als ein Hektar, sei sehr schwierig und oftmals schwer umsetzbar. Der LPV befürchtet, dass es immer weniger Weidetierhalter geben wird. Dies hätte weitreichende Folgen: „Ohne Weidetierhaltung wachsen die Flächen zu – sie werden dann zu Wald“, sagte Verena Hammes vom LPV. Die Tierhalter seien die wichtigsten Partner in der Landschaftspflege.

Viele der anwesenden Tierhalter äußerten die Sorge, dass sie im Falle eines oder mehrerer Wolfsübergriffe ihre Weidetierhaltung aufgeben würden. „Die Bedrohung durch den Wolf“ hätte weitreichende Folgen für die Betriebe, da diese Tierhaltungsart jetzt schon nicht mehr das wirtschaftlichste Produktionssystem darstelle.

Richtline Wolf

Die Richtlinie Wolf, Leistungen und Zuwendungen zur Vermeidung von wirtschaftlichen Belastungen durch den Wolf, solle zum Schutz beitragen. Sie sieht zwei Arten der finanziellen Unterstützung für Tierhalter vor. Zum einen den anteiligen finanziellen Ausgleich bei Nutztierrissen, zum anderen die Unterstützung von Präventionsmaßnahmen. Damit sei die Beschaffung von wolfsabweisenden Schutzzäunen und Herdenschutzhunden gemeint.

In der Regel würden Maßnahmen zum Herdenschutz für die durch Wölfe gefährdeten Schafe, Ziegen und Gatterwild gefördert. Den Antrag können Nebenerwerbs- und Haupterwerbstierhalter stellen, teilt der LVP mit. Bei Hobbytierhaltern wird im Einzelfall entschieden. In der Förderung durch den NLWKN würden zum Beispiel 80 Prozent der Materialkosten für den Zaunbau übernommen.

Anzeige von Nutztierrissen

Laut dem LPV sei die generelle Anzeige von Nutztierrissen durch den Wolf besonders wichtig. Hier sei insbesondere die wissenschaftliche fundierte Dokumentation und keine „Gerüchteküche“ notwendig. Diese Informationen seien auch eine wichtige Grundlage, ob und wann eine mögliche Kontrolle der Wolfspopulation von außen erfolgen solle.

Der LPV bietet an jedem letzten Montag im Monat weitere Informationsveranstaltungen im Gasthaus Fricke in Lenglern, Mittelstraße 13, an. Die Weidetierhalter treffen sich dort zum Erfahrungsaustausch und für Weiterbildungen. Die nächste Veranstaltung am 26. März um 20 Uhr befasst sich mit dem Thema „Pferdegrünland und Naturschutz: Wie passt das zusammen?“

Von Jan-Philipp Brömsen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Der Wolf in Niedersachsen – Neue Förderkulisse Herdenschutz“ ist Thema bei dem Weidetierhaltertreff am Montag, 26. Februar, im Landgasthaus Fricke in Lenglern, Mittelstraße 13.

25.02.2018
Bovenden Diamantene Hochzeit in Billingshausen - Ehepaar Schmidt ist seit 60 Jahren verheiratet

Am 20. Februar 1958 schlossen Lieselotte und Heinz-Dieter Schmidt aus Billingshausen den Bund fürs Leben. Bereits seit 60 Jahren sind die beiden ein glückliches Ehepaar. Ihre Diamantene Hochzeit feiern sie im Familienkreis.

11.03.2018

„Der Wolf in Niedersachsen – Neue Förderkulisse Herdenschutz“ ist Thema des nächsten Treffens der Weidetierhalter am Montag, 26. Februar. Beginn ist um 20 Uhr im Landgasthaus Fricke in Lenglern, Mittelstraße 13. Diskutiert werden sollen die Grundsätze der neuen Förderrichtlinie.

11.03.2018
Anzeige