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Dransfeld 90 Obstbäume zu verpachten
Die Region Dransfeld 90 Obstbäume zu verpachten
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00:28 02.05.2018
Sonja Biewer erläutert den Besuchern die Besonderheiten der Streuobstwiese. Quelle: Peter Heller
Dransfeld

Organisiert hatten das Fest der Landschaftspflegeverband des Landkreises Göttingen, der Naturschutzbund Dransfeld und der Streuobst-Verein. Mit dem Betreten der Wiese konnten die Besucher den Alltag hinter sich lassen, und sich ganz mit den Besonderheiten der Wiese befassen. Denn dadurch, dass sich unter den Bäumen auch welche befinden, die bereits morsche oder abgestorbene Äste haben, ist die Fläche auch ein guter Ort für Insekten. „So ein großes zusammenhängendes Biotop mit einer solchen Artenvielfalt findet man nur noch selten“, sagte Anna Goldhagen vom Landschaftspflegeverband. Insbesondere durch den angrenzenden Wald und den Abstand zur Stadt ist die Dransfelder Streuobstwiese auch ein Ort der Ruhe. Die Festbesucher versuchten, diese Ruhe aufzunehmen, in dem sie, nachdem sie den Weg verlassen, und die Wiese betreten hatten, erst einmal einen Moment stehen blieben und die Farbenpracht der Obstbaumblüte betrachteten. Beim Weitergehen über die Wiese fiel der Blick auf die Ziegen, die in einem eingezäunten Bereich friedlich das Gras fraßen, insbesondere die jungen Besucher betrachteten die Tiere ausgiebig.

Mehr als 20 Apfelsorten

„Die Streuobstwiese gibt es seit etwa 60 Jahren“, sagte Sonja Biewer vom Projekt S’Obst. Es sei nicht genau bekannt, wer die Wiese angelegt habe. Bevor der Landschaftspflegeverband und der Naturschutzbund sie übernommen haben, sei sie in Besitz von Göttingern gewesen. „Damals war der gesamte Bereich hier ziemlich zugewachsen, sodass wir die Bäume ausgeschnitten haben, damit sie sich besser entwickeln können, und auch wieder Licht an den Boden kommt“, erklärte Biewer den Besuchern. Auf der Wiese befinden sich sechs verschiedene Birnen- und mehr als 20 Apfelsorten. Für die Apfel- und Birnenbäume konnten die Besucher eine Baumpatenschaft für ein Jahr abschließen. Die Bäume konnten sich die Interessierten selbst aussuchen. Biewer hatte die Bäume mit kleinen Nummern versehen und auf einem Plan festgehalten, um welche Sorte es sich jeweils handelt.

Boskop, Gravensteiner und Kaiser Wilhelm

Bei den Äpfeln hatten die Besucher beispielsweise die Wahl zwischen Boskop, Gravensteiner, Prinzenapfel, Kaiser Wilhelm und Klarapfel. „Für welche Sorten man sich entscheidet, hängt auch davon ab, wofür man die Äpfel später nutzen möchte“, sagte Biewer. Wer einen Baum pachtet, muss das Obst selber ernten. Deshalb werden auch die Bäume verpachtet, an die man mit einer Leiter noch gut herankommen kann. „Obwohl die Bäume schon recht alt sind, haben sie noch immer einen guten Ertrag“, erklärte Biewer. Damit dies auch noch längere Zeit so bleibe, schneide sie die Äste regelmäßig aus, um eine vorzeitige Alterung zu verhindern. Die Nachfrage nach Baumpatenschaften war groß, bereits kurz nach Beginn des Festes war der erste der 90 Bäume verpachtet. Das Obst von den Bäumen, die nicht verpachtet werden, könne auch gemeinschaftlich genutzt werden. Eine Baumpatenschaft kostet 35 Euro.

Während des Festes erfuhren die Besucher zudem, wie man die verschiedenen Obstbäume unterscheiden kann. Die Birnenblüte sei meist weiß, Äpfel blühten je nach Sorte weiß bis rosarot. „Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal kann auch die Form der Blätter oder die Struktur der Rinde sein“, erklärte Biewer.

Streuobstwiese im Landkreis Göttingen

Im Landkreis Göttingen gibt es nach Angaben des Landschaftspflegeverbandes derzeit 350 Hektar Streuobst. Ein Schwerpunkt befinde sich in der Gemeinde Friedland und im Eichsfeld. „Bei Elkershausen und Reckershausen sind die Wiesen beispielsweise als Ausgleichspflanzungen für den Autobahnbau entstanden“, berichtet Anna Goldhagen vom Landschaftspflegeverband. Allgemein sei der Landschaftspflegeverband bemüht alte Wiesen , auch durch Nachpflanzungen junger Bäume, zu erhalten.

Im Göttinger Stadtgebiet gibt es 17 Obstbaumbestände. Unter dem Motto „Obst für alle“ können die Bäume von den Göttingern geeignet werden. Standorte sind beispielsweise „Am Rischen“ in Geismar, „An der Bornbreite“ in Nikolausberg, „Am Elstal“ in Groß Ellershausen und „Im Körbchen“ in Elliehausen“. ve

Von Vera Wölk

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