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Dransfeld Sohnrey-Straße bleibt Sohnrey-Straße
Die Region Dransfeld Sohnrey-Straße bleibt Sohnrey-Straße
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17:17 26.10.2018
Entscheidung in Dransfeld: Heinrich-Sohnrey-Straße bleibt. Quelle: Foto: Harald Wenzel
Dransfeld

Die Sohnrey-Straße in Dransfeld bleibt Sohnrey-Straße. Der Stadtrat lehnte einen Antrag auf Umbenennung ab und folgte einem Antrag der SPD und einem entsprechenden Beschluss Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt.

Ein Schild gegen das Vergessen

Die SPD-Lösung, die die Mehrheit von SPD, CDU und FWG befürwortete, sieht nun vor, ein Zusatzschild am Straßenschild anzubringen, das auf die negative Seite des Wirkens von Sohnrey hinweisen soll. Es solle ein Schild gegen das Vergessen sein, sagte Petra Kliemand (SPD). Es solle so deutlich werden, welche fremdenfeindlichen und rassistischen Überzeugungen Sohnrey hatte.

„Schreibtsichtäter“ Sohnrey

Mit dem Ratsbeschluss vom Donnerstag endet in Dransfeld eine zweijährige Diskussion. Ulrich Maschke (Die Linke) hatte damals den Antrag gestellt. Der Lehrer und Volksschriftsteller Heinrich Sohnrey sei nach 1933 voll und ganz auf Linie der Nationalsozialisten gewesen, auch nach 1945 habe er sich nie davon distanziert, sagte Maschke in der Ratssitzung und erneuerte seine Kritik an dem „Schreibtischtäter“ Sohnrey.

Entfernung von „Nazi-Gedankengut“

Günther Schwethelm (Grüne) kritisierte die „windelweiche Haltung“ der SPD. Mit der Entscheidung gegen eine Umbenennung schäme sich für den Rat der Stadt. Eine Umbenennung hätte ein Zeichen gegen rechtsradikales Gedankengut sein können. Auch Anja Bleyer (FWG) sprach sich für eine Entfernung von „Nazi-Gedankengut“ aus den Straßen aus.

2014 war in Göttingen die Heinrich-Sohnrey-Straße in Else-Bräutigam-Straße umbenannt worden. Vorangegangen war eine Untersuchung von 26 Uni-Ehrenbürgern durch den Historiker Dirk Schumann. Der hatte festgestellt, dass sich durch Sohnreys Werke „rassistische und fremdenfeindliche Tendenzen“ zögen.

Von Michael Brakemeier

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