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Dransfeld „Nur noch zwölf Kunden pro Woche“
Die Region Dransfeld „Nur noch zwölf Kunden pro Woche“
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00:19 23.09.2017
Geld abheben soll in Scheden ab Oktober nicht mehr möglich sein. Quelle: dpa
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Scheden

Betroffen von der Schließung sind sowohl die Kundenberatung als auch die Geld- und Kontoserviceautomaten. Kunden müssen künftig auf die Standorte Dransfeld oder Hann. Münden ausweichen.

Kontakt zum Vorstand aufgenommen

Man habe bereits Kontakt zum Vorstand der Bank aufgenommen, leider aber keine Bereitschaft zum Umdenken in dieser Angelegenheit erkennen können, so Rüngeling in einem offenen Brief an alle Bürger der Gemeinde. Daher habe der Schedener Rat in eine interfraktionellen Sitzung entschieden, zu einer Kundgebung aufzurufen. Vielleicht könne man die VR-Bank so zu einem Umdenken in der Geschäftspolitik bewegen. „Wir können gemeinsam deutlich machen, was wir von der erneuten Zerstörung der Infrastruktur in unseren Dörfern halten.“

Und Rüngeling appelliert an die Kunden der Bank, sich zu wehren. Sie hätten zum Teil seit Jahrzehnten Anteil am Erfolg der Bank gehabt, hätten diese noch als Volksbank Scheden erlebt. „Gerade diese Kunden werden mit der neuen Geschäftspolitik vor den Kopf gestoßen“, betont Rüngeling.

„Hier wohnen ihre treuesten Kunden“

Unterstützung bekommt die Bürgermeisterin von SPD-Landtagskandidat Gerd Hujahn. Er habe als Mitglied der Vertreterversammlung der VR-Bank Südniedersachsen im Vorfeld der Fusion mit der Volksbank Weserland den Versprechungen des Vorstands geglaubt, dass alle Standorte erhalten bleiben. Jetzt aber geschieht das Gegenteil – Serviceleistungen im ländlichen Raum werden geschwächt und das Vertrauen der Kundschaft geht verloren. Sein eindringlicher Appell an den Vorstand der VR-Bank lautet deshalb: „Stellen Sie das Vorhaben sofort ein und stärken sie dem ländlichen Raum den Rücken. Hier wohnen ihre treuesten Kunden.“

Doch von denen gab es zuletzt zu wenig, um den Betrieb einer Geschäftsstelle zu rechtfertigen, erklärt Harald Kühn, Vorstandsassistent der VR Bank. Er bestätigt die Schließung zum Monatsende. Man führe regelmäßig umfangreiche Analysen aller Geschäftsfelder durch. Am Standort Scheden habe sich gezeigt, dass während der 17 Stunden Öffnungszeit pro Woche nur noch zwölf Kunden den Service nutzen. Seit 2011 habe sich die Zahl der „mitarbeiterbedienten Kundenbesuche“ um 67 Prozent reduziert. Allein das Kundenverhalten entscheide über das Angebot. „Auch wenn wir es uns anders wünschen, müssen wir diese Entwicklung so akzeptieren“, sagt Kühn.

Geldautomat betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll

Dass auch das Selbstbedienungsangebot nicht mehr aufrecht erhalten wird, erklärt Kühn mit dem geringen Anteil an Fremdnutzergebühren. Die laufenden Kosten einer Selbstbedienungsgeschäftsstelle belaufe sich auf mehrere tausend Euro monatlich. Ohne entsprechenden Deckungsbeitrag sei das betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll. Einen Zusammenhang mit der Fusion schließt Kühn aber definitiv aus. Alle Kreditinstitute stünden aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase unter massivem Ertragsdruck. „Daher müssen alle Anstrengungen zur Reduzierung der Kosten ergriffen werden.“

Man habe für den Protest der Bürger durchaus Verständnis und wolle insbesondere den älteren Kunden entgegenkommen, sagt Kühne. Man werde daher ab sofort einen kostenlosen Bargeldservice einrichten. Das Geld werde telefonisch bestellt und direkt ins Haus geliefert. Eine weitere Möglichkeit der Bargeldversorgung besteht beim Discounter „Netto“ vor Ort, der bis zu 200 € bei einem Einkauf ab 20 € auszahlt.

Die Kundgebung am Dienstag, 26. September um 18 Uhr an der Gaststätte „Weigands Deutsches Haus“ wird zeigen, ob die Kunden damit zufriedenzustellen sind.

Von Markus Scharf

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