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Duderstadt Fußgängerzone wird Feuerwehrmeile
Die Region Duderstadt Fußgängerzone wird Feuerwehrmeile
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01:03 15.10.2018
Postkarten (Sammlung Goedecke) Quelle: Swen Pförtner
Duderstadt

 Ihr ganzes Pulver verschießen will die Kernstadt-Feuerwehr mit Blick auf das 125. Jubiläum in fünf Jahren noch nicht. Klein ist das Fass, das die Schwerpunktfeuerwehr zum 120-jährigen Bestehen aufmacht, aber auch nicht gerade. Am Sonnabend, 20. Oktober, wird die Duderstädter Fußgängerzone zur Feuerwehr- und Blaulichtmeile.

„Erstmals in der Duderstädter Feuerwehrgeschichte werden dort alle Ortsfeuerwehren mit sämtlichen Fahrzeugen vertreten sein“, kündigt Ortsbrandmeister Thorsten Krone an. Bei den mehr als 30 Feuerwehrfahrzeugen allein aus dem Raum Duderstadt bleibt es aber nicht. Das Deutsche Rote Kreuz, das auch die Verpflegung übernimmt, ist mit Rettungsfahrzeugen und dem neuen Intensiv-Transportwagen aus Göttingen vertreten, mit weiteren Fahrzeugen das Technische Hilfswerk, die Bundespolizei und die Landespolizei. Eingeladen seien zudem Feuerwehren aus umliegenden Orten und alle Schwerpunktwehren aus dem Landkreis Göttingen, sagt Krone. Im Altkreis gab es Schwerpunktwehren nur in Duderstadt und Hann. Münden, durch die Fusion sind vier weitere hinzugekommen: Osterode, Herzberg, Bad Sachsa und Bad Lauterberg.

Feierstunde in Feuerwache

Der Feuerwehr- und Blaulichtmeile von 9 bis 15 Uhr in der Fußgängerzone folgt ab 19 Uhr eine Feierstunde im Gerätehaus am Schützenring 4. Die beschränkt sich nicht auf geladene Gäste. Auch interessierte Bürger könnten daran teilnehmen, sagt Krone, der auf viele Besucher bei der Präsentation der technischen Ausstattung in der Innenstadt und gute Gespräche zum Ausklang des Tages in der Feuerwache hofft.

Veranstalter der Feuerwehrmeile auf der Marktstraße ist der Förderverein unter Vorsitz von Michael Böning, der sich seit einigen Jahren auch um die psychosoziale Notfallversorgung – das Pendant zur kirchlichen Notfall-Seelsorge – der Kameraden kümmert. Der Förderverein hat mehr als 200 Mitglieder, die in zwei Züge und vier Gruppen gegliederte Schwerpunktfeuerwehr rund 75 aktive Brandschützer, außerdem mehr als 20 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr, rund 15 Kinder in der Kinderfeuerwehr und eine Seniorengruppe. Die Jugendfeuerwehr wurde bereits 1969 gegründet, die Kinderfeuerwehr 2006.

Unwettereinsätze häufen sich

Die Schwerpunktfeuerwehr Duderstadt verfügt über eine Drehleiter mit Korb, Hilfeleistungs-Löschfahrzeug, -Löschgruppenfahrzeug und -Tanklöschfahrzeug, Rüstwagen, Einsatzleitwagen und Kommandowagen. Der Fuhrpark wird seit vergangenem Jahr durch einen Mannschaftstransportwagen ergänzt, dessen Anschaffung der Feuerwehr-Förderverein ermöglicht hat. Gefordert sind die Duderstädter Brandschützer im Schnitt jeden zweiten Tag. Die Einsatzfrequenz liege zwischen 150 und 200 Einsätzen jährlich, berichtet Krone. 2017 mussten die Aktiven zu 168 Einsätzen ausrücken. Größter Löscheinsatz in jüngerer Vergangenheit war im August beim Brand des Käsehofes in Landolfshausen. Zunehmend häufen würden sich Unwettereinsätze wie im September, als Starkregen auf eine lange Trockenperiode folgte.

Hauptstandort der Schwerpunktfeuerwehr ist die Feuerwache am Schützenring, an einem zweiten Standort hinter dem Stadthaus werden weitere Fahrzeuge, Anhänger, Geräte und Bindemittel gelagert. Das Feuerwehrquartier am Schützenring wird künftig an einem Kreisel liegen. Krone begrüßt es, dass inzwischen die politischen Weichen für einen Umbau und den Anbau einer Fahrzeughalle am alten Standort gestellt worden seien. Dort hat es zunehmend Platzprobleme gegeben.

Duderstadt nach dem Brand von 1911. Quelle: Postkarten (Sammlung Goedecke), Swen Pförtner

Großfeuer im Glutjahr 1911

Gegründet wurde die Duderstädter Feuerwehr auf Drängen des damaligen Bürgermeisters 1898 im sogenannten Raubschen Saale, der späteren Gaststätte „Zum Anreischken“. Im Glut- und Dürrejahr 1911, als weite Teile der Innenstadt durch Feuersbrünste in Schutt und Asche gelegt wurden, waren die Brandschützer noch auf Eimer, Anhängeleiter und Handdruckspritzen angewiesen. Auch eine Wasserleitung gab es noch nicht. Die Löscharbeiten waren zum Scheitern verurteilt, allenfalls an Schadensbegrenzung zu denken. Unter dem Eindruck der verheerenden Feuer schaffte die Stadt 1911 die erste Dampfspritze an, 1938 folgte eine Motorspritze, 1961 das erste Tanklöschfahrzeug.

Duderstadt nach dem Brand von 1911. Quelle: Postkarten (Sammlung Goedecke), Swen Pförtner

Von Kuno Mahnkopf

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