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Duderstadt FC Westerode schickt 13 Teams zum Boßeln
Die Region Duderstadt FC Westerode schickt 13 Teams zum Boßeln
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00:21 03.10.2018
Boßelturnier 2018 des FC Westerode: Als erste starteten die Teams "MGV jung" und Ehrenbrüder". Quelle: Rüdiger Franke
Westerode

„Start“ steht in gelber Schrift auf der Straße. Blauer Himmel, die Sonne scheint – das Wetter ist perfekt. Acht junge Männer machen sich bereit, gehen in zwei Vierergruppen als erste auf die Strecke. Die Bollerwagen sind gefüllt mit Getränken. Drei Kilometer in der Feldflur um Westerode liegen vor ihnen, darunter zwei Anstiege. Ihr Ziel: Mit möglichst wenig Würfen eine Kugel über die Distanz zu bringen. Die Gruppen „MGV jung“ und „Ehrenbrüder“ eröffnen das 22. Boßelturnier des FC Westerode. Die junge Gruppe des Männergesangvereins bilden Marvin Kühne, Julius Ruben Napp, Felix Steinberger und Christopher Tauchmann. Die Ehrenbrüder heißen Robin Kellner, Dennis Kellner, Nico Steffanski und Leon Kellner.

Der FC Westerode richtet jedes Jahr ein Boßelturnier aus. Die Gruppen ziehen durch die Feldflur und versuchen mit möglichst wenig Würfen ihre Kugel ins drei Kilometer entfernte Ziel zu bringen.

Die Regeln

„Die Regeln sind einfach“, erläutert der Vereinsvorsitzende Markus Dluzinski. Jeweils zwei Teams gehen gemeinsam auf die Strecke. In jeder Mannschaft spielen vier Leute. Nacheinander werfen alle vier im Wechsel mit dem anderen Team die Kugel und versuchen, so weit wie möglich zu kommen. Das Team, dessen Kugel nach einer Runde am weitesten vorne liegt, bekommt einen Stern. Nach jeder Runde beginnen die Teams auf gleicher Höhe. Für die Auswertung zählen die Würfe, von denen die Anzahl der gewonnenen Runden abgezogen wird. Am Ende gewinnt das Team mit der geringsten Wurfzahl.

Poller und Sterne

Dann geht es los. Robin und Marvin legen für ihre Teams vor. Gleich kommen die ersten Ratschläge von außen: „Pass auf, dass Du da hinten nicht gegen die Poller wirfst.“ „Das hat noch keiner geschafft“, kommentiert Dluzinski die Aussage. Die beiden schaffen es auch nicht. Erst die dritten Werfer der Gruppen müssen auf die Poller achten. Vorher suchen die Teams aber auch schon im Graben nach einem Ball. Für die „Ehrenbrüder“ sieht es zunächst gut aus, doch der erste Stern geht dann doch an die Sänger. Die zweite Runde beginnt. Die „Ehrenbrüder“ legen vor, verschaffen sich einen Vorsprung. Das soll ihr Stern werden. „So weit kommen die gar nicht.“ Wirklich nicht? Christophers Kugel rollt gut, rollt sogar sehr gut und will gar nicht anhalten. „Jaaa“, ruft Marvin, „die kommt gut.“ Und sie rollt an der liegenden Kugel vorbei. „Jawoll!!!“, jubelt Marvin. Die Sänger holen den zweiten Stern.

Der FC Westerode richtet jedes Jahr ein Boßelturnier aus. Die Gruppen ziehen durch die Feldflur und versuchen mit möglichst wenig Würfen ihre Kugel ins drei Kilometer entfernte Ziel zu bringen.

Friesischer Nationalsport

Boßeln ist eigentlich der friesische Nationalsport. Wie er in Westerode Fuß fassen konnte, erläutert Ortsbürgermeister Bernward Vollmer. „Das ist entstanden durch das Amt für Wasser- und Abfallwirtschaft“, erzählt er. 1991 seien Friesen zu einer Veranstaltung im Eichsfeld gewesen und hatten gefragt, ob sie boßeln dürfen. „Das hat uns auch Spaß gemacht“, sagt Vollmer. „Deswegen haben wir es für uns angenommen.“ Zwei Jahre nach dem Besuch sei mit den Planungen begonnen worden. „Wir mussten uns erst einmal geeignete Kugeln besorgen“, ergänzt Dluzinski. 1995 sei dann der erste Wettkampf ausgetragen worden. „Wir hatten im Lauf der Jahre auch schon andere Strecken“, sagt der Vorsitzende, „sind auch schon den Euzenberg hoch.“

„An Tagen wie diesen“

Den Euzenberg geht es nicht hinauf. Steigungen gibt es trotzdem. Doch Steigungen sind nicht das größte Problem. Die Steine auf dem Weg lenken die Kugeln ab. Das Gras in der Mitte und am Rand bremst sie aus. Mit Musik geht alles besser. Die Sänger haben einen getunten Bollerwagen am Start. Aus den Boxen ertönt „Ich und mein Holz“. Doch nicht nur Musik erleichtert das Spiel. Da sind auch noch die Getränke. Nach der zweiten Spielrunde gibt es die erste gemeinsame Runde. Schließlich gehe es nicht ums Gewinnen, wie Julius betont. „Es geht um den Spaß.“ Und so trinken sie auch „auf einen schönen Tag“. Dazu passend die Musik: „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen.

Die junge Gruppe des Männergesangvereins ist mit einem musikalischen bollerwagen unterwegs. Quelle: Rüdiger Franke

„Ganz in Weiß“

Die Teams ziehen weiter. Am Himmel scheinen zwei Gabelweihen zu tanzen. In der Ferne auf dem Feld glitzert etwas, erregt die Aufmerksamkeit. Christopher läuft los, kommt zurück mit einem silbernen Luftballon in Form einer Zehn und bindet ihn an den Bollerwagen. Mittlerweile hat der mit „Ganz in Weiß“ und dem „Holzmichel“ das Programm gewechselt. Die „Ehrenbrüder“ halten dagegen, packen Becher mit Helene-Fischer-Motiven aus.

Drei Brüder und ein Ehrenmann

In der Ferne taucht die Verpflegungsstation auf. Petra Weiß und Andrea Vollmer versorgen die Jungs mit Kuchen und Fettbroten. Die Sänger führen 7:3. Zeit für eine Pause und Gespräche. „Warum heißt Ihr Ehrenbrüder?“ „Wir sind drei Brüder und ein Ehrenmann.“ Und der eine Bruder hat Geburtstag. „Eine schöne Feier.“ Der schwierigste Teil des Weges ist geschafft. Jetzt geht es auf Asphalt weiter. Die Kugeln laufen besser. Das interne Duell der beiden Teams endet nach 15 Runden mit 11:4. Zum Turniersieg reicht das aber nicht. Doch es ging ja auch vor allem um den Spaß.

Die Ergebnisse

Herren: 1. Formel 1 Aspiranten (Titelverteidiger / 39 Wurf), 2. MGV alt (43), 3. Ku-Wu-Be (49), 4. MGV jung (49), 5. Bezet (52), 6. Ehrenbrüder (56)

Damen: 1. Step Aerobic I (70), 2. Step Aerobic II (73), 3. Mittlere Garde (76)

Bei der Jugend gewann das Team „Schotenstich“ vor dem Team „Zimmermannsstich“.

Dazu waren zwei Ottobock-Teams außer Konkurrenz unterwegs.

Von Rüdiger Franke

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