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Duderstadt Verschiedenheit ist Programm
Die Region Duderstadt Verschiedenheit ist Programm
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00:18 30.08.2017
Von jeder Seite ein Hingucker: Die Bühne in der Duderstädter Innenstadt.  Quelle: Foto: Heller
Duderstadt

 Mit Musik, Tanz und Theater hat die Lebenshilfe Eichsfeld am Wochenende in ihr 17. Bürgerfest gefeiert. Bei den Bühnenshows sind zahlreiche Eichsfelder mit und ohne Behinderungen aufgetreten. Spenden und Teileinnahmen der Feststände kommen der Lebenshilfe zugute.

Buntes Treiben herrschte zwischen den Ständen in der Marktstraße, Partystimmung an der Bühne vor der Cyriakus-Kirche. Mehr als 5000 Besucher kamen. Unter ihnen waren alteingesessene Duderstädter und Eintagestouristen auf Durchreise, etwa 100 ehrenamtliche Helfer im Dauereinsatz und Gäste, die „nur mal schauen wollten“, Menschen im Rollstuhl, mit Hörgerät, mit Downsyndrom und Menschen, die diesen helfen, mit ihnen arbeiten, von ihnen lernen. Ein Slogan auf dem Kaffeewagen der Lebenshilfe: „Es ist normal, verschieden zu sein“ – das war beim Bürgerfest zu erleben.

„Die Lebenshilfe hat Tradition in Duderstadt“

Wer als kleiner Besucher auf das Bürgerfest kam, konnte sich beim Bobbycar-Rennen direkt die erste Portion Adrenalin abholen. Weiter ging es auf der Rollbahn des Jugendfreizeitheims. Schnell das Podest hochgeklettert, in die Kiste gesetzt und auf einem alten Paketband runtergerutscht: Ab ging die Post! Beim Kinder- und Jugendbüro gab es beim Basteln von Schlüsselanhängern und Buttons aus frisch geschossenen Fotos eine kreative Verschnaufpause.

Die Lebenshilfe-Theatergruppe Freistil bot Mozarts „zauberhafte Zauberflöte“ dar, wie Theatergruppenleiterin Gerdi Fricke sagte. Laienschauspieler mit und ohne Behinderungen spielten mit Handpuppen und bunten, selbstgebastelten Requisiten die Oper in Kurzfassung nach. Fricke begleitete das Stück als Erzählerin. Agnes Grobecker spielte die Schlange im Tempel der Prüfung. „Ich freue mich, das mit meinen Freunden und Kollegen zusammen zu machen“, sagte sie kurz vor dem Auftritt – von Lampenfieber keine Spur. Hans-Helmut Herbold, der am Sonntag moderierte, resümierte: „Es ist toll zu wissen, dass die Leute sich bei der Lebenshilfe in ihrer Freizeit mit Dingen beschäftigen, die sie dann hier darstellen können.“

Mit Musik, Tanz und Theater hat die Lebenshilfe Eichsfeld am Wochenende in ihr 17. Bürgerfest gefeiert. Bei den Bühnenshows sind zahlreiche Eichsfelder mit und ohne Behinderungen aufgetreten. Spenden und Teileinnahmen der Feststände kommen der Lebenshilfe zugute.

Den musikalischen Auftakt gaben nach dem Sparkassenlauf am Freitag die Lärmenden Luder. Sie sangen „I love Rock’n’Roll“, und das bekamen die Zuhörer auch zu spüren. Das Quartett mischte geschickt alte Klassiker mit neuen Hits – von Neil Young und Ray Charles bis zu Green Day und The BossHoss gab es für das Publikum die gesamte Bandbreite des Rock. Und in der Pause lebten die Tanzfilme der 80er-Jahre auf. Die Gruppe Unique präsentierte ein Medley von „Fame“ bis „Flashdance“. Als Zugabe folgte ein Mix aus Christina-Aguilera-Liedern, ehe die Lärmenden Luder zurückkehrten.

Glücksräder, Informationen und Unterhaltung

Durch den Sonnabend musizierten die Eichenberger, der Haste Töne Gesangverein Tiftlingerode, die Ohr and More Musikgruppe der Lebenshilfe, Courassion, das Expo-Ensemble der Musikschule und die Jukebox Sixx. Außerdem erklang ein ökumenisches Festgeläut der Kirchen Cyriakus und Servatius. Am Sonntag spielte die Lauseberger Big Band, das Vater-Sohn-Duo „Kalle und Kalle“ und der Musikverein Duderstadt.

Glücksräder, Informationen und Unterhaltung gab es unter anderem an den Ständen des Roten Kreuzes, der Polizei und der Partnerstadt Kartuzy. „56 Leute sind extra aus Kartuzy für das Fest gekommen und verkaufen Produkte der Stadt. Die Einnahmen spenden sie an die Lebenshilfe“, erzählte ein Mitglied des deutsch-polnischen Freundeskreises. Beim Rotary Club stellte Thomas Ebrecht ein Zelt vor, das Menschen in Katastrophengebieten schnell Obdach gibt. Das Sonntagsprogramm begann mit einem ökumenischen Gottesdienst auf der Lebenshilfe-Bühne.

Als Ziel hatte Lebenshilfe-Vorsitzender Manfred Thiele beschrieben, beim Bürgerfest „sollen Begegnung und die Freude zwischen Menschen mit und ohne Behinderung im Vordergrund stehen“. Sein Fazit am Sonntag: „Das Wetter hat wunderbar mitgespielt und wir sind unheimlich froh, dass so viele Leute gekommen sind.“ Karsten Ley von Duderstadt 2020 lobte die Vernetzung der Vereine, die am Bürgerfest mitwirkten: „Das Bürgerfest vereint die Verbände. Man kennt und hilft sich untereinander.“ Duderstädterin Franziska Werner fand: „Die Lebenshilfe gehört einfach dazu, sie hat Tradition in Duderstadt.“

„Die Zauberhafte Zauberflöte“

Die Theatergruppe Freistil der Lebenshilfe Eichsfeld hat am Sonntag beim Duderstädter Bürgerfest eine Kurzfassung ihres aktuellen Stücks Zauberflöte aufgeführt. Zwölf Darsteller mit Behinderungen tanzten, flöteten und schauspielerten zu der Erzählstimme von Theaterpädagogin Gerdi Fricke.

Laienschauspieler mit und ohne Behinderungen spielten mit Handpuppen und bunten, selbstgebastelten Requisiten die Oper in Kurzfassung nach. Agnes Grobecker spielte die Schlange im Tempel der Prüfung. „Ich freue mich, das mit meinen Freunden und Kollegen zusammen zu machen“, sagte sie kurz vor dem Auftritt – von Lampenfieber war keine Spur. Hans-Helmut Herbold, der am Sonntag moderierte, resümierte: „Es ist toll zu wissen, dass die Leute sich bei der Lebenshilfe in ihrer Freizeit mit Dingen beschäftigen, die sie dann hier darstellen können.“ Die vollständige Fassung der Fricke zufolge „zauberhaften Zauberflöte“ ist wieder am Sonntag, 10. September um 17 Uhr im Duderstädter Rathaus, Marktstraße 66, zu sehen. Uwe Gildein von der Kreismusikschule sorgt dann für die musikalische Begleitung. kam

Von Katharina Meyer

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