Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt 24. Duderstädter Gespräche: Jugendliche fordern Lehrer-Tüv
Die Region Duderstadt 24. Duderstädter Gespräche: Jugendliche fordern Lehrer-Tüv
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 13.02.2013
Schulabbrüche verhindern, zur Ausbildung motivieren: Wie Jugendlichen geholfen werden kann, wird bei den Duderstädter Gesprächen diskutiert (l.). Quelle: Lüder
Anzeige
Duderstadt

Die sozialpolitische Veranstaltung des Kolpingwerks Hildesheim stand in diesem Jahr unter dem Titel „Kein Schulabschluss – keine Lehre – kein Job: Hartz IV als Perspektive?“

In der Kolping-Familienferienstätte Duderstadt diskutierten zwei Tage lang Vertreter von Gewerkschaften, Bildungsträgern, Landkreisen und Arbeitgebern, sowie Lehrer und betroffene Jugendliche. Jürgen Herbst, Präsident der Handwerkskammer Hildesheim, fasste das politisch brisante Thema in der Frage zusammen: „An welchen Stellschrauben müssen wir künftig ziehen, um Jugendlichen einen Schulabschluss zu ermöglichen und die Motivation, eine Ausbildung zu absolvieren, anzuregen?“

Dass eine Lösung des Problems im Dialog zwischen Betrieben, Bildungsinstitutionen und Schulabgängern besteht, verdeutlichte Jörg Hillmer, Mitglied des Niedersächsischen Landtags (CDU): „Im Bildungssystem darf es keine Sackgassen mehr geben, das Abitur ist jedoch kein Allheilmittel und Ziel für alle.“

Hürden des Schulsystems

Ausgangspunkt der Gespräche waren persönliche Erlebnisse, Probleme und Fragen von Jugendlichen. Eine Berufsschulklasse aus Hessen, eine Gruppe des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer sowie Teilnehmer der Berufsförderungsgesellschaft Labora waren der Einladung des Kolpingwerks gefolgt.

Sie hatten am ersten der zwei Veranstaltungstage in Workshops und Arbeitsgruppen die Fragen erarbeitet, die sie den Partei- und Verbandsvertretern am Folgetag im Plenum stellten. Im Mittelpunkt standen dabei Mobbing, Perspektivlosigkeit, pädagogische Mängel sowie unzureichende frühkindliche Förderung, unüberwindbare Hürden des Schulsystems sowie fehlender Freiraum und Zeit, um Defizite ausgleichen zu können.

„Viele Schüler sind Spätentwickler, die Zeit brauchen, um die nächste Stufe der Schule zu erreichen. Diese Zeit muss ihnen zugestanden werden, sonst fallen sie aus dem System“, forderten die Schüler. Außerdem würden Schüler zu früh in Schubladen gesteckt, aus denen sie auch mit großer Anstrengung nicht herauskämen.

„Oft erleben wir Lehrer, die demotivieren und das mögliche Scheitern in Prüfungen provozieren. Pädagogische Ansprüche werden nicht mehr erfüllt, wir brauchen einen Lehrer-Tüv“, lautete eine weitere Forderung der Jugendlichen. Hartmut Tölle, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds in Niedersachsen, und Ina-Maria Heidmann, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Hildesheim, waren sich hingegen einig, dass der pädagogische Anspruch an Lehrer zugenommen habe.

Die richtige Wunde

„Pädagogen fühlen sich heute oft hilflos, da nicht nur Lehrpensum und Inhalte verdoppelt wurden, sondern noch zusätzlich psychologische Betreuung erwartet wird“, sagte Heidmann.

Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, erklärte: „Die Ohnmacht, die viele Jugendliche heute spüren, kann ich gut nachvollziehen. Zu mir wurde auch gesagt ,Müller sei schlau, geh zum Bau‘. Bitte gebt uns die Chance, Problemlösungen für die heute debattierten Anregungen zu erarbeiten.“

Auch Tölle versprach: „Heute wurde der Finger in die richtige Wunde gelegt. Eure Probleme wurden wahr genommen, auch wenn sie nicht von heute auf morgen gelöst werden können.“

In der abschließenden Erklärung, die allen Teilnehmern ausgeteilt wurde, finden sich zehn Anregungen, die Politik, Bildungsinstitutionen und Wirtschaft zukünftig in ihrer Entscheidungsfindung beeinflussen sollen. „Von Duderstadt geht ein Impuls in die Welt“, schloss Andreas Bulitta, Vorsitzender des Kolpingwerks Hildesheim, die Debatte.

Von Elisa von Hof

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Duderstädter Ebertring soll im Bereich des Eichendorffwegs ein Fußgängerüberweg entstehen. Die Stadt werde auf eigene Kosten einen Zebrastreifen über die Landesstraße bauen, teilte die städtische Fachbereichsleiterin Annelore von Hof im Stadtrat auf Anfrage von Wolfgang Hirschfeld (Grüne) mit.

13.02.2013

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  Schon gar nicht im Karneval. Mit kreativen Motivwagen haben die Eichsfelder Narren ihren Spott über aktuelle Themen ausgeschüttet. Zahlreiche Zuschauer sahen die Karnevalsumzüge bei strahlendem Sonnenschein.

13.02.2013

Seit vielen Jahren ist er Kult in der Region: Der ausverkaufte Lutzeball im Festzelt am Kleinen Anger zog am Sonnabend 1 500 Feierlustige an. Das Motto „Märchen“ lud zu phantasievoller Interpretation ein. Neben bekannten Märchenfiguren wie Sterntalermädchen oder Zwergen wurde auch ein zotteliges Krümelmonster gesichtet – stilecht mit Leibnizkeks.

13.02.2013
Anzeige