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Duderstadt Geldstrafe für Drogenorder im Internet
Die Region Duderstadt Geldstrafe für Drogenorder im Internet
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00:17 17.09.2016
Von Kuno Mahnkopf
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Duderstadt

Das kommt ihn jetzt teuer zu stehen. Bevor er auf der Anklagebank Platz nehmen durfte, schickte ihn Richter Michael Pietzek aber erst einmal wieder zum Umziehen nach Hause, weil er in kurzer Hose vor Gericht erschienen war. Der junge Mann gehört zu den Tausenden von Kunden der Internetplattform „Shiny Flakes“ (Glitzernde Flocken), deren 20-jähriger Betreiber im vergangenen Jahr in Leipzig aufgeflogen ist. Nach und nach wird jetzt die Liste der Besteller abgearbeitet, die Kunden werden mit Strafverfahren überzogen. In Göttingen wurde im Juni bereits ein Informatiker, der die Drogen im großen Stil weiterverkauft hatte, zu einer Haftstrafe verurteilt. Der Leipziger Online-Handel lief über verschlüsselte Adressen sowohl über das Inter- als auch das Darknet.

Der angeklagte Duderstädter, der sich zunächst mit einer Hacker-Attacke herausreden wollte, räumte die Vorwürfe vor Gericht ein. Bestellt und konsumiert hat er 33 Gramm MDMA, zehn Gramm Amphetaminpaste und zehn Ecstasy-Pillen. Das Darknet habe es den Kunden ziemlich leicht gemacht, merkte sein Anwalt an und legte Einspruch gegen das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß von 120 Tagessätzen ab. Um dem berufstätigen Vater eines Kleinkinds einen Eintrag im Führungszeugnis zu ersparen, beantragte er eine Herabsetzung auf weniger als 91 Tagessätze. Die Wirkstoffmenge habe nicht bestimmt werden können, „Shiny Flakes“ habe hohe Preise und schlechte Qualität geboten, sagte der Rechtsanwalt. Der Angeklagte habe ein blankes Strafregister, sei geständig und nicht wieder auffällig geworden: „Es ging ihm nur ums Probieren, das sich nicht fortgesetzt hat.“ Dieser Argumentation für ein mildes Urteil schloss sich Richter Pietzek an: „Die Aufarbeitung des großen Ausgangsverfahrens hat Zeit gebraucht. Es macht keinen Sinn, dem berufstätigen Familienvater jetzt Steine in den Weg zu legen.“

Das Urteil mit 90 Tagessätzen ist rechtskräftig, da die Verteidigung auf Rechtsmittel verzichtete. Sein eingezogenes altes Laptop muss der 26-Jährige abschreiben, die externe Festplatte bekommt er zurück. Dort hat die Datenverarbeitungsgruppe der Polizei keine Anhaltspunkte für tatrelevante Daten gefunden.

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