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Duderstadt Aus "Sternenbrüdern" werden Feinde
Die Region Duderstadt Aus "Sternenbrüdern" werden Feinde
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00:17 09.10.2016
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Duderstadt

Das Opfer war in beiden Fällen ein 19 Jahre alter Brochthäuser. Die Männer kannten sich noch nicht lange, hatten sich aber bereits mit einer gleichen Tätowierung verbrüdert. Als "Sternenbrüder" kamen sie auf die Idee, sich in Betrügereien beziehungsweise Hehlerei zu versuchen. Reumütig hatte der 19-Jährige das der Polizei gegenüber eingeräumt - und damit den Groll des Älteren auf sich gezogen.

"Scheiße, dass ich nicht im Knast sitze. Hast Du nicht geschafft", soll dieser bei einer Begegnung an der Apothekenstraße gesagt haben, während er den anderen gegen eine Scheibe drückte und mit dem Unterarm gegen seinen Hals presste. Zudem soll er ein Kopfgeld von 5000 Euro ausgesetzt und dem Jüngeren nahegelegt haben, die Stadt zu verlassen und sich eine neue Identität zu geben. Seine Freundin werde er der Prostitution freigeben und "eklig misshandeln" lassen.

Vom Kopfgeld wisse er nichts, sagte der Angeklagte

Der Angeklagte selbst gab sein Fehlverhalten nicht zu. Von einem Kopfgeld wisse er nichts, an besagtem Abend habe er friedlich mit seiner Freundin beim Italiener gegessen. Dies wollte Richter Pietzek nicht glauben. Die Staatsanwaltschaft legte sein Leugnen zu seinem Nachteil aus und forderte zehn Monate Haft. Pietzek kam dem ebenso nach wie dem Vorschlag, für eine Schlägerei auf dem Parkplatz eines Seniorenstifts ein Jahr und drei Monate anzusetzen. Im Ganzen beläuft sich das Strafmaß nun auf 20 Monate.

Die gefährliche Körperverletzung ereignete sich drei Wochen, nachdem der mit bereits wegen verschiedener Gewaltdelikte und anderer Taten in Erscheinung getretene Angeklagte mit seinem Opfer aneinander geraten war. Ein gemeinsamer Bekannter soll den 19-Jährigen abends zu dem Parkplatz gelockt haben. Übereinstimmend sagten das Opfer und seine Freundin aus, der Angeklagte sei sogleich auf sie zugestürmt gekommen und habe versucht, den Mann zu schlagen.

Dabei traf er jedoch dessen Freundin. Beide trugen aus der sich anschließenden Schlägerei, bei der der Mann zu Boden geworfen, festgehalten und gegen den Kopf getreten wurde, Verletzungen davon. Unter anderem auch, weil der Angeklagte Handschuhe mit Protektoren oder ähnlichem trug. 

Wenig optimistische Prognose

Während die an der Schlägerei auf dem Parkplatz beteiligten beiden Männer und eine Frau von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machten, weil gegen sie gesondert verhandelt wird, bezeichnete Pietzek das Opfer und dessen Freundin als glaubwürdige Zeugen. Ein weiterer Zeuge, der am Tatabend die Polizei eingeschaltet hatte, erhielt das Lob des Staatsanwalts.

Zudem erwähnte dieser, welche Folgen das Verhalten des Angeklagten auf seine jugendlichen Opfer hatte: Beide zeigten sich im Gerichtssaal deutlich aufgewühlt. In Kombination mit dem nicht eben schlanken Bundeszentralregisterauszug, einer wenig optimistischen Sozialprognose und dem Fehlen einer strafmindernden Maßnahme wie einem Geständnis sei das Strafmaß der Tat angemessen, begründete Pietzek im Sinne der Staatsanwaltschaft.

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