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Duderstadt Vorteile und Nachteile der Digitalisierung im Arbeitsleben
Die Region Duderstadt Vorteile und Nachteile der Digitalisierung im Arbeitsleben
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19:05 09.02.2018
Podiumsdiskussion zum Abschluss der 29. Duderstädter Gespräche 2018 in der Kolpingferienstätte Pferdeberg Quelle: Rüdiger Franke
Duderstadt

Die Digitalisierung ermögliche eine größere Flexibilität, sagte beispielsweise Christoph Meinecke, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN). „Wer sich wohlfühlt, bringt mehr Leistung“, erklärte er und schließlich wollten Unternehmer auch Profit erwirtschaften. Dem entgegnete Mehrdad Payandeh vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB): „Wir brauchen Ordnung im Arbeitsmarkt.“ Dazu zählten Mitbestimmung und auch gute Betriebsräte. Wichtig sei vor allem, dass Mitarbeiter nicht immer 24 Stunden erreichbar seien. „Es gibt ein Recht auf Nichterreichbarkeit.“ FDP-Bundestagsmitglied Konstantin Kuhle mahnte, dass das Recht aber nicht zu einer Pflicht der Nichterreichbarkeit werden dürfe. Die Wahrheit liege wie so oft irgendwo dazwischen.

Untersuchung gestartet

„Verursacht die Digitalisierung mehr oder weniger Stress“, fragte Moderatorin Ute Andres. Arbeitgeber und Arbeitnehmer seien unterschiedlicher Meinung. Dazu sei mit einer Krankenkasse eine Untersuchung gestartet worden, antwortete Meinecke in Richtung Payandeh, der von mehr Stress gesprochen hatte. Erst, wenn die Ergebnisse vorliegen, würde man ernsthaft darüber diskutieren können. Sonst könne man die Zahl auch mit den Zuschauerzahlen der Fußball-Bundesliga gleichsetzen. Die seien auch gestiegen.

Bernd Westphal, Sprecher der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Energie der SPD-Bundestagsfraktion, betonte, dass es natürlich am besten sei, wenn beide Seiten davon profitieren. Auf keinen Fall dürften aber die Vereinbarungen der vergangenen 20 Jahre dafür über Bord geworfen werden.

Weiterbildung

Außer der Flexibilität bildete auch die Weiterbildung einen Schwerpunkt der Abschlussdiskussion. Die sei aber nur sinnvoll, wenn es vernünftige Angebote gebe, sagte Ruth Bendels, Leiterin des Goslarer St.-Jakobus-Hauses. Arbeitnehmer hätten einen Anspruch auf fünf Tage pro Jahr, sagte Westphal. Das würde viel zu wenig genutzt. Es sei aber auch verständlich, dass diese Regelung nicht bei jedem Arbeitgeber auf Gegenliebe stoße, sagte Meinecke. Bestätigung erhielt er von Unternehmer Christoph Klose. Weiterbildung würde er zwar unterstützen, aber der Anspruch von fünf Tagen bedeute bei seinen 22 Mitarbeitern 110 Tage im Jahr. „Das ist ein halber Mitarbeiter mehr“, rechnete er vor.

Erstmals fanden die Duder­städter Gespräche an drei Tagen statt. „Trotzdem konnten wir nur einen kleinen Einblick über die Auswirkungen der Digitalisierung im Arbeitsleben gewinnen“, sagte Andreas Bulitta, Diözesanvorsitzender des Kolpingwerkes Hildesheim abschließend.

Teltemann übergibt Organisation an Weiß

Nach etwa einem Vierteljahrhundert übergibt Josef Teltemann die Organisation der Duderstädter Gespräche an seinen Stellvertreter Mirko Weiß. „Das waren die letzten Gespräche in meiner Verantwortung“, sagt der Diözesansekretär im Kolpingwerk Diözesanverband Hildesheim. Seit 1994 hat er sich um die Organisation und vor allem auch um die Themenfindung und Einladung der passenden Referenten gekümmert. Teltemann geht im März in Ruhestand. „Das heißt, ich bin i.R.“, erklärt er, „also in Rufweite.“

„Wir als Kolpingwerk begreifen uns auch in der Moderationsfunktion zwischen Kirche und Gesellschaft“, so Teltemann. In der Vorbereitung der Duderstädter Gespräche habe er immer versucht aktuelle Diskussionen aufzugreifen. „Es ist uns auch immer wieder gelungen, Veranstaltungen zu präsentieren, die in die Gesellschaft hineinwirken.“ Es sei auch eine Aufgabe, „innerhalb der Kolpinggemeinschaft bewusst zu machen, vor welchen Herausforderungen wir stehen und auch Möglichkeiten aufzuzeigen“.

„Ich bin dankbar, dass mir die Gelegenheit gegeben wurden, die Dinge, die mir vorschwebten, einzubringen“, sagt Teltemann. Er habe dem Vorstand die Themen vorgeschlagen. Die Veranstaltungen hätten sicher auch bei einigen Menschen Impulse gesetzt, so dass diese versucht hätten, „durch ihr Handeln vor Ort etwas zu verändern“.

Von Rüdiger Franke

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