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Duderstadt Gebühren für Regenwasser in Gieboldehausen steigen
Die Region Duderstadt Gebühren für Regenwasser in Gieboldehausen steigen
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00:20 12.11.2018
Regenwasser Quelle: dpa
Gieboldehausen

Auf die Bürger der Samtgemeinde kommt voraussichtlich eine Erhöhung der Gebühren für die Beseitigung des Niederschlagswassers zu. Von 28 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche sollen künftig 38 Cent bezahlt werden. Die Gebühren für das Abwasser bleiben mit 3,01 Euro pro Kubikmeter konstant. Das zumindest ist der Vorschlag der Verwaltung, der im Bauausschuss am Donnerstag mit den Stimmen der CDU mehrheitliche Zustimmung bekommen hat.

„Die Erhöhung um 33 Prozent war ein großes Thema in unserer Fraktion“, erklärte Frank Dittrich (CDU) während der Ausschusssitzung. Natürlich werde man gefragt, wo die gestiegenen Kosten herkommen. Tatsache sei aber, dass seit Jahren nicht ausreichend in das Kanalnetzes investiert worden sei. Die Samtgemeinde müsse den Sanierungsstau in den kommenden Jahren abbauen.

„Realistischer herangehen“

Ein Plan, den man allerdings auch in den vergangenen Jahren schon gefasst und entsprechend Überschüsse erzeugt hatte. Verbaut wurde das Geld aber nicht – zumindest nicht vollständig. Entsprechend lautete die Kritik aus den Reihen der Opposition: „Wir sollten da realistischer herangehen“, sagte Reiner Deeg (Grüne). Zum jetzigen Zeitpunkt in diesem Umfang zu erhöhen, halte er für falsch. „Wir werden das Geld wieder nicht auf die Straße kriegen.“

Nicht zu erhöhen sei allerdings auch das falsche Signal, konterte Markus Gerhardy (CDU). Natürlich müsse man vorsichtig damit sein, den Bürger übermäßig zu belasten. Jetzt aber zu schieben, bringe die Gemeinde in Schwierigkeiten. „In letzter Konsequenz heißt das, dass die Unterhaltungsarbeiten nicht realisiert werden.“

Kompromiss abgelehnt

Einen Kompromissvorschlag unterbreitete Rainer Lentes (SPD) seinen Ausschusskollegen. Sein Antrag, lediglich fünf Cent mehr zu nehmen als im Vorjahr, zerschellte allerdings am Widerstand der CDU. Dittrich: „Dann erhöhe ich lieber um zehn Cent in der festen Erwartung, dass auch was passiert.“ Entsprechend wurde die Verwaltung in die Pflicht genommen: „Wir erwarten, dass die Verwaltung aktiv wird. Hier sollen keine großen Rückstellungen mehr gebildet werden.“

Er könne die Bedenken nachvollziehen, so Gemeindebürgermeister Steffen Ahrenhold (CDU). „Die Diskussion kommt zu Recht.“ Er räumte Versäumnisse ein und erklärte, warum er davon ausgeht, dass die Voraussetzungen in 2019 besser seien. „Nehmen wir uns zu viel vor? Nein. Wir haben uns Verstärkung geholt und können früher starten.“ Die Gemeinde konnte nach längerer Vakanz eine Stelle in der Bauverwaltung besetzen. Und voraussichtlich wird der Rat den Haushalt früher als im Vorjahr beschließen. Entsprechend könnte man mit den Maßnahmen eher beginnen. Zwei Maßnahmen in Bodensee und Rollshausen sind bereits konkret geplant. Mit sieben von zehn Stimmen bekam Ahrenhold schließlich grünes Licht aus dem Bauauschuss.

Mehr Transparenz, geringere Kosten

Einhellige Zustimmung erntete die Verwaltung dann wieder bei einer anderen Änderung in der Gebührenberechnung. So soll künftig für die Abwasserbeseitigung von Grundstücken, die nicht an das Kanalnetz angeschlossen werden konnten, die Rechnung des Abfuhrunternehmens direkt an den Bürger weitergeleitet werden. Das bisherige „klassische Gebührenmodell“ habe sich nicht bewährt. Die Vorteile: Mehr Transparenz, mehr Gerechtigkeit und – sollten die Transportkosten konstant bleiben – wird die Gebühr sinken. Abschließend entscheidet der Samtgemeinderat Ende des Monats über die Themen rund um das Thema Abwasser.

Zweites Klärbecken, Sanierung oder Fusion?

Nach gut vierzig Jahren ist die Kläranlage in Gieboldehausen sanierungsbedürftig. Eine Analyse der Bausubstanz hat ergeben, dass die Beckenkrone erneuert werden müsste. Geschätzte Kosten: 182 000 Euro. Zusätzliche Kosten durch den Abtransport des Wassers während einer dreiwöchigen Bauphase: rund 280 000 Euro. Bei Verzögerung wird es täglich um 11 000 Euro teurer. Die Alternativen: Die Fusion mit Katlenburg/Lindau hat sich laut Samtgemeindeverwaltung als wirtschaftlich nicht sinnvoll erwiesen. Ein zweites Beckens würde mit 1 350 000 Euro zu Buche schlagen. Dennoch stieß der Vorschlag im Bauausschuss der Samtgemeinde fraktionsübergreifend auf Wohlwollen. Konkretere Pläne sollen in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt werden.

Von Markus Scharf

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