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Duderstadt Afghanen und Deutsche schließen Freundschaft
Die Region Duderstadt Afghanen und Deutsche schließen Freundschaft
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15:18 06.06.2011
Symbolische Schlacht über der Brehme: Mitglieder des Internationalen Versöhnungsbundes bei ihrer spektakulären Aktion. Quelle: Walliser
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Zwei „Heere“ von jeweils 25 Personen stehen sich beiderseits der Brehme gegenüber. Langsam rücken sie vor. Einige reiten auf Holzböcken, andere schwingen Lanzen, Schilde und Banner. Nach angedeuteten Kämpfen beginnen die Widersacher ihre Böcke über dem Bach aufzustellen. Die Lanzenträger legen ihre Dachlatten längs darüber und die Schilde als Tischplatten darauf. Ein erbittertes Armdrücken beginnt, das sich zum Händedruck wandelt. Die Paare kommen ins Gespräch, neben afghanischen Gemüsefrikadellen werden dem Aktionsmotto entsprechend Mohnzopf, Mohnkuchen sowie alkoholfreies Bier aufgetischt.

„Wir wollten ein Symbol der Freundschaft setzen und zum Ausdruck bringen, dass wir den Krieg in Afghanistan ablehnen“, sagte Holger Klee, Geschäftsführer des Deutschen Zweigs im Internationalen Versöhnungsbund. „Afghanistan ist ein typisches Beispiel dafür, dass man mit Gewalt nichts erreichen kann“, bekräftigte Benjamin Pütter, der seit 35 Jahren zu den Mitgliedern gehört.

Auch Baz Mohammad Norestani beteiligte sich an der Aktion: „Das ist ein Beitrag zur Völkerverständigung“. Und während der frühere afghanische Fußball-Nationalspieler dies sagte, tanzten Bürger aus seinem Heimatland und aus Deutschland gemeinsam auf der Duderstädter Marktstraße.

Über das Interesse der Passanten freute sich Ahmadudin Wais, in Göttingen ansässiger Koordinator des Fachkräfteprogramms „Afghanistan Deutschland“. Es hat sich zum Ziel gesetzt, durch Dorfentwicklung und den Einsatz erneuerbarer Energien einen Beitrag zum Frieden zu leisten. „Wir bringen Helligkeit in das Dunkle“, so Wais, der daran erinnerte, dass 8000 Dörfer in Afghanistan ohne Elektrizität seien. Ein Modellprojekt, für das noch Kapital fehle, solle zeigen, wie das Vorhaben Arbeit schaffe und das Schul- sowie Gesundheitswesen verbessere.

Von Axel Artmann

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