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Duderstadt Spendenbereitschaft unter Vorbehalt
Die Region Duderstadt Spendenbereitschaft unter Vorbehalt
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12:43 18.01.2017
Quelle: Wenzel
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Duderstadt

Während der zweiten Sitzung des Aktionsbündnisses kritisierten Unterstützer, dass Krankenhaus, Vinzenz-Verbund als Träger und Förderverein eine Mitteilung über die Eröffnung eines Spendenkontos ohne Absprache mit dem Aktionsbündnis in die Öffentlichkeit gebracht hatten. Vertreter von "Geboren in Duderstadt" hätten sich ein vorheriges Gespräch gewünscht, in dem die Rahmenbedingungen eindeutig geklärt worden wären, äußerte Grünen-Ratsherr Hans Georg Schwedhelm  während einer Sitzung im Jugendgästehaus, an der auch Ratsmitglieder von CDU, SPD, Grünen und Wählergemeinschaft Duderstädter Bürger (WDB) teilnahmen. "Wir sind weiterhin bereit, Spenden zu sammeln", sagte Bündnis-Sprecherin und SPD-Ratsfrau Doris Glahn.

Allerdings müssten die Modalitäten geklärt werden. So sei die bloße Aussage, dass im Falle des Gelingens der Spendenaktion eine Schließung bis Ende des Jahres nicht erfolgen werde, noch keine Garantie. Das Bündnis hatte eine Verschiebung des Schließungstermins um mindestens ein Jahr gefordert. Außerdem bat es das Krankenhaus um Transparenz hinsichtlich der Zahlen, um das Defizit der Abteilung valide beziffern zu können, und um eine Zusicherung des Erhalts der Geburtshilfe, sollten genügend Spenden zusammenkommen. Keine der drei Forderungen sei in Gänze erfüllt, monierte Glahn. Auch ein Termin zur Übergabe der Unterschriften, die in einer Online-Petition und in handschriftlicher Form gesammelt wurden, werde voraussichtlich nicht zustande kommen.

Bündnis hält Bedingungen für unklar

Der Förderverein des Krankenhauses hatte ein Spendenkonto eingerichtet, auf dem sich bis Freitag, 10. März, 125000 Euro befinden sollen, damit das Krankenhaus die Geburtshilfe bis zum Ende des Jahres weiterbetreiben kann. Der Vinzenz-Verbund sagte zu, in gleicher Höhe dazu beizutragen. "Was aber ist, wenn es im September unvorhergesehene Kosten gibt?", fragte Glahn und machte damit darauf aufmerksam, dass nicht alle Rahmenbedingungen geklärt seien. Der Förderverein hatte bisher nur zugesagt, dass Spender im Falle des Scheiterns der Aktion ihr Geld zurückbekämen. "Können wir uns auf dieses Risiko einlassen, ohne eine formelle Erklärung und nur für ein halbes Jahr?", fragte Glahn. Beate Sommerfeld, die für die CDU im Rat der Stadt sitzt, fragte zudem nach, inwiefern sich der Förderverein an der Spendensammlung beteilige. Und: "Ist diese Summe in zwei Monaten zu sammeln?"

Beteiligung am Bürgerdialog

Mehr Öffentlichkeit zu schaffen, soll zukünftig eines der Ziele des Aktionsbündnisses sein. Die Unterstützer kündigten an, am Sonnabend, 28. Januar, beim "Bürgerdialog" zum Thema im Altenpflegeheim des Krankenhauses vertreten zu sein. Krankenhaus und Träger hatten die Veranstaltung initiiert, um mit Bürgern, Betroffenen und Beteiligten ins Gespräch zu kommen. Sie hofften, dass auch Kinderärzte, Frauenärzte, Hebammen und Mütter der Einladung des Krankenhauses folgten, um Möglichkeiten für den Erhalt in der jetzigen Form oder auch Alternativen auszuloten, sagten Unterstützer des Bündnisses. Außerdem diskutierten sie darüber, wie in Duderstadt selbst und um Duderstadt herum für eine Geburt in St. Martini geworben werden könne.

Glahn kündigte zudem Gespräche mit dem Sozialministerium an. Mit Verweis auf die Landespolitik wies Thriene darauf hin, dass eine Schwerpunktsetzung derzeit gerade von kleinen Häusern gefordert sei, um deren grundsätzlichen Erhalt zu gewährleisten. Dass sich Ministerium und Träger für das Krankenhaus St. Martini - unter Umständen in veränderter Form - entschieden habe, zeige die Zusage zur Investitionsförderung und die Bereitschaft des Trägers, zu modernisieren und zu erweitern. Einen ursprünglich durch den Krankenhaus-Träger zugesagten "Runden Tisch", der nun zugunsten des "Bürgerdialogs" zunächst nicht vorgesehen ist, will nun das Aktionsbündnis selbst initiieren.

Vorgespräche sollen vor der Sitzung des Verwaltungsausschusses am Donnerstag, 26. Januar, geführt werden, der Termin dann möglichst in der Woche danach stattfinden. Außer Verantwortlichen des Krankenhauses und des Trägers sowie Experten soll auch ein Vertreter der Kirche hinzugebeten werden. Mehrfach monierten die Unterstützer des Bündnisses, eine Schließung der Geburtshilflichen Abteilung widerspreche der christlichen Ausrichtung des Krankenhauses. Das nächste Treffen des Aktionsbündnisses "Geboren in Duderstadt" ist für Dienstag, 14. Februar, geplant. Beginn soll um 19 Uhr im Jugendgästehaus sein. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen.

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