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Duderstadt Alexander „Sascha“ Richter nimmt erste CD auf
Die Region Duderstadt Alexander „Sascha“ Richter nimmt erste CD auf
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00:17 28.01.2013
Im Duderstädter Stadtpark: Alexander „Sascha“ Richter mit seinem Akkordeon im Jahr 1995. Quelle: EF
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Duderstadt

Er studierte das Fach und verdient heute sein Geld damit. Jetzt hat der gebürtige Russe und Wahl-Eichsfelder seine erste, und wie er sagt, letzte CD produziert.

Alexander Richter

„Ich bin immerhin schon 58 Jahre alt, da werden die Finger langsamer“, sagt Richter lachend, aber meint es ernst. Denn wenn der Duderstädter etwas macht, dann richtig. Die Musik seines Albums verortet er zwischen leichter Klassik und anspruchsvollem Schlager. „Das ist schon etwas schwieriger zu spielen, als beispielsweise „Es gibt kein Bier auf Hawaii‘ “, meint Richter, der in den 1980er-Jahren das erste Mal mit dem russischen Militär in die damalige DDR kam.

Kurz vor dem Abzug im Jahr 1994 lernte er bei einem Wohltätigkeitskonzert der Lebenshilfe Eichsfeld seine spätere Frau kennen. „Ich war krank und konnte nicht mit den anderen zurück nach Berlin reisen. So ist das gekommen“, erzählt Richter. Es war die zweite Ehe für ihn. Die erste zerbrach, als er kurz nach der Hochzeit zum Militär musste.

Chorleiter

Da es im Eichsfeld kein Orchester gab, fing Richter an, Musik zu lehren und Chöre zu leiten. Heute ist er für die Männergesangvereine aus Seeburg, Bilshausen, Fuhrbach und Hundeshagen zuständig, zudem hat er die Leitung des Frauenchors in Fuhrbach übernommen. Regelmäßig bekommt er weitere Anfragen, doch dafür sei die Woche einfach zu kurz. „Meine Abende sind alle belegt.“

Die Idee, eine CD zu produzieren, kam, als er zusammen mit dem MGV Concordia Hundeshagen zu dessen 140. Geburtstag ein Album aufnahm. Der Tonstudio-Leiter ermutigte ihn, ein Solo-Projekt in Angriff zu nehmen. Nach sechs Aufnahme-Tagen war die CD mit 14 Titeln fertig. Die meisten davon musste Richter erst für sein Instrument bearbeiten.

Stücke von Franz Schubert, Robert Schumann oder Niccolò Paganini seien ursprünglich nicht für das Akkordeon geschrieben worden. „Sicher gibt es auch Stücke extra für dieses Instrument, doch die kennt keiner und will auch keiner hören“, sagt Richter, den man auch für Feiern engagieren kann.

Am liebsten spielt er selber

So sehr ihm seine Arbeit als Chorleiter auch Spaß macht, spielt er immer noch am liebsten selbst Instrumente, neben dem Akkordeon auch das Klavier. Da seine Wohnung sehr hellhörig ist, kann er die Räume der alten Grundschule in Fuhrbach nutzen. Richters Repertoire reicht von Klassik, Schlagern und Volksliedern bis hin zu moderner Musik. „Ich spiele auch Sachen von Abba oder den Beatles.“

Dann verrät Alexander „Sascha“ Richter – Sascha ist im Russischen der Kosename für Alexander – noch etwas Privates. „Manche sagen, ich könnte ein Buch über mein Leben schreiben. Ich habe im August wieder meine erste Frau in Moskau geheiratet und führe nun eine Fernbeziehung.“ Sein 31-jähriger Sohn aus dieser Ehe sei ein erfolgreicher Schauspieler in Russland, und wenn alles gut geht, wird dieser demnächst seine 16-jährige deutsche Halbschwester kennenlernen. Nach Moskau will Richter nicht zurückkehren: „Ich kann das alles, was ich mir hier aufgebaut habe, nicht einfach aufgeben.“

Die CD „Tanzende Finger“ von Alexander „Sascha“ Richter ist zum Preis von zehn Euro beim Edeka-Markt Gotthardt in der Feilenfabrik, Sachsenring 5 in Duderstadt, erhältlich.

Von Kristin Kunze

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