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Duderstadt Sechs Monate für Cannabisanbau auf dem Balkon
Die Region Duderstadt Sechs Monate für Cannabisanbau auf dem Balkon
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00:33 20.04.2018
Die Verhandlung fand im Amtsgericht Duderstadt statt. Quelle: Foto: Thiele
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Duderstadt

„Das ist schon blöd gelaufen“, sagte der Richter am Amtsgericht zu der eher zufälligen Entdeckung der 69 Cannabispflanzen im Besitz des Angeklagten. Bei einem Polizeieinsatz im Nachbarhaus habe ein Polizist am 1. September 2017 diese auf dem Balkon erspäht. Trotzdem sei die dem Verbrechenstatbestand zuzuordnende Straftat nicht zu verniedlichen. „Das ist schon eine ordentlich Menge“, sagte Pietzek und sprach damit auch zwei Tüten mit Marihuana an, die im Besitz des Angeklagten gefunden wurden. Diese habe er sofort ausgehändigt, zitierte der Richter aus dem Polizeiprotokoll. Die Menge wurde mit 35 Gramm beziffert. Außerdem seien elf Gramm Haschisch gefunden worden.

714 Konsumeinheiten

Nach Angaben im Gutachten des Landeskriminalamtes sei der Angeklagte insgesamt im Besitz von 382,79 Gramm Cannabis gewesen, berichtete der Richter. Bei einem Wirkstoffgehalt von 2,8 Prozent ergebe dies eine Wirkstoffmenge von 10,72 Gramm THC, wie der rauschbewirkende Bestandteil Tetrahydrocannabinol abgekürzt wird. Eine Konsumeinheit sei mit 15 Milligramm festgesetzt, so dass der Angeklagte 714 Konsumeinheiten besessen habe.

Angeklagter gibt Besitz zu

Der Angeklagte bestätigte über seinen Verteidiger, dass es richtig sei, dass er 35 Gramm Marihuana besessen habe. Allerdings stamme dies nicht aus eigener Ernte. Vielmehr habe er es gekauft. Wo die elf Gramm Haschisch herstammen sollen, sei ihm nicht bekannt. Er habe noch nie Haschisch konsumiert. Das Marihuana hingegen konsumiere er, weil er seit 2012 Schmerzpatient sei und die Morphiumtherapie nicht mehr geholfen habe.Daraufhin habe es ein Ausweichen auf illegales Cannabis gegeben. Mittlerweile sei er in einem legalen Programm zur Therapie aufgenommen worden und bekomme Cannabis auf Rezept.

Planzenanbau, um zu sparen

Die Pflanzen habe er angebaut, um zu sparen, erklärte der Angeklagte, da er die teuren Medikamente selbst bezahle. Er habe die Samen in die Erde gesteckt und abgewartet, was passiert. Dabei habe er aber keine Plantage angelegt und sich auch keine Abluftgeräte oder Pflanzsäckel besorgt, erklärte der Verteidiger. Zu dem Zeitpunkt sei es gerade in der Schwebe gewesen, ob er in das Programm aufgenommen werde.

Minderschwerer Fall

Staatsanwalt und Richter ordneten das Verbrechen des Angeklagten als minderschweren Fall ein, obwohl es ein Bewährungsfehlverhalten gegeben habe. Allerdings stellte die Bewährungshelferin dem Angeklagten ein gutes Zeugnis aus. Er zähle zu den wenigen, die Probleme benennen könnten und Lösungsvorschläge annehmen. Auch alle anderen Umstände ließen eine Einstufung als minderschweren Fall zu, so der Richter. Allerdings sei wegen der Vorbelastung die Mindestfreiheitsstrafe von drei Monaten zu gering, weshalb er sechs Monate festlegte. Die Bewährungszeit legte der Richter auf zwei Jahre fest. Der Verteidiger erklärte, dass der Angeklagte das Urteil akzeptiere und auf weitere Rechtsmittel verzichte.

Von Rüdiger Franke

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