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Duderstadt Raumnot am Eichfeld-Gymnasium Duderstadt
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01:18 01.12.2018
Schulleiter Thomas Nebenführ zeigt auf die vier mobilen Unterrichtsräume, die auf dem Gelände des Eichsfeld-Gymnasiums aufgestellt wurden. Quelle: Eichner-Ramm
Duderstadt

„Mobile Unterrichtsräume“ – so werden die bunten Container vom Landkreis Göttingen offiziell bezeichnet. Damit soll ab dem laufenden Schuljahr „der bereits jetzt bestehende Bedarf“ gedeckt werden, so der Landkreis Göttingen. Gemeint ist damit der Platzbedarf. Und der wird noch steigen, wenn im Jahr 2020 der Wechsel von G8 auf G9 erfolgt.

„Rolle rückwärts“

Schulleiter Thomas Nebenführ vom Eichsfeld-Gymnasium (EGD) in Duderstadt bezeichnet das als „Rolle rückwärts“, denn mit dem 2008 eingeführten „Turbo-Abi“ nach acht Jahren – G8 genannt – gab es für ein Jahr räumliche Entlastung am EGD. Der Landkreis Göttingen kündigt im Zusammenhang mit der Diskussion um die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans Vorschläge an, „wie der Bedarf gedeckt werden kann“.

Vier Jahre lang sollen die Unterrichtscontainer hinter dem EGD, angrenzend an die Mensa, stehen. „Das bringt ein bisschen Campus-Atmosphäre“, sagt Nebenführ. Er hofft aber dennoch, dass es sich bei den „Pavillons“ um eine befristete Lösung handelt „und wir eine dauerhafte Lösung mit dem Landkreis fänden“. Aktuell besuchen 1030 Schüler das EGD, mit Rückkehr zu G9 werden es etwa 120 mehr sein.

Umzug der elften Jahrgänge

Der Umzug der vier elften Jahrgänge in die bunten Container, der kommende Woche geplant ist, entspannt sich die Lage nur ein wenig, denn bisher habe das EGD keine ausgewiesenen Räume für die Oberstufe. Und es fehle an Fachräumen, berichtet Nebenführ. Daher müssten die Schüler ständig die Räume wechseln – eigene Klassenzimmer gebe es nicht.

Fast fertig eingerichtet – mobile Unterrichtsräume am Eichsfeld-Gymnasium in Duderstadt. Quelle: Eichner-Ramm

Die Container stehen auf einem Fundament und haben Anschlüsse an Wasser, Strom und Fernwärme. Zwei Containerbausteine bilden das Treppenhaus, am gegenüberliegenden Ende gibt es eine außen liegende Fluchttreppe. Vom Flur auf beiden ebenen gehen jeweils die Klassenräume für bis zu 25 Schüler ab. Die mobilen Unterrichtsräume sind bereits mit Whiteboards ausgestattet, auch Lehrertisch, Tafel und Stühle mit bunten Lehnen stehen bereits. Auch ein Waschbecken hängt in den Räumen. „Jetzt fehlt nur noch der Internetzugang“, sagt eine EGD-Lehrkraft. Zuvor seien die Container in Groß Schneen im Einsatz gewesen, berichtet Nebenführ.

Außenstelle EGD-Junior

Nicht nur der EGD-Schulleiter, auch das Kollegium wünscht sich langfristig eine bauliche Lösung, um die Raumnöte zu lösen. Die Jahrgänge elf müssen zwar in Kürze das eigentliche Schulgebäude für den Unterricht verlassen, immerhin bleiben sie aber ganz in der Nähe – auf dem Schulgelände Auf der Klappe. Ganz im Gegensatz dazu die Jahrgänge fünf und sechs mit jeweils fünf Klassen. Sie wurden schon 2004 ausgelagert in Räumlichkeiten der Astrid-Lindgren-Schule an der Christian-Blank-Straße. Aktuell werden dort rund 260 Schüler der fünften und sechsten Klassen unterrichtet. „Sie sind dort zu Gast“, erläutert Nebenführ, bewusst werde aber die Außenstelle als EGD-Junior bezeichnet.

Provisorium seit 15 Jahren

Das Provisorium mit der Außenstelle an der Christian-Blank-Straße dauert nun schon seit fast 15 Jahren an. Dass 250 Schüler am EGD-Junior unterrichtet werden müssen, sei für die Schule eine große Belastung, wie Nebenführ berichtet. Denn 48 Kollegen müssen täglich zwischen EGD und EGD-Junior pendeln, um Unterricht oder Aufsicht sicherzustellen. Und auch die Fünft- und Sechstklässler des EGD-Junior müssen den Lernort wechseln, wenn etwa Chemie oder Physik auf dem Stundenplan stehen. Die Schüler würden das stolz „Klappentage“ nennen, hergeleitet vom EGD-Standort Auf der Klappe. Unterricht in entsprechenden Fachräumen lasse sich in der Außenstelle nicht umsetzen, so Nebenführ.

Das Pendeln der Lehrkräfte sei nicht nur zeitlich und logistisch eine Herausforderung, sondern bringe nach Aussagen des Schulleiters auch andere Probleme mit sich. So müssten immer wieder „Akten oder andere Unterrichtsmaterialien hin und her transportiert werden“, schildert Nebenführ. Manche Dinge müssten an beiden Schulstandorten vorgehalten werden, weil sie sich wie zum Beispiel manches Modell für den Biologieunterricht nur schwer transportieren ließen. „Das alles ist eine starke Belastung für die Kollegen“, sagt Nebenführ, zumal die pendelnden Lehrkräfte dann auch kaum Pausen zwischen den Unterrichtsstunden hätten.

„Sehr ungünstige“ Situation

Die Situation sei außerdem auch aus pädagogischen Gründen „sehr ungünstig“, ergänzt der Schulleiter. All das, was Schule ausmache, nämlich Gespräche führen zu können zwischen Kollegen oder zwischen Schülern und Lehrern, bleibe gerade für die Jahrgänge fünf und sechs auf der Strecke. „Das ist der Grund, warum wir immer gesagt haben, die Außenstelle soll ein Provisorium sein“, macht Nebenführ klar. „So kann Schule nicht laufen“, denn „wir haben einen hohen pädagogischen Anspruch“.

Sie erreichen die Autorin per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de

Von Britta Eichner-Ramm

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