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Duderstadt Anwohner fordern Durchfahrtsverbot
Die Region Duderstadt Anwohner fordern Durchfahrtsverbot
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19:12 11.09.2018
Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen wollen Engelbert Gatzemeier und weitere Anwohner von Ortsdurchfahrt in Westerode verabannen. Quelle: Foto: Eichner-Ramm
Westerode

„Warum kann man den Verkehrsfluss nicht so führen, dass die Anlieger nicht belastet werden“, fragt Gatzemeier. Er hat rund 60 Unterschriften von Anwohnern gesammelt. „Wir beantragen gemäß Paragraf 45 der Straßenverkehrsordnung, verkehrslenkende Maßnahmen durchzuführen, um den Schwerlastverkehr auf der Landesstraße 569 in der Gemeinde Weste­rode herauszuleiten, insbesondere durch die Anordnung eines ganztägigen Durchfahrtsverbots für Lkw über 7,5 Tonnen sowie für den Gefahrguttransport“ lautet die Forderung in dem Antrag.

Die Straßenverkehrsbehörde könne nach Paragraf 45 Absatz 1 Satz 1 die Benutzung bestimmter Straßen oder Straßenstrecken beschränken oder verbieten und den Verkehr umleiten, heißt es in der Begründung. Ein Durchfahrtsverbot für den Schwerlastverkehr sei zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen, zur Verhütung außerordentlicher Schäden an der Straße und den angrenzenden Wohngebäuden, hinsichtlich der zur Erhaltung der öffentlichen Sicherheit erforderlichen Maßnahmen sowie aus Gründen der Sicherheit und Ordnung dringend geboten, argumentiert Gatzemeier.

Derzeit werde die L 569 saniert. „Und hinterher fahren wieder 40-Tonner über die sanierte Straße“, sagt Gatzemeier. Da sei es doch nur eine Frage der Zeit, bis die Straße wieder marode ist. Besonders der Schwerlastverkehr sollte über die 2015 für den Verkehr freigegebene Ortsumgehung geführt werden. „Neue Straßen haben einen Aufbau von etwa 85 Zentimetern“, erläutert der Antragsteller. Dadurch seien Straßen wie die Umgehung auch geeignet, Schwerlastverkehr auszuhalten. Diese Stabilität sei bei einer Sanierung in der Ortslage jedoch nicht gegeben.

Ein wichtiger Punkt der Forderung im Antrag beschäftigt sich mit der Entwicklung des Ortes, wie Gatzemeier erzählte. Die Sperrung bedeute für Westerode einen Anstieg der Wohn-und Lebensqualität. Das Dorf sei durch Überschwemmungsgebiet, Ortsumgehung und Gewerbegebiet begrenzt und habe wegen fehlender Bauflächen wenig Möglichkeiten einer weiteren guten Entwicklung bezüglich der Einwohnerzahlen. Deshalb könne die weitere Entwicklung im Wesentlichen nur im Bestand erfolgen. Eine Attraktivität des Ortes hänge auch davon ab, ob es gelinge, neben der Dorferneuerung den Lkw- und Gefahrguttransport aus dem Ort herauszuhalten, da etwa die Hälfte der Grundstücke an den befahrenen Straßen liegen. „Nur mit Wohn- und Lebensqualität kann Leerstand in der Zukunft in diesen Bereichen verhindert werden“, schreibt Gatzemeier.

„Der Antrag ist die logische Fortführung eines Ortsratsbeschlusses aus dem Juni 2016“, unterstützt Ortsbürgermeister Bernward Vollmer (CDU) das Anliegen. Damals sei beschlossen worden, dass geprüft werden sollte, die zu dem Zeitpunkt neue Ortsumgehung dahingehend zu nutzen, den Lkw-Verkehr um Westerode herumzuführen. „Wir müssen nur aufpassen, dass die Versorgung weiter zulässig ist“, sagt Vollmer. So zählten beispielsweise auch Heizöllieferungen zu Gefahrguttransporten. Doch Anlieger und Lieferanten wollen auch die Antragsteller nicht aus dem Ort verbannnen, wie Gatzemeier bestätigte. Es stelle sich lediglich die Frage, „warum muss ein Lkw, der weder Anlieger noch Anlieferverkehr ist, durch Westerode fahren?“

Die Straßenverkehrsbehörde kann die Benutzung bestimmter Straßen oder Straßenstrecken beschränken oder verbieten und

den Verkehr umleiten (§45 Abs. 1 Satz 1 StVO). Ein Durchfahrtsverbot für den Schwerlastverkehr ist

1. zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen

2. zur Verhütung außerordentlicher Schäden an der Straße und den angrenzenden Wohngebäuden

3. hinsichtlich der zur Erhaltung der öffentlichen Sicherheit erforderlichen Maßnahmen

4. aus Gründen der Sicherheit und Ordnung dringend geboten

Verkehrsführung, Jugendraum und Mehrzweckhalle

Ein Antrag von Anwohnern mit der Forderung nach verkehrslenkenden Maßnahmen wird während der achten Sitzung des Ortsrates Westerode diskutiert. Weitere Punkte auf der Tagesordnung bilden unter anderem die Festlegung einer Nutzungsordnung für den Jugendraum-Container, ein Sachstand zur Planung und Sanierung der Mehrzweckhalle sowie die Vorstellung der neuen Dorf-FSJlerin Lisa Günther.

Wegen der Containerlösung als Jugendraum habe die Nutzungsordnung angepasst werden müssen, berichtet Ortsbürgermeister Bernward Vollmer (CDU). „Es müssen formell einige Dinge erfüllt sein.“ Die Aktualisierung sei gemeinsam mit der Ortsjugendpflegerin Silvia Pabst erarbeitet worden. Bei der Mehrzweckhalle gehe es nun darum, konkret zu schauen, welchen Sanierungsbedarf es gebe. Es gelte abzuwägen, sagte Vollmer, ob es günstiger sei, die Halle zu ersetzen oder sie durch bauliche Maßnahmen in der Statik zu verbessern. Auch müssten energetische Sanierungen berücksichtigt werden. Die Halle sei stark von Vereinen und dem Kindergarten frequentiert, betont der Ortsbürgermeister die Bedeutung des Gebäudes für den Ort.

Der Ortsrat Westerode tagt am Montag, 17. September, ab 19 Uhr in der Gaststätte Kellner, Westeröder Straße 52.

Von Rüdiger Franke

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