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00:16 03.10.2017
Ortsbürgermeister Pascal Schwedhelm schnippelt Obst für die Saftpresse. Quelle: Arne Bänsch
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Mingerode

Am Sonnabendmorgen fuhr den Organisatoren der Schreck in die Glieder. Mal wieder stand ein Fest in Mingerode an und wieder regnete es nicht zu knapp. „Nach dem Musikfestival und dem Lindenalleefest wäre es das dritte Fest, das ins Wasser gefallen wäre“, sagte Simone Burghardt, die gemeinsam mit Dennis Kohl, Max Moder und Maximilian Fahlbusch die Organisation übernommen hatte. Wie das Festival hätte dann auch das Apfelfest ausfallen müssen. “Glücklicherweise hat der Regen rechtzeitig aufgehört, so dass wir doch beginnen konnten“, erzählte Burghardt. Das Wetter hielt und zur Spitzenzeit seien etwa 120 Besucher am Obstbaumlehrpfad im Bereich „Zum Suthfeldweg“ gewesen. Es sei aber auch ein stetes Kommen und Gehen gewesen.

Die Initiative Mingeropde 2030 hat ein Apfelfest organisiert. Zusätzlich zu kulinarischen Genüssen wurden auch Informationen vermittelt.

Bereits am Freitag waren die Organisatoren unterwegs gewesen und hatten Äpfel und auch Birnen gepflückt. „Das dürften ungefähr 200 Kilogramm gewesen sein“, erzählte Fahlbusch. Er hatte sich mit einer Handsaftpresse neben dem Anhänger mit den Äpfel postiert und presste Saft. Dabei erhielt er Unterstützung von Ortsbürgermeister Pascal Schwedhelm (UWM) und Christian Kreis. Die beiden schnippelten das Obst klein. Am Ende hatten das Trio in den drei Stunden 18 Liter Saft produziert. „Wir wollten zeigen, wie mühsam es früher war, Saft herzustellen“, sagte Fahlbusch. Deshalb sei er mit dem Schnitt von sechs Litern pro Stunde durchaus zufrieden.

Bern Wiesenmüller vom Nabu erläuterte interessierten Besuchern viel Wissenswertes zu den einzelnen Obstbaumsorten. „Er hat den Lehrpfad damals mit angelegt“, berichtete Hans-Georg Schwedhelm, einer der Sprecher der Initiative „Mingerode 2030“. Und so konnte Wiesenmüller viel über die Besonderheiten der Bäume erzählen. Darüber hinaus gab er den Teilnehmern auch Pflegetipps rund um den Baumschnitt. Landwirt Maximilian Fahlbusch hatte einiges an Informationsmaterial zum Thema Nachhaltigkeit mitgebracht. „Dabei geht es um Fragen wie ’Warum sterben Höfe weg?’ oder ’Warum gibt es weniger Bienen in der Feldflur?’“, erklärte er.

Wissenswertes zum Thema Bienen und deren Zucht und Haltung vermittelte Hobbyimker Dirk Schwedhelm. „Ich bin aber noch ganz frisch dabei“, erzählte er. Er habe erst in diesem Jahr mit der Imkerei begonnen. Für ihn stehe auch nicht der Honiggewinn im Mittelpunkt. „Für mich ist das praktizierter Umweltschutz“, sagte er. Denn es gebe immer weniger Bienen. Und dabei verwies er auf ein Bericht über China, wo die Blüten zum Teil mittlerweile per Hand bestäubt werden müssten. Aus Nächstenliebe handelt Irmtraud Wüstefeld unter anderem mit Essig, Fruchtaufstrich und Likör. Der Erlös ihrer Verkäufe geht zu 100 Prozent an die Kinderaidswaisenhilfe Südafrika der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in Paderborn / Neuenbeken.

Von Rüdiger Franke

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