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Duderstadt Anerkennung und Hilfe statt ein Stück Metall
Die Region Duderstadt Anerkennung und Hilfe statt ein Stück Metall
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15:27 20.09.2017
Quelle: GT
Duderstadt

Die Idee sei als Anregung aus dem Ortsrat Fuhrbach gekommen, erläuterte die Städtische Rätin Bettina Steinmetz zu Beginn der Diskussion. Daraufhin seien seitens der Verwaltung Anfragen an den Niedersächsischen Städtetag (NST), den Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund (NSGB), den Landkreis Göttingen sowie das Niedersächsische Sozialministerium gestellt worden. Von NST und NSGB lägen auch bereits Rückmeldungen vor. So sei eine solche Auszeichnung bislang nur auf Landesebene bekannt. Beide Spitzenverbände würden die Umsetzung vor dem Hintergrund der freiwilligen Aufgabe im Rahmen der Kommunalen Selbstverwaltung durchaus für denkbar halten.

„Ich habe größte Bauchschmerzen“, sagte Marliese Frisch-Dvorák (Grüne) zu der Idee. Das Letzte, was pflegende Angehörige bräuchten, sei eine Medaille. „Sie brauchen viel eher Ansprache und Gehör.“ Die Angehörigen müssten freie Tage machen können, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Also sollte das Geld eher an eine Stelle gegeben werden, wo Angehörigen geholfen werde. „Anerkennung und Hilfe statt ein Stück Metall“, so Frisch-Dvorák.

Für solch eine Medaille könne ein Angehöriger nichts kaufen, sagte Thomas Linkhorst (FDP). Und außerdem hätten zum Beispiel alle Ehrenamtlichen im Lorenz-Werthmann-Haus, in dem der Ausschuss tagte, eine Medaille für ihr Engagement verdient. Er schlug vor, Ehrenamtliche zu einem Abend ins Rathaus einzuladen oder zu einem Wohltätigkeitskonzert im LNS-Park.

Anlehnung an Ehrenamtskarte

Anerkennung sollte sein, in welcher Form auch immer“, sprach sich Dieter Thriene (CDU) dafür aus, die Idee nicht komplett zu verwerfen. Denn es gebe eine Veränderung in der Gesellschaft. „Vor Jahren ist es noch selbstverständlich gewesen, dass man sich in der Familie geholfen hat.“ Thriene unterstützte die Idee von Linkhorst. Bei einem Konzert kämen die Angehörigen zumindest mal für zwei bis drei Stunden raus. Thorsten Krone (CDU) regte an, dass es eine Anerkennung von öffentlicher Stelle geben sollte – „vielleicht wie die Ehrenkarte“.

Katja Neumann (SPD) sprach sich dafür aus, leiber die Gelder aufzustocken und aktive Arbeit vor Ort zu unterstützen. Auch Lydia Ballhausen (Caritasverband, Lorenz-Werthmann-Haus) plädierte dafür, eher mehr Hilfe und Beratung zu geben. „Im Pflegefall wird ganz viel Know-how bis hin zur Rechtsberatung benötigt“, so Ballhausen. Bei einer Einzelauszeichnung träfe man nicht die Masse, ergänzte Stefan Stollberg (CDU). „Aber vielleicht könnte der Oberbegriff Pflegemedaille bleiben“, so Stollberg. Dieser könnte dann für die verschiedenen Angebote stehen. „Beratung, Entlastung und Aufklärung sind die Stichworte, die dem Betroffenen am meisten helfen.“

Von Rüdiger Franke

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