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Duderstadt Bahnhof in Duderstadt: Zeuge wechselvoller Geschichte
Die Region Duderstadt Bahnhof in Duderstadt: Zeuge wechselvoller Geschichte
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00:17 10.02.2013
Früheres Gleisbett: Mehr als 85 Jahre lang verkehrten hier Züge, heute bildet der Bereich die Rückfront des Bahnhofsgebäudes. Quelle: Victoria Lueder
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Duderstadt

Gerd Hülfenhaus öffnet dafür sein Fotoarchiv. Den heutigen Bahnhof setzt Victoria Lüder in Szene.

Mit der Umwandlung des aus der Kaiserzeit stammenden Duderstädter Bahnhofes in Arzt-Praxen ist die Entwicklung dieses zentralen Duderstädter Areals ein Stück fortgeschritten. Für die Eisenbahngeschichte im Untereichsfeld wurde damit jedoch das wohl endgültig letzte Kapitel abgeschlossen. Dies ist eine recht mühsame Geschichte, die von vielen Hoffnungen, vielen Enttäuschungen und noch mehr Fehlschlägen geprägt ist.

Sonderpublikation des Eisenbahnclubs Eichsfeld

Detailliert lässt sich das in einer Dokumentation nachlesen, die der Ortsheimatpfleger Duderstadts, Herbert Pfeiffer, zusammengestellt hat. Die Arbeit wurde im Rahmen einer Sonderpublikation des Eisenbahnclubs Eichsfeld der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Darin lässt sich unter anderem nachlesen, dass sich die Duderstädter eigentlich schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts eifrig darum bemüht hatten, in das reichsweit expandierende Eisenbahnnetz eingewoben zu werden. Doch das Interesse der Entscheidungsgremien war hinsichtlich des hannoverschen Eichsfeldes mäßig. Es gelang erst im Jahr 1889, Duderstadt über eine Nebenlinie anzubinden - die Strecke Duderstadt-Wulften. Erst im Jahr 1898 war dann die Weiterführung der Linie bis Leinefelde geschafft.

In den Folgejahren gab es die unterschiedlichsten Vorschläge zum Ausbau des Schienennetzes im Untereichsfeld. Bei Vorschlägen blieb es auch, mit einer Ausnahme: Ab 1897 fuhr eine Kleinbahn durch das Gartetal von Rittmarshausen nach Göttingen, 1907 erreichte die Strecke den Anschluss in Duderstadt.

Schienen zwischen Duderstadt und Teistungen gekappt

Die Bemühungen um eine Verdichtung des Schienennetzes insgesamt erlebten schließlich einen heftigen Absturz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, als bei Ziehung der Zonengrenze die Schienen zwischen Duderstadt und Teistungen gekappt wurden. Der Eiserne Vorhang war heruntergegangen. Umso größer war nach dem Fall der Mauer im November 1989 die Aufbruchstimmung bei den Entscheidungsträgern: Duderstadt sollte über die Schiene wieder an Teistungen und damit - via Leinefelde - in das gesamtdeutsche Eisenbahnnetz eingebunden werden. Nur 3,5 Kilometer Schienenbau fehlten für den Lückenschluss.

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Nur 3,5 Kilometer: Gleis-Endpunkt in Teistungen.

Es kam anders. Trotz intensiver Bemühung der Kommunalpolitiker und Verwaltungsvertreter aus dem Untereichsfeld konnte die Deutsche Bahn nicht überzeugt werden, die Verbindung Duderstadt-Teistungen wieder zu aktivieren. Wirtschaftlichkeitserwägungen gaben den Ausschlag.

Und es kam noch schlimmer. Nicht nur der Lückenschluss blieb aus, es wurden auch die Schienen zwischen Teistungen und Worbis demontiert, mangels Auslastung der Züge. Damit zerbrach eine der ganz großen Hoffnungen hinsichtlich der Verkehrspolitik im Untereichsfeld. Ebenso war es bis heute nicht möglich, die seit der Wende dringend geforderte Umgehungsstraße für Duderstadt und Gerblingerode zu bauen.

Firma Faller als Modellbau-Satz vermarktet

Einen anderen Rückschlag in Sachen Verkehrsanbindung hatten die Duderstädter bereits 1974 hinnehmen müssen. In diesem Jahr war der Personenverkehr auf der Schiene zwischen Wulften und Duderstadt eingestellt worden. Wenige Jahre später kam auch der Güterverkehr auf dieser Strecke zum Erliegen, und Duderstadt wurde eisenbahnmäßig auf den noch erhaltenen Bahnhof reduziert.

Der war inzwischen von den Mitgliedern des Eisenbahnclubs Eichsfeld erfolgreich über die Firma Faller als Modellbau-Satz vermarktet worden und diente als reales Gebäude viele Jahre lang einem Getränkehandel und einer Pizza-Station als Unterkunft. Nun also Arzt-Praxen: Eine neue Zeit, eine neue Nutzung, eine neue Station auf der Fahrt in die Zukunft, wenn auch ohne Schienen.

  • „Die Verkehrserschließung des hannoverschen Eichsfeldes. Durch die Eisenbahn im 19. Jahrhundert“, Herbert Pfeiffer, erhältlich beim Eisenbahnclub Eichsfeld, Gerd Hülfenhaus, Hinterstraße 32, Telefon 05527/2957.
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