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Duderstadt Plan für Bebauung „Am Hellergraben“
Die Region Duderstadt Plan für Bebauung „Am Hellergraben“
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20:01 04.10.2017
Blick durch die historische Stadtmauer auf den Clara-Gerlach-Garten mit dem Hellergraben. Quelle: Foto: Hinzmann
Duderstadt

Der Eigentümer der Grundstücke Christian-Blank-Straße 4 bis 8 plant, ein Gebäude mit einer Höhe von 13,7 Metern und 18 Wohnungen auf dem Areal des ehemaligen Sportgroßhandels zu errichten. Ein zweites, ebenso hohes, mit elf Wohnungen soll im denkmalgeschützten Clara-Gerlach-Garten entstehen. Unter den Gebäuden soll eine Tiefgarage 51 Stellplätze bieten. Während das erste Gebäude aus denkmalpflegerischer Hinsicht eher problemlos sei, berühre die Planung des zweiten Gebäudes die Denkmalpflege an drei Punkten, wie in der Sitzungsvorlage dargestellt wurde. Zum einen sei die Baudenkmalpflege in Bezug auf den Erhalt und Erlebbarkeit sowie Umgebungsschutz des ersten Befestigungsringes betroffen, des Weiteren aber auch die Bodendenkmalpflege aus archäologischer Sicht und die Gartendenkmalpflege wegen des Clara-Gerlach-Gartens.

„Ich finde es schön, dass wir in der Entscheidungssituation sind und etwas für die innerstädtische Entwicklung tun können“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Lothar Koch (CDU). Der Investor sei immer bereit gewesen, weiterzugehen und auch die Stadtverwaltung sei mitgegangen. Bei diesem Vorhaben seien nicht gesetzliche Vorgaben exekutiert, sondern interpretiert worden.

Das Ansinnen, eine Gewerbebrache in schwierigem historischen Umfeld zu entwickeln, sei ein Unterfangen, das begleitet werden müsse, erklärte Lothar Dinges (WDB). Trotzdem sei die Aussage von der Denkmalpflege wichtig, denn „wir haben den Stadtwall, aber sonst keinen prähistorischen Boden mehr.“ Wichtig finde er, dass die Tiefgarage mehr Plätze biete als gefordert seien.

Die Umwandlung der Industriebrache in stadtnahen Wohnraum befürwortete auch Jochen Mitschke, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Unsere Stadtentwicklung braucht positive Beispiele“, sagte er. Sonst werde sich der nächste Investor fragen, ob sich ein Engagement überhaupt lohne.

Als „wichtiges Projekt für Duderstadt“ hat der zweite stellvertretende Bürgermeister Matthias Schenke (SPD) das Bauvorhaben bezeichnet. „Es wäre ein zukunftsfähiges Projekt, wenn wir es schaffen, gleichzeitig die Attraktivität der Innenstadt zu verbessern.“ Allerdings monierte er, dass Denkmalschutzbedenken im Vorfeld hätten geklärt sein müssen.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Thorsten Feike erinnerte unter anderem an die Gespräche mit den Nachbarn, die weitgehend positiv verlaufen seien. Und Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) erklärte, dass er dankbar sei, dass bei diesem „inhaltlich zukunftsträchtigen und mutigen Projekt an einem sensiblen Standort“ ein Dialogprozess entstanden sei.

Hermann Hesse (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt- und Feuerschutz, verwies auf das Beispiel in der Dreifaltigkeitsgasse, wo es zum Thema Parkdeck auch immer wieder zu Veränderungen gekommen sei. Vergleichbar sei die Entwicklung beim Bebauungsplan „Am Hellergraben“. So habe der Bauherr wegen der Sichtbeziehung zum Westerturm die Höhe um drei Meter abgesenkt, habe einen größeren Abstand zur Mauer und den Nachbarn gewählt und weitere Dinge angepasst. „Wir haben sehr viel erreicht“, sagte Hesse. Es werde durch das Bauvorhaben auch eine Belebung der Innenstadt geben. „Wir werden Bewohner bekommen, die auch in die Stadt gehen und dort Geld ausgeben.“

Bei „all der regen Bautätigkeit“ dürften aber nicht Projekte wie „Jung kauft Alt“ aus den Augen verloren werden, sagte Marliese Frisch-Dvorák (Grüne) und ergänzte, dass es auch Wohnmöglichkeiten geben müsse für Leute, die sich Eigentumswohnungen nicht leisten könnten.

Von Rüdiger Franke

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