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Duderstadt Luchsin starb wohl an Knochenkrankheit
Die Region Duderstadt Luchsin starb wohl an Knochenkrankheit
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18:07 02.05.2017
Quelle: Silvester Tamás
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Bockelnhagen/Jena

Wissenschaftler hätten nicht ausgeschlossen, dass die Luchsin an einer Krankheit, die zu Knochenveränderungen führt, verendet ist, teilt der Nabu mit. Warum aber die sterblichen Überreste des Tieres Anzeichen einer menschlichen Manipulation aufweisen, sei unklar geblieben. Die Luchs-Leiche war am 5. Dezember 2015 bei Bockelnhagen im Eichsfeld gefunden worden.

 Es stellte sich heraus, dass es sich um die Luchsin mit der wissenschaftlichen Bezeichnung F5 aus dem Harz handelte. Dort hatte das Tier ein Sendehalsband erhalten und war ins Eichsfeld abgewandert. „Im Mai 2015 brachte sie hier eine Rekordzahl von fünf Luchsjungen zur Welt. Damit gelang erstmals seit der Ausrottung der Luchse im 18. und 19. Jahrhundert der Nachweis einer Reproduktion von Luchsen in Thüringen“, berichtet Silvester Tamás, Sprecher der Landesarbeitsgruppe Luchs im Nabu Thüringen. „Da die Luchsjungen zum Zeitpunkt des Todes der jungen Luchsin jedoch noch auf ihre Mutter angewiesen waren, ist davon auszugehen, dass diese wahrscheinlich verendet sind.“

Bislang war die Todesursache der Luchsin F5 nicht geklärt worden. Ein erstes Gutachten des Leibniz-Institutes für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin (IZW) war ergebnislos verlaufen. Untersuchungsergebnisse von FeliCITES belegen nun, dass die Luchsin an einer hypertrophen Osteopathie verendet sein könnte. Dabei handelt es sich um pathologische Veränderung des Knochengewebes, die zur reaktiven Bildung von jugendlichem Knochengewebe vornehmlich an den Gliedmaßenknochen und damit zu Knochenveränderungen führt. "Die Knochenveränderungen deuten auf einen Krankheitsprozess im Brustraum hin, der sicherlich zu Beeinträchtigungen geführt hat und eventuell auch todesursächlich gewesen sein kann", erläutert Volker Zimmermann von FeliCITES.

Die neuen Ergebnisse zeigen, wie wichtig die genaue Untersuchung von tot aufgefunden Beutegreifern ist. "Wir wissen, dass Luchse, aber auch Wölfe in Deutschland immer wieder illegal getötet werden, obwohl sie strengsten Schutzstatus genießen. Deshalb ist es unerlässlich herauszufinden, woran sie gestorben sind", so Tamás.

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