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Duderstadt Brandruine an der Göttinger Straße in Duderstadt wird abgerissen
Die Region Duderstadt Brandruine an der Göttinger Straße in Duderstadt wird abgerissen
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00:31 14.04.2018
Das Foto von der Brandruine an der Göttinger Straße ist am Dienstag entstanden - mittlerweile ist das Gebäude fast komplett verschwunden. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Darunter litten vor allem die Nachbarn: Immer wieder habe der Wind Schutt und Isolierungsmaterial auf ihr Grundstück geweht, hatten Sie sich schon vor Monaten gegenüber dem Tageblatt beklagt. Und auch der Voreigentümer der Ruine meldete sich: Er habe das Haus zwar schon lange verkauft, doch die mangelnde Absicherung des zerfallenden Objekts mache ihm Sorgen, sagte Karl Heinz Müller.

Stadtverwaltung bestätigt Abriss

Dementsprechend groß ist die Erleichterung, dass jetzt die Baumaschinen anrücken. Die Stadtverwaltung bestätigte am Montag das Offensichtliche: „Das Haus wird abgerissen“, sagte Sabine Holste-Hoffmann vom Ordnungsamt. Derzeit werde das Haus entmüllt, danach gehe der Abriss weiter.

Zugleich betonte sie, dass sich Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) dafür sehr eingesetzt habe. Das sich die Stadt Duderstadt ausreichend um die Ruine kümmere, hatten Nachbarn im Februar noch angezweifelt: Einige von ihnen litten einigen Angaben zufolge unter Lungenerkrankungen und machten sich Sorgen angesichts der möglicherweise krebserregenden Dämmwolle, die bei starken Wind in der Umgebung des Hauses herumflog.

Stadt Duderstadt nicht zuständig

Dass sich die Betroffenen laut eigenen Schilderungen deshalb hilfesuchend an die Stadt Duderstadt gewandt hatten, dementierte diese allerdings. „Uns ist davon nichts bekannt“, sagte Johannes Böhning damals dem Tageblatt gegenüber. Wenig später meldete sich der Voreigentümer Müller und bestätigte, dass die Dämmwolle nicht lange vor dem Brand ausgetauscht worden sei – zu einer Zeit, in der laut Experten krebserregende Dämmwolle nicht mehr verbaut wurde.

Auch befürchteten die Nachbarn und der Voreigentümer Müller, dass die Ruine Jugendliche und Obdachlose anziehen könnte. Weil das Haus, wie die Stadtverwaltung bestätigte, einsturzgefährdet war, hätte das lebensbedrohlich ausgehen können – doch Sicherungsmaßnahmen wie große Bauzäune gab es nur zeitweise. Auch das fiel aus Sicht der Stadtverwaltung in die Zuständigkeit des Eigentümers, auch wenn Böhnung eindringlich vor dem Betreten des Gebäudes warnte.

Pläne für das Grundstück unbekannt

Was der Eigentümer nun auf dem Grundstück plant, will er dem Tageblatt vorerst nicht sagen. Nach Angaben der Stadtverwaltung waren zuletzt sowohl die Schaffung von Parkflächen als auch ein Neubau im Gespräch. Doch über die aktuellen Pläne wollte auch die Stadtverwaltung keine Auskunft erteilen. „Wir werden das weiterhin begleiten“, kündigte Holste-Hoffmann allerdings an.

Weitgehend zerstört wurde das Haus schon 2012. Ein Feuer verwüstete damals das Haus, mehr als 80 Einsatzkräfte waren damals im Einsatz. Ein Bewohner musste wegen einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus. Seitdem war das Haus unbewohnbar und der Stadtverwaltung zufolge einsturzgefährdet. Den Schaden bezifferte Voreigentümer Müller mit etwa 1,5 Millionen Euro.

Von Christoph Höland

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