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Duderstadt Brieftaubenzüchter zeigen ihr Hobby
Die Region Duderstadt Brieftaubenzüchter zeigen ihr Hobby
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00:25 01.04.2018
Karl Döring (l.) und Willi Klingebiel zeigen Leistungstauben aus dem Schlag von Klingebiel. Quelle: Richter
Tiftlingerode

„Wir wollen Neugier wecken bei Leuten, die Interesse am Taubensport haben könnten“, sagt Klingebiel. Initiator sei der Bundesverband der deutschen Brieftaubenzüchter. Besucher können die Schläge besichtigen, die Tauben fliegen sehen, die technische Ausstattung kennen lernen und unter anderem auch erfahren, wie mit Hilfe eines Chips die Flugzeiten der Tauben gemessen werden, außerdem werde Informationsmaterial des Verbandes verteilt.

Erdmagnetsystem und Sonne sorgen für Orientierung

Döring weiß aus Erfahrung, dass sich viele Menschen dafür interessieren, wie die Tauben aus hunderten Kilometern Entfernung wieder zu ihren Schlag zurückfinden. „Das Erdmagnetsystem im Zusammenspiel mit der Sonne sorgt dafür, dass die Tauben wissen, wo sie hinmüssen“, erklärt der Züchter den Hintergrund. Es sei „schon phänomenal, wie die Tauben das über so viele Kilometer machen“, meint der zweite Vorsitzende der Reisevereinigung.

Die Zahl der Brieftaubenzüchter sei bundesweit allein im vergangenen Jahr von 40000 auf 35000 zurückgegangen, macht Klingebiel deutlich, wie wichtig Öffentlichkeitsarbeit für das Hobby ist. Statt 51 reisende Schläge im Jahr 2007 gebe es innerhalb der Reisevereinigung Duderstadt mittlerweile nur noch 30. Dies gehe einher mit einem immer höheren Durchschnittsalter der Züchter. „Unser jüngstes Mitglied ist 54“, berichtet der Taubenfreund.

In früheren Zeiten hätten sich auch jüngere Menschen für das Hobby mit den Flugtieren interessiert. Klingebiel führt die Entwicklung auf die vielfältiger gewordenen Freizeitangebote zurück. „Die Liebe zum Tier ist nicht mehr so da“, bedauert der 71-Jährige, dem sein Vater 1960 in Ecklingerode die ersten vier Tauben geschenkt hatte. „Wer Tauben hat, muss 365 Tage am Ball blieben, jeden Tag mindestens eine Stunde“, schildert der Eichsfelder seine Erfahrungen. Man könne sich mit den Tauben gut beschäftigen, sie seien „zahm, fressen aus der Hand und fliegen auf die Schulter“. Wichtig sei es, den Tauben nicht mit Hektik zu begegnen. „Wenn man von der Arbeit kommt und aufgedreht ist, sollte man erstmal eine Flasche Bier trinken“, lautet ein Tipp von Klingebiel. Sei der Züchter hektisch, seien es die Tauben auch.

1100 bis 1200 Meter in einer Minute schnell

Die Tiere, die von der Felsentaube abstammen würden, wiegen nach seinen Worten im Schnitt 400 Gramm und könnten 1100 bis 1200 Meter in einer Minute fliegen. „Anfang der Saison sieht man schon, welche Taube etwas im Kopf hat und am schnellsten nach Hause findet.“ Flügel, Körperform und das Becken seien außer der Schnelligkeit die Faktoren, die etwas über die Qualität einer Taube aussagen. Gutes Futter für die Tauben müsse Anfang der Woche Kohlenhydrate und Eiweiß beinhalten, am Ende der Woche würden die Tiere dann mit Fetten aufgebaut, „damit der Tank voll ist“, berichtet Klingebiel, in dessen Schlag auch die Schwester von Deutschlands schnellster Taube lebe.

Klingebiel und Döring beteiligen sich am Sonntag, 15. April, von 12 bis 16 Uhr am „Tag der Brieftaube“. Der Taubenschlag von Klingebiel befindet sich in Tiftlingerode, Salmketalstraße 17, der von Döring in Obernfeld, Hauptstraße 68.

Von Axel Artmann

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