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Duderstadt Lückenschluss der B 247 zwischen Thüringen und Niedersachsen gefordert
Die Region Duderstadt Lückenschluss der B 247 zwischen Thüringen und Niedersachsen gefordert
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00:34 07.05.2018
Mitglieder der Bürgerinitiative "Ortsumgehung Ja!" kämpfen für den Lückenschluss zwischen Thüringen und Niedersachsen (v.l.): Benno Wüstefeld, Engelbert Gatzemeier, Hermann Hesse und Hans-Eberhard Werner. Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Ohne Lückenschluss werde es schwer für die Region, prognostiziert Gatzemeier. Die Region brauche eine sehr gute Infrastruktur. Eine Bahnlinie gebe es nicht mehr, sei aber nach heutigen Gesichtspunkten über Northeim auch nicht mehr richtig, da die Anbindung an das Oberzentrum Göttingen fehle. Durch eine durchgehende Umgehung ergebe sich aber vielleicht eine andere Chance – durch Fernreisebusse.

Fernreisebusse als Chance

Gatzemeier berichtete, dass er mit einem Bus von Göttingen nach Leipzig unterwegs gewesen sei. Über die Autobahnen 7 und 38 benötige der Bus etwa 50 Minuten bis zur Anschlussstelle Leinefelde-Worbis. Die Zeit bleibe bei einer durchgehenden Umgehung etwa gleich, allerdings böte sich in Duderstadt ein zusätzlicher Stopp für das Unternehmen. Ohne Umgehung sei ein Stopp für Fernreisebusse hingegen nicht interessant, bestätigte Benno Wüstefeld, ebenfalls Mitglied im Leitungsteam der BI.

Alte Diskussion

Die Diskussion um eine Ortsumgehung sei nicht neu. Gerblingerodes Ortsbürgermeister Dieter Thriene (CDU) habe ihm erzählt, dass bereits in den 70er-Jahren gesagt worden sei, dass es eine Umgehung geben werde, berichtete Benno Wüstefeld, ebenfalls Mitglied im Leitungsteam der BI. Allerdings habe es auch etwa 40 Jahre gedauert, bis eine durchgehende Straße von Göttingen nach Duderstadt geführt habe, ergänzte Gatzemeier.

Entlastung für betroffene Bürger

Ein wichtiges Anliegen der Bürgerinitiative sei die Entlastung der an den Durchgangsstraßen wohnenden Bürger, erklärte Wüstefeld. Viele ältere Menschen seien bereits aus der Industriestraße fortgezogen, erzählte Hans-Eberhard Werner, Dritter im Bunde des BI-Leitungsteams. Wer in der Industriestraße wohne, brauche keinen Wecker, sagte er. Morgens ab 5.30 Uhr beginne der Verkehr stark zuzunehmen. Aber auch abends sei es laut, wenn Motorräder oder Autos mit hoher Drehzahl vorbeifahren. Bei Bekannten in Gerblingerode wackele die Wand, verursacht durch den Schwerlastverkehr.

Wirtschaftliche Entwicklung

Doch immer wieder kehrt das Trio zum Thema wirtschaftliche Entwicklung der Stadt zurück. „Nur mit dem Breitbandausbau haben wir noch keine Logistik“, sagt Gatzemeier. Bei guter Verkehrsanbindung würden sich weitere Unternehmen in der Stadt ansiedeln, ist er sich sicher. Auch könne eine gute Anbindung zur Fachhochschule Nordhausen ein zusätzlicher Standortfaktor sein. Eine gute Infrastruktur sei wichtig in alle Richtungen, so Wüstefeld. Deshalb müsse auch der Bau der VKE1 als Umgehung um Obernfeld und Mingerode realisiert werden.

Zielverkehr willkommen

Es gehe auch nicht darum, den kompletten Verkehr aus Duderstadt zu verbannen, so Gatzemeier. „Wir werden auch mit der VKE3 nicht auf einer Insel leben.“ Der Zielverkehr, zum Beispiel zur Feilenfabrik oder in die Innenstadt, sei den BI-Mitgliedern durchaus willkommen. „Wenn wir die Pendler und den Durchgangs-Schwerlastverkehr auf die Umgehung bekommen, haben wir schon viel gewonnen.“

Naturschutz bedenken

„Öffentlich kommt es immer so rüber, dass wir nichts mit Naturschutz zu tun haben“, spricht Wüstefeld einen Punkt an, der der BI immer vorgeworfen werde. Dem sei aber nicht so. Hermann Hesse, Bauausschuss-Vorsitzender im Rat der Stadt Duderstadt, ergänzte, dass es bereits Gedanken gebe, wie zum Beispiel die Haselmaus umgesiedelt werden könne, deren Population von Umgehungsgegnern angesprochen werden. „Uns ist der Naturschutz wichtig“, betonte Wüstefeld, aber das Menschenwohl dürfe dabei nicht vergessen werden. Sicherlich sei der Tunnel ein Einschnitt in die Natur, aber dafür werde es Ausgleichsmaßnahmen geben. „Da müssen wir den Planungsbüros vertrauen“, sagte Hesse und verwies auf deren jahrelange Erfahrung.

Informationen in der Innenstadt

Mehr als 1000 Unterschriften haben die BI-Mitglieder mittlerweile für ihr Anliegen gesammelt. Wer sich über die BI „Ortsumgehung Ja“ informieren möchte, bekommt am Sonnabend, 26. Mai, von 9 bis 13 Uhr Gelegenheit. Dann stehen Mitglieder mit ihrem Stand in der unteren Marktstraße in Duderstadt. „Wir wollen die Bürger noch einmal motivieren, uns zu unterstützen“, sagt Wüstefeld.

Von Rüdiger Franke

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