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Duderstadt Wenn die „Klömpe“ Fastnacht feiern
Die Region Duderstadt Wenn die „Klömpe“ Fastnacht feiern
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16:10 11.02.2018
Büttenabend in Wollbrandshausen: Der "Gerichtshof" tritt auf. Quelle: Peter Heller
Wollbrandshausen

Man muss schon darauf achten, wie heftig man in Wollbrandshausen Fastnacht feiert. Sonst geht es einem so, wie den beiden Brüdern, die im vergangenen Jahr zu tief ins Glas geschaut hatten und von „Heinz und Klaus-Peter” nach Hause gebracht werden mussten. Prompt waren sie nämlich Thema des diesjährigen Bühnenprogramms – zur 128. Fastnachtsfeier.

Büttenabend in Wollbrandshausen

Im ausverkauften Dorfgemeinschaftshaus feierten die Wollbrandshäuser und ihre Gäste am Sonnabend ihren Büttenabend. Das Programm verlangte schon ein gewisses Maß an Ortskenntnis - „Klömpe Wolau” sind Wörter, die außerhalb Wollbrandshausens eher selten zu hören sind. Hier sind sie quasi das „Kölle Alaaf” des Eichfeldsortes. „Klömpe” werden die Wollbrandshäuser schon seit Generationen genannt, so erklärte es eine Einheimische. In der kleinen Eichsfelder Karnevalshochburg wird bis Mittwoch durchgefeiert, auf den Büttenabend folgen unter anderem Umzug, Stümpel- und Heringsessen und das „Piepgösselrasieren”.

Damit nicht genug der Besonderheiten: Den Büttenabend organisierte der Fastnachtsverein, das geschieht in vielen Eichfeldorten. Eine gewisse fastnachtstragende Rolle spielt in Wollbrandshausen aber auch der „Gerichtshof”, der sich aus drei „Weißen” und einigen „Schwarzen” zusammensetzt. Der Gerichtshof, eine Gruppe junger Männer aus dem Dorf, feierte sich am Büttenabend erstmal warm. Als die Mädels der Garde auf der Bühne tanzten, stand der Gerichtshof auf den Stühlen und klatschte kräftig mit. Später wurde der „Gerichtshof” dann offiziell vorgestellt und hatte seinen großen Show-Auftritt im Bühnenprogramm.

Durch das Büttenabend-Programm führen zwei schwungvolle Herren, Lars Gleitze und Heiko Schwedthelm. Gleitze, der auch die Geschichte der beiden betrunkenen Brüder zum besten gibt, ist nicht nur ein versierter Moderator, der Mann kennt sich aus - und offenbar jeden hier. Am Sonnabend teilte er auch mal aus - so wurde Tänzerin „Gabi” aus der Aerobicgruppe als Nikotinfreundin geoutet („Na, Gabi, erstmal eine rauchen?“) und Severin Kasmir wird mangels Körpergröße als Helfer unter der Bühne verspottet. Das Publikum hatte seine Freude an den Sketchen, Tanzauftritten, der Musik und den flotten Sprüchen der Moderatoren.

Der Bürgermeister trat in Trump-Manier in die Bütt. Thorsten Freiberg schüttelreimte über Grippe, Sturm und Ehrenamt. „Make Wollbrandshausen great again, Fastnacht first”, so das Motto des Bürgermeisters. Es folgten „Shakespears Erben”, die mit Rollator und Seniorenwindeln einen Sketch ganz ohne Worte aufführten. Volles Haus herrschte auf der Bühne, als die 19 Mädels der Aerobic-Gruppe zu „Moskau” von Dschingis Khan tanzten – der Gerichtshof stand wiederum auf den Stühlen. Marlis Schwedthelm sorgte in ihrem Telefonsketch für Klatsch und Tratsch. Und immer wieder hallt es durch den Saal, ein dreifach “Klömpe Wolau”.

Nach Umzug und Kinderfasching am Sonntag folgt am Rosenmontag um 9 Uhr das Generationenfrühstück im Dorfgemeinschaftshaus. Einzigartig und traditionell im Eichsfelder Karneval ist die Piepgösselrasur, die auch 2018 nicht nur Karnevalisten aus Wollbrandshausen, sondern auch aus den umliegenden Ortschaften ins Dorfgemeinschaftshaus locken wird. Dann wird es ernst für die örtlichen Jungspunte, die vor dem Gerichtshof und der Ärztekommission erscheinen müssen, um zunächst ihre Rechte und Pflichten zu erfahren und dann ihre „Milchbärt“ verlieren werden. Die Piepgösselrasur mit dicken Quasten und Schlagsahne lockt alljährlich mehr als 100 Zuschauer ins Dorfgemeinschaftshaus und startet am Rosenmontag um 14 Uhr. Weiter gefeiert wird dann ab 20 Uhr beim großen Maskenball. Am Dienstag, 13. Februar, gehen die Narren ab 14 Uhr durch das Dorf, um Würste zu sammeln, die dann ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus verspeist werden. Am Aschermittwoch ist um 12 Uhr das Abschmücken angesetzt, und mit dem Heringsessen um 19 Uhr endet die Session.

Von Britta Bielefeld

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