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Duderstadt Dorf-FSJler ziehen positive Bilanz ihres Freiwilligen Sozialen Jahres im Eichsfeld
Die Region Duderstadt Dorf-FSJler ziehen positive Bilanz ihres Freiwilligen Sozialen Jahres im Eichsfeld
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00:19 16.07.2018
Alicia Bohnsack, Sevda Boran, Projektleiterin Sandra Holzapfel, Luna Marie Quinque und Luca Raabe (v.l.) sprechen über das Dorf-FSJ-Projekt.         Quelle: Art
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Duderstadt

Die FSJler haben Frühstücksrunden organisiert, ältere Menschen zu Hause besucht, Ausflüge auf die Beine gestellt, Sprechstunden abgehalten und weitere Angebote initiiert und begleitet. 16 Orte in der Samtgemeinde Gieboldehausen und der Stadt Duderstadt sind an dem Projekt beteiligt. Dorfteams, die aus Bürgermeistern und Gemeindevertretern, Seniorenobleuten, Nachbarschaftshilfen und Ehrenamtlichen bestehen, unterstützen die Freiwilligen.

Berührungsängste gegenüber älteren Menschen verloren

„Mich hat die Zeit sehr positiv verändert“, sagt Luca Raabe. Er habe schnell seine Berührungsängste gegenüber älteren Menschen verloren. Die Themen der Senioren seien ihm nach zwei Monaten nicht mehr fremd gewesen. Der 18-Jährige habe ihnen gerne zugehört, „weil sie einem enorm viel zu geben haben“.

„Ich bin offener gegenüber älteren Menschen geworden“, berichtet Sevda Boran. „Jetzt weiß ich, wie ich unter Berücksichtigung ihrer physischen und psychischen Probleme mit ihnen umgehen kann.“ Besonders in Erinnerung blieben ihr die Frühstücksrunden und die Seminarfahrten, außerdem die Beteiligung am Projekt „Urlaub ohne Koffer“, sagt die 19-Jährige.

Direkten Kontakt zu Senioren gepflegt

„Ich finde es total schön, direkten Kontakt zu Senioren zu haben und von ihnen etwas zu hören“, erklärt Luna Marie Quinque, die unter anderem Carena-Gruppen und ältere Menschen zu Hause besucht. „Sie freuen sich, und ich freue mich, wenn ich da bin“, erzählt die FSJlerin. Die 19-Jährige sagt, sie habe durch das Freiwillige Soziale Jahr das selbstständige Arbeiten gelernt und sei selbstbewusster geworden. Als einen ihrer größten Erfolge bezeichnet sie das Ausarbeiten eines seniorengerechten Busfahrplans in Form eines Flyers für die Buslinien 162 und 170. Dieser bezieht sich auf die einzelnen Haltestellen innerhalb des Fleckens Gieboldehausen. Interessierte erhalten den Fahrplan im Rathaus, Hahlestraße 1.

Die Sprechstunden seien sehr gut angenommen worden, lautet die Erfahrung des 19-jährigen Jonas Aschoff. Dort habe es einen sozialen Austausch und soziales Miteinander gegeben. Die Senioren hätten sich gefreut, dass jemand vor Ort sei, kleinere Gruppen kämen häufig zum Kartenspielen.

„Die Zeit hat mich gestärkt, ich bin selbstsicherer geworden und nehme viel mit für meine Ausbildung“, erklärt Alicia Bohnsack. „Die Senioren haben sich immer gefreut, wenn ich etwas gemacht habe“, schildert sie ihre Erfahrungen und nennt die Frühstücksrunden als Beispiel. Außer der Organisation von Angeboten für die ältere Generation bleibe ihr besonders die Arbeit im Rollshäuser Kindergarten in Erinnerung. „Zum Abschied haben die Kinder Bilder für mich gemalt“, erzählt die 20-Jährige.

Projekt für alle Generationen

„Anfangs lag der Fokus nur auf Senioren. Dann haben wir gemerkt, dass wir damit an unsere Grenzen kommen und haben das Projekt geöffnet, damit die FSJler als Dorfkümmerer für alle Generationen zuständig sind“, beschreibt Projektleiterin Sandra Holzapfel einen Wandel im ersten Teil der zweijährigen Projektphase. Damit es sich erfolgreich weiterentwickelt, „brauchen wir die Mitarbeit der Dörfer“, erklärt sie. Zwischen den neuen Dorf-FSJlern und den ausscheidenden Freiwilligendienstlern habe es bereits einen Informationsaustausch gegeben.

„Die Messlatte liegt hoch“, würdigt Caritas-Vorstand Holger Gatzenmeyer das Engagement der ersten FSJ-Gruppe. „Ihr seid jetzt bessere Kinder und Enkel, weil ihr einen anderen Blick habt auf die Generation, die euch ins Leben gebracht hat“, meint Lydia Ballhausen, Leiterin des Lorenz-Werthmann-Hauses.

Die niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, Birgit Honé, habe angekündigt, die Projektidee im Europäischen Parlament vorzustellen, berichtet Holzapfel. Die Chancen stünden gut, es nach der Modellphase langfristig zu etablieren und mit zwei Stellen auszustatten.

Von Axel Artmann

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