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Duderstadt Centmünzen auf dem Prüfstand: Was sind sie den Bürgern wert?
Die Region Duderstadt Centmünzen auf dem Prüfstand: Was sind sie den Bürgern wert?
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00:19 20.05.2013
Ein- und Zwei-Centmünzen stehen auf dem Prüfstand: Was sind sie den Bürgern wert? Quelle: Thiele
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Duderstadt

Möglich sei eine billigere Produktion der Münzen, ihr Auslaufen oder die baldige Abschaffung, so ein Kommissionssprecher. Nun befragt die Kommission die Regierungen nach ihren Präferenzen. Wie sehen die Bürger dieses Vorhaben?

„Genau richtig“, stimmt Julia Peter bei der Umfrage in Duderstadt sofort zu. „Bei  uns wandert jede Münze unter einem Euro in die Spardose der Kinder.“ Alljährlich zum Weltspartag werde das Hartgeld dann zur Bank gebracht.

J. Peter

Die Seeburgerin fände es nicht schlimm, wenn die kleinen Kupfermünzen gleich ganz aus dem Portemonnaie verschwinden würden.

"Behalten Sie es"

Detlef Brückner aus Hannover würde ebenfalls dem Kupfergeld nicht nachtrauern. „Ich komme ursprünglich aus dem Einzelhandel. Die Achtung für den Cent ist meiner Meinung nach gering. Das sieht man  schon daran, dass die Münzen überall herumfliegen“, stellt er fest.

D. Brückner

Im Einzelhandel arbeitet auch Birgit von Ohlen. „Die Kunden sagen bei der Herausgabe kleiner Münzen oft: Behalten Sie es. Die größeren Münzen brauchen viele für die Parkuhr, aber die kleinen wollen alle loswerden“, bemerkt die Mitarbeiterin von Lebenskunst in Duderstadt.

Auswirkungen durch deren Verschwinden für den Einzelhandel sieht sie nicht. Kunden und Händler würden sich arrangieren, vermutet sie.

B. von Ohlen

„Also wir ehren den Cent noch“

Hans-Joachim und Sabine Gerheit aus Heiligenstadt sind völlig überrascht, als sie von den EU-Plänen hören. „Die wollen den Cent abschaffen? Das würde uns aber gar nicht gefallen“, ist sich das Ehepaar einig.

„Wenn etwas 2,99 Euro kostet, dann wollen wir nicht drei Euro bezahlen“, befürchtet Sabine Gerheit Preissteigerungen. „Also wir ehren den Pfennig oder den Cent noch“, beruft sich ihr Ehemann auf das Sprichwort: Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.

Dem stimmen laut einer Umfrage der Bundesbank 91 Prozent der Bevölkerung in Deutschland zu. Entsprechend lehnt die Bundesbank die Abschaffung der Ein- und Zwei-Centmünzen ab und verweist auf die Tradition der Pfennige zu D-Mark-Zeiten.

Sabine und Hans-Joachim Gerheit

Deutschland nimmt alles sehr genau

Die Meinung bei den Banken in der Region ist geteilt. Die Germershäuserin Cornelia Kurth-Scharf ist Pressesprecherin der Volksbank Mitte.

C. Kurth-Scharf

Sie spricht sich ebenfalls gegen eine Abschaffung der Centmünzen aus und glaubt: „Im Gegensatz zu anderen Ländern nimmt man in Deutschland alles sehr genau. Hier wird es schwierig sein, die Menschen zu überzeugen, statt beispielsweise 7,99 Euro plötzlich acht Euro zu bezahlen.“

Wer sein Kleingeld im Supermarkt nicht einstecken wolle, würde das lieber in die neben der Kasse stehenden Spardosen von sozialen Einrichtungen stecken, statt es einfach im Markt zu lassen, ist ihre Beobachtung.

Und auch sie selbst würde die kleinen Kupfermünzen vermissen. „Ich bin mit dem Kleingeld aufgewachsen, und ich bin auf den Cent genau“, sagt sie lachend.

C. Basdorf

Keine emotionale Bindung

Carsten Basdorf hingegen, Sprecher der Sparkasse Duderstadt, würde die Abschaffung der kleinen Kupfermünzen begrüßen. „Heute wird mehr und mehr mit Karte bezahlt, besonders in der jungen Generation,“ argumentiert Basdorf.

Man könnte Rohstoffe und bei der Bargeldlogistik sparen, nennt er Vorteile des Wegfalls der kleinsten Münzeinheiten. Es gehöre zum Service einer Bank, Kleingeld entgegenzunehmen, zu zählen und einzurollen, aber betriebswirtschaftlich sei das nicht kostendeckend.

Auch persönlich fehlt ihm eine emotionale Bindung an die kleinen Centmünzen. Nein, sentimental würde er nicht werden, sollte es keine Ein- und Zwei-Centmünzen mehr geben, sagt Basdorf.

„Den Glückspfennig kannte ja noch jeder, aber wer hat schon vom Glückscent gehört?“, spricht er der kleinsten Kupfermünze jede symbolische Bedeutung ab.

Von Claudia Nachtwey und Ulrich Lottmann

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