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Duderstadt DLRG-Eichsfeld warnt: Ein Volk verlernt das Schwimmen
Die Region Duderstadt DLRG-Eichsfeld warnt: Ein Volk verlernt das Schwimmen
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00:18 17.02.2013
Von Kuno Mahnkopf
Schwimmkurse, Leistungswettbewerbe, Aufsicht am Seeburger See: Die DLRG übernimmt im Eichsfeld viele Aufgaben. Quelle: EF/Pförtner
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Eichsfeld

Die Protestaktion  auf dem Wasser steht unter dem Motto „Sicherheit für Kinder – gegen die Schließung von Schwimmbädern“.

Die DLRG ist besorgt, dass die Deutschen zunehmend das Schwimmen verlernen – mangels Gelegenheit. Kommerzielle Spaßbäder verdrängen defizitäre Sport- und Lehrschwimmbecken, von denen sich immer mehr finanziell klamme Kommunen trennen. „In Deutschland wurden während des letzten Jahrzehnts 1100 Bäder geschlossen“, sagt DLRG-Eichsfeld-Vorsitzender Dieter Arend und mahnt den Erhalt ausbildungsgerechter Wasserstätten an: „Für die Rettungsschwimmausbildung sind Sportbäder unabdingbar.“ In Erlebnisbädern sei schon die Wassertiefe zu gering.

Arend erinnert daran, dass nach dem Duderstädter Lehrschwimmbecken im vergangenen Jahr auch das von der DLRG genutzte Rhumspringer Hallenbad geschlossen wurde. Das Schulschwimmen habe nur teilweise von der Schulschwimmhalle in Gieboldehausen aufgefangen werden können.

„Und wenn dort die Pumpe kaputtgeht, wird sie der Landkreis nicht mehr reparieren“, befürchtet Arend. Die Sorge um das Duderstädter Hallenbad begleitet ihn dauernd. „Die Entfernungen werden immer weiter, die Organisation  und der Kampf um Wasserzeiten schwieriger“, sagt Arend.

Weniger Schwimmabzeichen

Als ein Beispiel nennt er den bundesweit ersten „nassen Kindergartentag“ auf Teistungenburg mit kostenfreier Schwimmbadnutzung, der jäh gestoppt worden sei.

Die neue Hotelleitung stelle das Bad nur noch gegen marktübliches Entgelt zur Verfügung, die Eltern hätten deshalb verzichtet. In Worbis plant die DLRG-Eichsfeld, mit einem Förderverein das vor der Schließung stehende kommunale Hallenbad Wipperwelle zu retten.

Mit Hilfe der DLRG sei es gelungen, die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken in Deutschland in einem Jahrhundert um mehr als 90 Prozent zu senken, betont Arend. 2011 ertranken bundesweit 410 Menschen, davon 58 in Niedersachsen und sieben in Thüringen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verloren in Deutschland jährlich rund 5000 Menschen ihr Leben im Wasser.

Laut einer aktuellen bundesweiten Befragung könne allerdings heute rund die Hälfte aller Kinder am Ende ihrer Grundschulzeit nicht sicher schwimmen, sorgt sich Arend. 77 Prozent der Schüler erwerben zwar das Seepferdchen-Abzeichen, aber nur 55 Prozent das Jugendschwimmabzeichen in Bronze, das die DLRG als Mindestanforderung für einen sicheren Schwimmer ansieht.

„Es ist schwierig, grenzübergreifend Sponsoren zu finden“, räumt Arend als Vorsitzender des einzigen länderübergreifenden DLRG-Ortsverbands in Deutschland ein. Die Unterschiede zwischen Ost und West hätten sich gewandelt. Inzwischen würden in Thüringen weniger Schwimmabzeichen als in Niedersachsen abgelegt: „Anfangs war es umgekehrt.“

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