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Duderstadt Darf Leitungswasser in der Gastronomie etwas kosten?
Die Region Duderstadt Darf Leitungswasser in der Gastronomie etwas kosten?
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00:17 13.01.2013
Wasser hat seinen Preis: Hier fließen mindestens 0,001323 Euro in den Ausguss. Quelle: Lüder
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Duderstadt

Stille Wasser sind tief, heißt es. Wenn es nach Elisabeth Lindenmeier geht, müsste es wohl eher teuer lauten. Die Göttingerin aß monatelang jeden Donnerstag in einem Duderstädter Café zu Mittag und stellte bei einem zufälligen Blick auf den Kassenzettel verblüfft fest, dass das Glas Leitungswasser, das sie stets zum Essen bestellte und von dem sie angenommen hatte, es kostenlos bekommen zu haben, mit 2,10 Euro berechnet wurde.

Lindenmeier

Gehört zum Service

Gastronom Franz Josef Otto, Betreiber des Graf Isang und Hotel Zum Löwen, sagt nein. „Wenn die Gäste zum Essen eine Karaffe Leitungswasser bestellen, dann wird die anstandslos gebracht“, so Otto. „Wir können die Gäste ja nicht dazu zwingen, etwas zu trinken“. Der Eichsfelder Hotelier meint, der verlorengegangene Gewinn werde durch den Verzehr von zusätzlichen Getränken oder Speisen ausgeglichen. Im Sommer sei es schon fast üblich, dass die Gäste eine Karaffe mit Eiswasser bestellen würden, so Otto.

Bäckermeister Hans-Joachim Stockfisch sind solche Sorgen schon fast fremd. „Das ist bei uns eher selten der Fall“, meint Stockfisch. „Bei uns war auch noch keiner da, der nur ein einzelnes Glas Leitungswasser haben wollte. Es gibt vielleicht ältere Leute, die ein Leitungswasser haben möchten, um ihre Tabletten einzunehmen, aber dafür verlange ich dann natürlich kein Geld. Wenn sich solche Bestellungen allerdings häufen, würde ich mir das schon nochmal überlegen. Das muss man dann wohl abwägen“, überlegt Stockfisch.

Bäckermeisterin Anne Christin Risse, in deren Café Lindenmeier wöchentlich zu Gast war, sieht das anders: „Wenn jemand sich ein Leitungswasser als einziges Getränk bestellt, dann muss er das auch bezahlen. Wir haben ja auch Kosten, die wir bezahlen müssen, ob ich das Wasser nun aus dem Hahn hole oder von sonst woher“, meint Risse. Lindenmeier sieht das anders. Habe sie Duderstadt, das sie als Musiklehrerin des Eichsfeldgymnasiums regelmäßig besuche, sonst immer „als angenehm erlebt“, sei dieses Verhalten ihrem positiven Eindruck „abträglich“, ärgert sie sich. Sogar ihr Hund habe Leitungswasser bekommen, dieses sei aber umsonst gewesen. Überhaupt sei es fragwürdig ob der Preis für etwas, was nicht auf der Karte stünde, überhaupt verlangt werden dürfe.

Recht auf Wasser gibt es nicht

Rainer Balke, Hauptgeschäftsführer vom niedersächsischen Landesverband des Hotel- und Gaststättengewerbes (DEHOGA), klärt auf: „So was wie ein Recht auf Wasser gibt es nicht. Genauso wenig wie man ein Recht hat, in einem Restaurant auf die Toilette zu gehen.“ Die Berechnung von Leistungen abseits einer Speisekarte lägen im Ermessen des Gastronomen. „Der Gastwirt muss auch Geld verdienen, schließlich hält er die gesamte Infrastruktur vor“, so Balke. Der Bäckerei Risse wären monatlich 8,40 Euro entgangen, hätte sie das Leitungswasser nicht berechnet.

Wasserpreise

Der Kubikmeter Wasser kostet bei der Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe Gesellschaft (EWB) in Duderstadt – wenn er beispielsweise aus einer Duderstädter Leitung käme – 4,41 Euro.

In diesem Preis sind ebenfalls schon die Kanalgebühren enthalten, die ebenfalls pro Kubikmeter mit 3,07 Euro berechnet werden.

Zusätzlich fällt die Zählermiete von 5,19 Euro monatlich an. Der reine Wasserpreis läge somit bei 1,34 Euro pro Kubikmeter.

Der Preis für ein einzelnes getrunkenes Glas Leitungswasser (0,3 Liter) würde somit bei 0,001323 Euro liegen, also weit unter einem Cent.

Von Anna Kleimann

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